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Syrien: Zwei Geistliche bei Anschlag getötet

IS bekennt sich zur Tat

Am vergangenen Montag wurde das syrische Kamischli von mehreren Anschlägen erschüttert. Drei Bomben explodierten in der Grenzstadt zur Türkei, und am gleichen Tag wurde der beliebte Priester Hovsep Petoyan, Leiter der örtlichen Armenisch-Katholischen Kirche, zusammen mit seinem Vater ermordet. Die Vorfälle zeigen, wie zerbrechlich die Sicherheitslage trotz der derzeitigen Waffenruhe ist. Besonders die Christen in Kamischli sind tief erschüttert und brauchen unser Gebet.

Aktuelle Momentaufnahme aus Kamischli: Christen treffen sich zum Gebet
Christen aus Kamischli treffen sich zum Gebet (Aufnahme von Mitte Oktober)

Junger Familienvater war „ein Mann Gottes“

„Das sind sehr tragische Nachrichten“, kommentierte Pastor George Moushi von der Allianz-Kirche in Kamischli den Mordanschlag. Hovsep Petoyan sei ein friedlicher Mann gewesen, der mit niemandem Probleme gehabt habe, nicht einmal politisch gewesen sei. „Sein Tod schockierte alle Christen, da er das Oberhaupt der katholischen Kirche in Kamischli war. Wir beten, dass diese Ereignisse keine weiteren Auswirkungen nach sich ziehen.“ Hovsep war mit Caron Lahdo verheiratet, er hinterlässt einen Sohn Hovig und zwei Töchter, Anna und Cayana. Auch sein Vater war Priester.

Der tödliche Überfall ereignete sich, als die Männer mit dem Auto auf dem Weg zu einer Kirche in der Provinz Deir Ez Zor waren. Mit ihnen unterwegs war auch der Diakon Fadi Sano aus Al Hasaka. Das Fahrzeug war mit einem Schild der Kirche gekennzeichnet und geriet plötzlich unter Beschuss von mehreren Personen. Sano wurde als einziger Überlebender verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Der Islamische Staat übernahm kurz darauf in einer Erklärung die Verantwortung für den Angriff.

Levon Yeghiayan, Generalvikar der Armenisch-Orthodoxen Kirche, berichtete im Gespräch mit Open Doors von der Beerdigung: „Es fiel uns schwer, uns von einem jungen Priester wie Vater Hovsep zu verabschieden. Er war ein Mann Gottes, und es ist gefährlich, wenn sie in unserer Gegend anfangen, Männer Gottes ins Visier zu nehmen.“

Sechs Tote bei Bombenanschlägen

Yeghiayan sprach auch über die Bombenanschläge: „Wir danken Gott, dass [zum Zeitpunkt der Explosionen] nicht viele Menschen auf den Straßen waren. Aber leider wurden trotzdem sechs Menschen getötet und 23 verletzt; bis auf drei verwundete Christen sind alle Muslime. Die dritte Explosion ereignete sich in der Nähe der Erzdiözese, in der ich wohne. Ein Fenster in der Kirche ging dadurch zu Bruch.“ Doch es hätte leicht noch schlimmer kommen können: „Wenn die Bomben nur wenig später detoniert wären, hätte eine von ihnen die Mädchen beim Verlassen ihrer Schule getroffen. Es wäre ein Massaker gewesen.“

Gemeinden leisten Hilfe trotz der Unsicherheit

Unterdessen leisten die Kirchen und Partnerorganisationen von Open Doors in der Region wertvolle Nothilfe. Seit dem Einmarsch türkischer Truppen haben über tausend Familien Nahrungsmittel, Hygienepakete oder finanzielle Hilfe zur Beschaffung von Brennstoffen zum Heizen erhalten. Angesichts des bevorstehenden Winters und möglicher weiterer Fluchtbewegungen werden derzeit auch „Winterpakete“ und Notunterkünfte vorbereitet.

Bitte beten Sie für die Christen in Syrien!

  • Beten Sie, dass Jesus den Angehörigen der ermordeten Priester und der Bombenopfer Trost und Frieden schenkt.
  • Beten Sie, dass alle Pläne für weitere Anschläge vereitelt werden und Jesus seine Gemeinde schützt.
  • Beten Sie, dass Christen im Nordosten Syriens Gottes Versorgung erleben und trotz der äußeren Unsicherheit im Glauben stark bleiben.
  • Beten Sie für alle Hilfsbemühungen in der Region, damit die Menschen Gottes Liebe und Fürsorge erfahren.

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