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(Open Doors, Kelkheim) – Da steht er nun, bereit, endlich getauft zu werden. Hinter Muhat* liegt ein langer, harter Weg. Seine Entscheidung für Jesus hatte sein Leben buchstäblich auf den Kopf gestellt: Er wurde von seiner Familie verstoßen und aus dem Haus geworfen. Das Schlimmste war, dass sein Vater nicht mehr bereit war, ihn seinen Sohn zu nennen – Muhat war es aus seiner Sicht nicht mehr wert! Das tat sehr weh.
Der Glaube an Jesus bringt unübersehbare Veränderungen
Als Muhat sich für Jesus entschied, konnte er es niemandem in seiner muslimischen Familie erzählen. Sie würden seine Entscheidung niemals akzeptieren. Aufgrund der Kultur von Ehre und Scham gilt die Abwendung vom Islam in Muhats Heimatland in Zentralasien als große Schande und die Familienehre wird schwer gekränkt. Das gilt ganz besonders, dann wenn Muslime zum christlichen Glauben konvertieren. Inmitten dieser Kultur kam Muhat heimlich zum Glauben an Jesus. Nicht, dass er danach gesucht hätte – ein enger Freund von ihm, Zinnat*, war heimlich Christ geworden. Die Veränderung in Zinnats Leben war unübersehbar. Er zeigte Respekt gegenüber Frauen und war stets bereit, Fehler einzugestehen. Er sprach von Vergebung und schien nun eine enge Beziehung zu diesem neuen Gott zu haben. Muhat fühlte sich zu diesem unbekannten Gott hingezogen.
„Es ist doch ganz normal, als Nachfolger Jesu Verfolgung zu erleben“
Zinnat lud ihn zu einem geheimen Treffen mit anderen jungen Christen ein. Dort wurde Muhat klar, dass er sich schon immer nach mehr echten Antworten gesehnt hatte. Viele seiner Lebensfragen waren noch unbeantwortet, und in diesem Raum, unter diesen Christen, spürte er, dass sie das wahre Leben gefunden hatten. Es blieb nicht bei dem einen Besuch; immer wieder zog es Muhat dorthin. Irgendwann stand für ihn fest: Es war Zeit, sich diesem Jesus anzuvertrauen, von dem er hier so viel hörte. Damit begann für Muhat ein neues Leben, aber damit kamen auch große Schwierigkeiten. Es stellte sich heraus, dass viele Christen in seinem Land sowie in ganz Zentralasien wegen ihrer Entscheidung für Jesus verfolgt werden. Muhat fiel auch auf, dass unter den Christen kaum über diese Verfolgungen gesprochen wurde. Zwar hatten sie ein Resilienztraining absolviert, um zu lernen, damit umzugehen. Gleichzeitig herrschte jedoch auch eine gewisse Akzeptanz der Verfolgung. Einer aus seiner Gruppe sagte sogar: „Es ist eine Ehre, verfolgt zu werden, genau wie Jesus. Es ist doch ganz normal, als sein Nachfolger Verfolgung zu erleben!“
Aufgefangen durch andere Christen
Deshalb war Muhat auch auf die Reaktion seiner Familie vorbereitet, als diese herausfand, dass er Christ geworden war. Sein Vater wurde sehr wütend und verstieß Muhat aus dem Elternhaus. Doch Muhat war nicht allein. Seine neue geistliche Familie kümmerte sich um ihn. Mit Hilfe lokaler Partner von Open Doors fand er ein neues Zuhause und sogar eine neue Arbeit. Bei allem Schmerz über die Reaktion seiner geliebten Familie empfand er auch große Dankbarkeit dafür, wie ihm andere Christen geholfen hatten. Und so hatte er sich sehr auf diesen besonderen Tag seiner Taufe gefreut! Sie ist ein Zeichen seines neuen Lebens und seiner Entschlossenheit, seinem Herrn und Vorbild Jesus in allem zu folgen. Er ist bereit – komme, was wolle.
*Name geändert
Lange hat sich Muhat auf den Tag seiner Taufe gefreut. Doch die Freude geht einher mit dem Schmerz, den seine Entscheidung für Jesus mit sich gebracht hat.
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