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Saudi-Arabien: Weihnachten findet statt

Wie Christen im Untergrund die Geburt des Erlösers feiern

(Open Doors, Kelkheim) – Weihnachten feiern im streng islamischen Saudi-Arabien – offiziell ist das unmöglich. Doch wie Mitarbeiter von Open Doors feststellen konnten, finden im Land lebende Christen dennoch Wege, dieses für sie und Christen weltweit so wichtige Fest zu begehen. Ein Bericht von einem ganz besonderen Weihnachtsgottesdienst im Dezember 2017, irgendwo in Saudi-Arabien.
 

Weihnachtsdekoration bei einem geheimen Treffen von Christen in Saudi-Arabien
Bild: Weihnachtsdekoration bei einem geheimen Treffen von Christen in Saudi-Arabien

Festliche Stimmung hinter verschlossenen Türen

Es ist Nacht in der Stadt. Die Straßen sind menschenleer. Nur zwei indische Männer sind auf dem verlassenen Bürgersteig unterwegs. An einer unscheinbaren Tür halten sie an und klopfen. Die Tür öffnet sich kurz, beide treten schnell ein. Drinnen ziehen sie ihre Schuhe aus und gehen weiter in einen Versammlungsraum, der mit Weihnachtssternen und Girlanden festlich dekoriert ist. Sogar ein kleiner Weihnachtsbaum steht in der Ecke. Einige Gläubige sind schon versammelt, im Lauf der nächsten Stunde gesellen sich über 100 weitere indische Christen zu ihnen. Die meisten von ihnen arbeiten für wenig Geld in großen saudischen Firmen oder Privathaushalten; es sind Bauarbeiter, Steinmetze, Elektriker und Reinigungskräfte. Aber was sie alle eint, ist ihr Glaube an Jesus Christus, dessen Geburt sie an diesem Abend feiern – um sich neu in die Welt aussenden zu lassen und die Botschaft von ihrem Erlöser überall zu verbreiten.

„Es kann jederzeit Weihnachten werden“

Als die Feier beginnt, fühlt man sich ein bisschen wie nach Indien versetzt: Die Instrumente, die Musik, die Anbetung in mehreren indischen Sprachen, bei der sich verschiedene Gruppen abwechseln. Alle beten auf ihre Art Gott an, der seinen Sohn in die Welt sandte. Darum geht es auch in der Predigt – aber der Prediger fordert die Versammlung heraus: „Beschränken wir Weihnachten auf vier Wochen im Jahr? Geht es etwa nur um den Baum und die Feier?“ Und weiter: „Es geht um die Geburt Jesu, um Maria, die mit einem Kind beschenkt wurde, um die Hirten, die kamen, um es anzubeten. Von diesen Dingen wollen wir erzählen. Jetzt feiern wir das Weihnachtsfest, aber es kann jederzeit Weihnachten werden, wenn wir bereit sind, Gottes Anweisung zu gehorchen, nämlich: ‚Deshalb geht hin und macht alle Menschen zu Jüngern, lehrt sie, tauft sie im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.‘“

Mit dieser Einladung, die Liebe Gottes zu verbreiten, beschließt der Pastor seine Predigt. Kurz darauf wird der Weihnachtskuchen angeschnitten. Währenddessen singen die Kinder, verkleidet als verschiedene Personen der Weihnachtsgeschichte, ein traditionelles englisches Weihnachtslied.

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Bitte beten Sie für die Christen in Saudi-Arabien und anderen Verfolgungsländern:

  • Danken Sie Gott, dass er seinen Sohn Jesus Christus in diese Welt gesandt hat.
  • Danken Sie Jesus für alle Weihnachtsgottesdienste, die verfolgte Christen trotz vieler Widerstände feiern können.
  • Beten Sie um Gottes Schutz für all diese Versammlungen – in einigen Ländern kommt es gerade in dieser Zeit verstärkt zu Anschlägen auf die Christen.

 

Quelle: Open Doors

 

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