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[Update] Sudan: Zwei Pastoren droht die Todesstrafe

 

Update: 1.Dezember 2016

Laut der sudanesischen Zeitung "Sudan Tribune" fand am Montag, den 29. November, eine weitere Anhörung im Gericht statt. Erneut warf der Staatsanwalt den Angeklagten vor, feindliche Aktivitäten gegen den Staat geplant zu haben. Der mitangeklagte Tscheche Petr Jasek soll laut Staatsanwalt beabsichtigt haben, das Land auszuspionieren. Zudem beschuldigte der Staatsanwalt auch die Verteidiger der Männer, einen Kampf gegen den Staat zu führen und ihm Menschenrechtsverletzungen zu unterstellen. Sie hätten an einer Konferenz im äthiopischen Addis Abeba teilgenommen, die in Verbindung zu Spionageaktivitäten gestanden hätte und der Unterstützung von Rebellen dienen würde. Der Termin der nächsten Verhandlung ist für den 05. Dezember angesetzt. Die Verteidiger der vier Angeklagten sollen dann die Möglichkeit haben, Zeugen zu befragen. 

 

Update: 22. November 2016

Das Verfahren wurde am 21. November wie geplant fortgesetzt – der Staatsanwalt konnte aber nur die bereits vorgebrachten Anschuldigungen wiederholen. Er warf dem mitangeklagten Tschechen Petr Jasek und den drei Sudanesen erneut vor, Rebellengruppen unterstützt zu haben. Außerdem beschuldigte er sie, den Sudan schlecht darzustellen, "als wäre der Staat gegen Christen". Zudem sagte der Staatsanwalt, Pastor Kuwa hätte gelogen, als er sagte, die Regierung habe seine Kirche zerstört. Laut Quellen dauerte die Verhandlung mehr als zweieinhalb Stunden. Die Pastoren hoffen, dass ihr Anwalt in der nächsten Anhörung, deren Termin noch nicht angesetzt ist, wieder zu ihrer Verteidigung sprechen darf.

Update: 16. November 2016

Am 14. November fand der nächste Gerichtstermin für die angeklagten Männer statt. Der Staatsanwalt konnte jedoch keine neuen Beweise vorbringen und bat den Richter um mehr Zeit, um mehr Beweise sammeln zu können. Der Richter gab dem Staatsanwalt Zeit bis zur nächsten Anhörung, die für Montag, den 21. November, angesetzt ist.

Update: 8. November 2016

In der jüngsten Gerichtsverhandlung konnte der Anwalt von Pastor Hassan, Pastor Kuwa und den beiden anderen Angeklagten ihre Verteidigung beginnen. Beobachter sind vorsichtig optimistisch – noch ist aber nicht genau abzusehen, in welche Richtung sich der Prozess entwickeln wird. Die nächste Anhörung ist für den 14. November angesetzt.

 

Ursprüngliche Nachricht – 28. Oktober 2016

(Open Doors, Kelkheim) – Der Prozess gegen die beiden Pastoren Hassan Abduraheem Kodi Taour und Kuwa Shamal in der sudanesischen Hauptstadt Khartum wurde bei der letzten Verhandlung am 24. Oktober erneut verschoben und findet nun am 31. Oktober statt. Ihnen werden unter anderem Spionage und Unterstützung von Rebellen vorgeworfen. Angeklagt sind auch der Student Abdulmonem Abdulmawla Issa Abdumawla sowie Petr Jasek, ein tschechischer Entwicklungshelfer.

Staatsanwalt fordert Höchststrafe

Zu den Anschuldigungen gehören neben den bereits genannten auch Krieg gegen den Staat, Spionage und Verbreitung von Falschinformationen. Einige der Verbrechen, die den Angeklagten vorgeworfen werden, können mit der Todesstrafe belegt werden. Der Staatsanwalt forderte am 29. August in seinem Plädoyer bereits die Höchststrafe. Als Beweismaterial legte die Staatsanwaltschaft Fotografien vor, die die Angeklagten neben zerstörten Gebäuden in den Nuba-Bergen zeigen. Auf den Bildern sind außerdem Mitglieder einer Rebellengruppe sowie Angehörige einer US-amerikanischen Hilfsorganisation zu sehen, die medizinische Nothilfe in Kriegsgebieten leistet . Der Richter, Osama Ahmed Abdallah, erklärte, die Bilder unterstrichen, dass Jasek 2012 mit dem Team der Hilfsorganisation in den Nuba-Bergen gewesen sei. Allen Angeklagten wird zur Last gelegt, die sudanesische Regierung für die Bombardierungen der Gebäude verantwortlich zu machen.

 

2016_10_28_Meldungen_Sudan_Banner_458x280Die 2 Pastoren Kuwa Shamal (links) und Hassan Taour (rechts)

Widerrechtlich über Monate festgehalten

Pastor Taour befindet sich bereits seit Dezember 2015 in Haft, obwohl nach sudanesischem Recht ein Verdächtiger spätestens nach 45 Tagen vor Gericht gestellt oder freigelassen werden muss. Auch Pastor Shamal wurde über viele Monate widerrechtlich festgehalten. Beide Pastoren haben inzwischen gesundheitliche Probleme. In einem ähnlichen Fall waren die beiden Pastoren Michael Yat und Peter Yen aus dem Südsudan nach monatelanger Haft im August 2015 auf internationalen Druck hin freigelassen worden. Allgemein werden Christen im Sudan zunehmend bedrängt: So wurden beispielsweise im Oktober drei Pastoren und drei weitere Christen verhaftet, die sich geweigert hatten, eine bislang von ihrer Kirche unterhaltene Schule an die staatlichen Behörden zu übergeben, und gegen Kaution wieder entlassen. Zudem erhielten fünf Gemeinden in Khartum eine Benachrichtigung, dass ihre Gebäude demnächst abgerissen würden.

Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors nimmt der Sudan aktuell Platz 8 unter den Ländern ein, in denen Christen weltweit wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

Quellen: Open Doors, World Watch Monitor

Bitte beten sie für die Christen im Sudan!

  • Danken Sie für die Christen im Sudan, die trotz massiver Bedrängung an ihrem Glauben festhalten und ihren Dienst fortführen.
  • Beten Sie um ein faires Gerichtsverfahren und dafür, dass Hassan, Kuwa, Abdulmonem und Petr freigesprochen werden
  • Beten Sie dafür, dass Jesus die Christen im Sudan schützt und im Glauben stärkt.
  • Beten Sie um Gunst für die Christen bei den Behörden und der Regierung.

 

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