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(Open Doors, Kelkheim) – Hysam* ist 16 Jahre alt, gehörlos und stammt aus Zentralasien. Auch seine Eltern sind gehörlos. Doch als Hysams Vater von der Taufe seines Sohnes erfuhr, war er so verärgert, dass er ihn aus dem Haus warf – kurz vor Beginn des Winters. Vor wenigen Tagen fanden die Christen aus Hysams Gemeinde heraus, in welcher schwierigen Lage er steckte und verschafften ihm eine Unterkunft. Der junge Mann braucht unser Gebet.
Die Treffen der christlichen Gemeinde in seinem Ort faszinierten Hysam. Über mehrere Monate hinweg besuchte er jeden Sonntagsgottesdienst. Doch er kam heimlich, da seine Eltern streng muslimisch waren. Aus Angst vor ihrer Reaktion wollte er verhindern, dass sie von seinem Interesse am christlichen Glauben erfuhren.
Während er die Predigten in sich aufsog, lernte Hysam immer mehr über Jesus. Schließlich stand sein Entschluss fest: Er wollte diesem Jesus nachfolgen, mit allem, was dazugehörte – angefangen damit, dass er sich taufen ließ. Die anderen Gehörlosen in der Gemeinde erklärten ihm ausführlich, was es mit der Taufe auf sich hatte. Im November 2025 war es soweit: Hysam ließ sich taufen und zog damit auch äußerlich einen klaren Schlussstrich unter sein bisheriges Leben als Muslim. Als seine Eltern von der Taufe erfuhren, waren sie so wütend auf ihren Sohn, dass sein Vater ihn verprügelte und aus dem Haus warf.
Plötzlich ohne eine Unterkunft, beschloss Hysam auf den Baustellen zu übernachten, wo er tagsüber arbeitete. Den anderen Christen aus seiner Gemeinde teilte er zunächst einmal nichts davon mit und schlief bis auf Weiteres in halbfertigen Gebäuden – ohne Heizung, fließendes Wasser oder jeglichen Komfort. Selbst den Jahreswechsel verbrachte er auf diese Weise allein in der Kälte.
Die harten Bedingungen setzten ihm irgendwann so zu, dass er versuchte nach Hause zurückzukehren. Doch sein Vater blieb bei seiner Haltung und wies seinen Sohn ab. Vor wenigen Tagen erst erfuhren die Leiter der Gehörlosenarbeit seiner Kirche von Hysams Situation und brachten ihn in die Wohnung, die der Kirche als Versammlungsraum diente. Gemeinsam beschlossen die Christen, dass Hysam dort wohnen sollte. Überwältigt von dieser tatkräftigen Fürsorge seiner Glaubensgeschwister, brach er in Tränen aus.
Inzwischen hat Hysam beschlossen, sich um eine Stelle als Kurier zu bemühen. Er ist hochmotiviert und möchte im Rahmen dieser Tätigkeit auch anderen Gehörlosen in seinem Land das Evangelium weitergeben. Unterdessen sehnt er sich nach seiner Familie. Immer wieder nimmt Hysam Kontakt zu seiner Mutter auf, um zu fragen, wie es seinem Vater geht. Aber seine Mutter gibt ihm zu verstehen, dass der seinen Sohn nicht einmal sehen will.
*Name geändert
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