Drei öffentliche Drohbotschaften innerhalb von zehn Tagen verdeutlichen, welche Gefahren den Christen in Syrien drohen. Viele sind verunsichert.
Ein Jahr nach dem großen Umbruch
Am 8. Dezember 2024 endete nach fast 14 Jahren der Bürgerkrieg in Syrien: Die islamistische Miliz HTS übernahm die Macht und löste die jahrzehntelange Herrschaft der Assad- Familie ab. Wie hat sich das Land seit dem Machtwechsel verändert?
Viele Syrer feierten das Ende des Bürgerkriegs und des diktatorischen Regimes von Baschar al-Assad. Unter al-Assad wurde die Bevölkerung durch Polizei und Geheimdienst streng überwacht. Heute dagegen mangelt es an Sicherheitskräften, Kriminalität und Selbstjustiz haben zugenommen. Zugleich wachsen die Spannungen zwischen den ethnischen und religiösen Gruppen, wie das Massaker an den Alawiten im März und Kämpfe zwischen Muslimen und Drusen im Juli gezeigt haben.
Ein Schock für die syrischen Christen war der Anschlag auf die St.-Elias-Kirche in Damaskus am 22. Juni, bei dem 22 Christen getötet und etwa 60 verletzt wurden. Insgesamt wurden im Berichtszeitraum des
Weltverfolgungsindex (WVI) mindestens fünf weitere Christen aufgrund ihres Glaubens getötet, wobei wahrscheinlich nur ein Teil der Fälle erfasst wurde. Im Jahr zuvor hatte es keine Morde an Christen gegeben. Hinzu kommt eine höhere Zahl von Angriffen auf Kirchen sowie die erzwungene Schließung christlicher Schulen. St.-Elias-Kirche in Damaskus nach dem Anschlag am 22. Juni, bei dem 22 Christen
getötet und etwa 60 verletzt wurden. Insgesamt wurden im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex (WVI) mindestens fünf weitere Christen aufgrund ihres Glaubens getötet, wobei wahrscheinlich nur ein Teil der Fälle erfasst wurde. Im Jahr zuvor hatte es keine Morde an Christen gegeben. Hinzu kommt eine höhere Zahl von Angriffen auf Kirchen sowie die erzwungene Schließung christlicher Schulen.
Der islamistische Hintergrund der neuen Machthaber ist bei den Christen Anlass zur Sorge. Die Interimsverfassung legt fest, dass die islamische Rechtsprechung die wichtigste Quelle für die Gesetzgebung ist. Minderheiten werden nicht ausreichend geschützt. Nach Jahrzehnten einer säkularen Diktatur wird der islamische Einfluss nun immer sichtbarer. „Überall scheint ein Scheich die wichtigen Entscheidungen zu treffen, sei es in der Regierung oder an den Kontrollpunkten“, sagten mehrere Kirchenleiter. Auf den Straßen hat sich die Atmosphäre verändert: Zunehmend sieht man Menschen, die sich in ihrem Erscheinungsbild an streng islamische Vorschriften halten; christliche Frauen werden beleidigt; Geistliche angespuckt und beschimpft. Christen berichten, dass ihre Kinder in den Schulen stärker beschimpft und schikaniert werden, sodass einige Eltern ihre Kinder gar nicht mehr zur Schule schicken. Noch immer gibt es große regionale Unterschiede, doch insgesamt hat der gesellschaftliche Druck auf Christen zugenommen. Bitte unterstützen Sie die syrischen Christen durch Ihr Gebet!