Persönliche Berichte

Syrien: Christen wollen keine Vergeltung, sondern Sicherheit

Erneuter Gewaltausbruch verstärkt Gefühl der Bedrohung unter der christlichen Minderheit

(Open Doors, Kelkheim) – Zum dritten Mal seit Ende März dieses Jahres kam es zu gewaltsamen Übergriffen in der mehrheitlich von Christen bewohnten Stadt as-Suqaylabiyah. Nach einem Angriff auf ein Geschäft am 3. Oktober waren die beteiligten Männer zunächst aus der Stadt vertrieben worden. Wenige Stunden später kehrte eine unbekannte Gruppe bewaffneter Angreifer zurück und eröffnete das Feuer auf christliche Häuser und Geschäfte.

Beschädigter Kleinbus nach einem Angriff
As-Suqaylabiyah: Beschädigter Kleinbus nach einem Angriff auf die christliche Gemeinschaft im Mai 2026

„Streit als Vorwand für einen organisierten Angriff“

Am Anfang der Geschehnisse stand eine Auseinandersetzung zwischen zwei Männern in einem Nachbardorf. Was als persönlicher Streit begann, eskalierte schnell zu einem koordinierten Angriff mit Waffengewalt. Ein christlicher Ladenbesitzer aus der Gegend hat eine klare Einschätzung zu der Entwicklung: „Wir sind zu der Überzeugung gelangt, dass sie diesen Streit als Vorwand für einen organisierten Angriff genutzt haben.“

Nachdem sich die Lage wieder beruhigt hatte, wiesen zahlreiche Häuser Einschusslöcher und andere Schäden auf; auch das Auto und das Haus des Pastors sowie ein Gemeindezentrum waren betroffen. Vor dem Gemeindezentrum begannen die Angreifer, in die Luft zu schießen und versetzten dadurch die Menschen im Umfeld des Gebäudes in Angst. „Wir hoffen, dass dies das letzte Mal war, aber die Realität zeigt, dass jeder Angriff schlimmer ist als der vorherige“, sagte einer der christlichen Anwohner.

Nach den Gewalttaten wurden zwei Christen sowie eine unbekannte Anzahl von Personen aus dem benachbarten muslimischen Dorf festgenommen, aus dem die Angreifer stammten. Fadi Sankari, ein Pastor aus as-Suqaylabiyah, veröffentlichte in den sozialen Medien kurz darauf mehrere Beiträge. Darin rief er zur Einheit auf und lehnte Racheakte entschieden ab. Gleichzeitig ermutigte er die Christen und erinnerte sie an ihre Rechte als Bürger des Landes: „Niemand hat das Recht, in eure Häuser einzudringen oder eure Sicherheit und Würde zu bedrohen.“

„Keine Einzelfälle, sondern ein systematisches Problem“

Sankari appellierte auch an die Behörden, die volle Verantwortung für den Schutz der Zivilbevölkerung zu übernehmen. Er machte deutlich, dass die christliche Gemeinschaft Sicherheit wünsche und keine Vergeltungsmaßnahmen.

In ähnlicher Weise hatte der Pastor sich bereits vor ein paar Wochen zu Wort gemeldet, nachdem Anfang September in drei Autos und zwölf Häuser eingebrochen worden war. Angesichts regelmäßiger Beteuerungen der Behörden, Minderheiten zu schützen, hatte er gesagt: „Die Menschen wollen keine Versprechungen oder Erklärungen mehr; sie wollen Sicherheit!“ Er fügte hinzu, dass die Bewohner nun mit Angst um ihre Häuser und Kinder schlafen gehen, und wies darauf hin, dass solche Übergriffe keine Einzelfälle mehr seien, sondern ein systemisches Problem.

Immer neue Übergriffe und Drohungen stellen für die in Syrien verbliebenen Christen eine permanente Belastung dar. Hinzu kommt die schwierige wirtschaftliche Lage des Landes.

Bitte beten Sie für die Christen in Syrien

  • Beten Sie, dass Jesus sie und andere Minderheiten vor erneuter Gewalt schützt.
  • Beten Sie um Weisheit für alle Pastoren und Kirchenleiter.
  • Beten Sie dafür, dass die Christen in Syrien immer neuen Mut fassen und im Glauben gestärkt werden.
  • Beten Sie für die Regierung und die Behörden, dass sie Stabilität und Sicherheit im Land gewährleisten und sich für die Christen und andere Minderheiten einsetzen.
  • Beten Sie für die Angreifer, dass Gottes Geist ihre Herzen verändert und sie von der Gewalt ablassen.

 

Vielen Dank für Ihr Gebet

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