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Vor Ort: Besuch von Flüchtlingen im Irak

Regierungsdelegation macht sich ein Bild von der Lage

Volker Kauder und Markus Rode zu Besuch im Irak

Aufgrund der Vertreibung Zehntausender Christen und Jesiden durch die Islamistischen Milizen des Islamischen Staates (IS) unternahmen der Vorsitzende der CDU/CSU Bundestagsfraktion, Herr Volker Kauder (Bild, 2.v.r.), sowie der stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Herr Dr. Schockenhoff (1.v.r.), vom 24. bis 25.August 2014 eine Reise in den Nordirak. Teilnehmer der Delegation war Markus Rode (3.v.r.), der Leiter des überkonfessionellen christlichen Hilfswerks Open Doors Deutschland. Kirchenleiter, politische Repräsentanten und betroffene Flüchtlingsfamilien berichteten der Delegation über die humanitäre Katastrophe, die durch das grausame Vorgehen der IS Milizen verursacht wurde.

IS zwingt Tausende Christen zur Flucht

Christen wurden per Ultimatum in der Ninive-Ebene am 18. Juli durch IS aufgefordert, zum Islam zu konvertieren, Kopfsteuer zu bezahlen oder ihre Häuser zu verlassen. Andernfalls würden sie hingerichtet. Infolgedessen haben viele Tausende Christen ihre Häuser verlassen und sind in die autonomen Kurdengebiete im Nordirak geflohen, wo sie auf viele Christen treffen, die bereits aufgrund früherer Vertreibungswellen dort leben. Bei der Flucht wurde ihnen von den Kämpfern des IS bis auf ihre Kleidung alles abgenommen. Viele sind wegen der verübten Gräueltaten der IS Milizen schwer traumatisiert. Die IS Kämpfer, die am 29. Juni 2014 ein Kalifat ausgerufen haben, setzen einen Islam wie zu Mohammeds Zeiten durch, der von Kreuzigungen, Steinigungen und Vergewaltigungen begleitet wird.

Flüchtlinge im RohbauDie Situation ist extrem schwierig und die christlichen Kirchen vor Ort sind damit überfordert, den Zehntausenden Flüchtlingen zu helfen, die in Massenquartieren im Freien, in Rohbauten oder Kirchen Zuflucht gefunden haben. Ca. 70.000 Flüchtlinge befinden sich im christlichen Ankawa, bei Erbil, und ca. 60.000 in Dohuk. Die Sicherheitslage ist nach wie vor prekär, da IS nur knapp 50 km vor den Toren Erbils steht. Um den Christen in ihrer Not zu helfen, hatte Open Doors (OD) bereits im Juni ein Nothilfeprogramm für die Flüchtlinge gestartet. Eine der größten Gefahren ist der bevorstehende Winter, der Zehntausende obdachlose Christen und andere Minderheiten völlig unvorbereitet und mit voller Härte trifft, wenn nicht schnellstens gehandelt wird. Ein lokaler Mitarbeiter von Open Doors berichtete der Delegation, dass jetzt dringend Vorräte an warmer Kleidung, Schuhen und Wolldecken für die kinderreichen Flüchtlingsfamilien angelegt werden müssen.

Flüchtlinge benötigen mehr Unterstützung, um den Winter zu überleben


Flüchtlingsfamilie aus MossulNeben der Hilfe des UNHCR (Flüchtlingshilfswerk der UN), das sich mit seinen Partnerorganisationen im Wesentlichen auf den Aufbau von großen Flüchtlingslagern konzentriert, haben die christlichen Kirchen einen Großteil der Flüchtlinge in ihren Kirchengebäuden und Außenanlagen untergebracht. Die lokalen Kirchenleiter baten um dringende Unterstützung, da die eigenen Mittel zur Versorgung der Flüchtlinge bei Weitem nicht ausreichen.

In einem abschließenden Gespräch mit dem Präsidenten der Kurdengebiete, Masud Barzani, bestätigte sich ebenfalls die dringende Notwendigkeit die Hilfe auszuweiten. Neben den Christen sind auch Zehntausende Jesiden von der Katastrophe betroffen. "Wir sind dem CDU/CSU Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder und seinem Stellvertreter Dr. Schockenhoff dankbar, dass sie sich persönlich ein Bild von der Situation der Menschen vor Ort gemacht haben", so Markus Rode, Leiter von Open Doors Deutschland. Beide Politiker haben die Entschlossenheit der Bundesregierung zum Ausdruck gebracht, die Hilfsanstrengungen für Christen und Jesiden deutlich zu verstärken. "Ich möchte die Menschen in unserem Land vielmals bitten, uns bei der Versorgung der über 100.000 Christen zu helfen, die derzeit keinen ausreichenden Schutz vor dem drohenden Wintereinbruch in wenigen Wochen haben", appelliert Markus Rode.

Open Doors hat ein Nothilfeprogramm gestartet, um die christlichen Kirchen vor Ort mit den nötigen Ressourcen für die Versorgung der Flüchtlinge auszustatten. Nothilfe Irak

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