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Vietnam: Familie gibt Evangelium weiter und wird aus Dorf vertrieben

Begeisterung für Jesus führt zur Verstoßung durch die eigenen Eltern

(Open Doors, Kelkheim) – Vor fast einem Jahr beschlossen Giang* und seine Frau, Jesus nachzufolgen. Als in Vietnam wegen der COVID-19-Pandemie eine mehrmonatige begrenzte Ausgangssperre verhängt wurde, sah das Ehepaar darin eine Gelegenheit: Sie gaben ihren neuen Glauben an Giangs Eltern, weitere Verwandte und einige Dorfbewohner weiter. Doch die Folge war erbitterter Widerstand, der in der vergangenen Woche in ihrer Vertreibung aus dem Dorf gipfelte.

Vertrieben nur mit der Kleidung auf dem Leib

Am 5. Mai gingen wütende Verwandte und Dorfbewohner zum Haus von Giangs Familie und forderten sie auf, Christus zu verleugnen. Andernfalls werde man sie zwingen, das Dorf zu verlassen. Gleichzeitig drohten ihre Familien ihnen an, sie aus ihrer Gemeinschaft zu verstoßen. Das Paar versuchte, Gottes Güte aufzuzeigen, und berichtete, wie sich ihr Leben durch Christus verändert hatte. Doch dies brachte die Dorfbewohner nur noch mehr auf, so dass sie die beiden anschrien, sie sollten das Dorf sofort verlassen.

Ihre Familie und die Dorfbewohner erlaubten den Christen nicht, irgendetwas mitzunehmen, außer der Kleidung, die sie an diesem Tag trugen. Zusammen mit seiner Frau und seinen drei Kindern fand Giang Zuflucht im Haus eines Christen aus ihrer Gemeinde, der in einem anderen Dorf wohnt. Giangs Eltern und die seiner Frau sagten sich öffentlich von ihren Kindern los und erklärten, sie seien keine Familienmitglieder mehr.

Giang und seine Familie brauchen unser Gebet
Symbolbild: Giang und seine Familie brauchen unser Gebet

Christen sollen in Not geraten und nachgeben

Nach Einschätzung der örtlichen Christen möchte die Dorfgemeinschaft mit den radikalen Schritten erreichen, dass Giangs Familie in solche Not gerät, dass sie schließlich darum bittet, wieder in die Gemeinschaft aufgenommen zu werden – und dann dazu bereit ist, alle Bedingungen der Dorfbewohner zu erfüllen.

Gerade in den ländlichen Regionen Zentral- und Nordvietnams, wo sich das Dorf befindet, ist die öffentliche Meinung noch stark von der kommunistischen Ideologie geprägt. Doch auch die Furcht vor dem Verlust alter Traditionen führt dazu, dass Christen als Verräter ihrer Kultur und Identität betrachtet und dementsprechend bekämpft werden.

In der aktuellen Situation der Pandemie hat Vietnam als erstes Land in der Region begonnen, die Einschränkungen des öffentlichen Lebens wieder aufzuheben. Dadurch können auch unsere lokalen Partner ihre Besuche bei verfolgten Christen wieder aufnehmen und die Folgen der Pandemie ermitteln.

*Name geändert

Bitte beten Sie für Giangs Familie und die Christen in Vietnam:

  • Danken Sie für den Glauben und den Mut von Giang und seiner Frau, sich nicht nur für Christus zu entscheiden, sondern auch andere daran teilhaben zu lassen.
  • Beten Sie, dass Jesus die inneren und äußeren Bedürfnisse von Giangs Familie nach seiner Gnade stillt.
  • Beten Sie für die Dorfbewohner und besonders die Eltern, dass Jesus ihre Herzen bewegt, so dass sie Gottes Wirken im Leben der Christen erkennen und sie wieder in ihre Gemeinschaft aufnehmen.
  • Beten Sie für die Christen im ganzen Land, dass sie die Folgen der Pandemie gut verkraften; beten Sie auch, dass unsere Partner auf ihren Reisen bewahrt bleiben und den Christen mit Weisheit und Vollmacht dienen können.

Vielen Dank für Ihr Gebet

Unser Gebet macht einen Unterschied – wie viel es unseren verfolgten Geschwistern bedeutet, lesen Sie hier

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