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(Open Doors, Kelkheim) – Behördliche Schikanen, Prügel von Familienangehörigen und innere Herausforderungen durch Irrlehren: Die vietnamesische Kirche erlebt stürmische Zeiten. Doch sowohl einzelne Christen wie Luam* als auch bedrängte Gemeinden stellen sich der Verfolgung im Vertrauen auf Jesus entgegen.
Im April dieses Jahres beschlagnahmten die vietnamesischen Behörden den Bauernhof von Luam wegen seines christlichen Glaubens. Gleichzeitig übten sie Druck auf Luams Verwandtschaft aus. Diese sollte den „Abtrünnigen“ dazu zwingen, seinen Hausaltar wieder aufzubauen – und damit seine Rückkehr zu den religiösen Überlieferungen der Dorfgemeinschaft forcieren. Dabei sollten sie auch körperliche Gewalt anwenden, so die ausdrückliche Anweisung der Beamten. Luam weigerte sich, den Forderungen nachzukommen, und ergriff angesichts der Prügel die Flucht. Zweimal versuchte er vergeblich, nach Hause zurückzukehren, jedes Mal gab es neue Schläge. Erst ein dritter Anlauf gelang. Ermutigt wurde Luam von Christen der örtlichen Gemeinde, die ihm immer mit warmer Herzlichkeit und Trost begegneten.
Die Regierung hat im Nordwesten Vietnams kleine Teams eingesetzt, um christliche Gemeinden aufzuspüren. Ist dies gelungen, werden die Christen gezwungen, die Namen aller Gemeindemitglieder zu notieren. Eine lokale Kontaktperson von Open Doors berichtete, dass der Vermieter einer Gemeinde dazu gezwungen wurde, die Christen aus seinem Gebäude zu werfen.
Andernorts zeigten sich Behörden kooperativer und stellten den Organisatoren eines 3-tägigen christlichen Festivals mit 40.000 erwarteten Besuchern alle Genehmigungen in Aussicht. Plötzlich wurden jedoch die Bedingungen drastisch geändert, so dass die neu zugewiesene Lokalität nach derzeitigem Stand nur für einen Abend zur Verfügung steht – und sie bietet lediglich Platz für 3.000 Personen.
Ein deutliches Zeichen der Einheit unter dem herrschenden Druck setzte indessen eine örtliche Gemeinde. Sie startete einen Spendenaufruf für die Hanoi Bible School, um Geld für die Errichtung eines dringend benötigten Schlafsaals zu sammeln. Die Schule bereitet derzeit ihre jährliche Konferenz vor, bei der 300 Pastoren und Evangelisten in den Dienst eingesegnet werden sollen.
*Name aus Sicherheitsgründen geändert
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