Weltverfolgungsindex

Gesichter der Verfolgung

Persönliche Berichte verfolgter Christen

Zahlen haben weder Stimme noch Gesicht. Doch es sind die leidenden Männer, Frauen und Kinder hinter den Zahlen, um die es beim Weltverfolgungsindex eigentlich geht. Einige von ihnen werden im Folgenden vorgestellt. Die Berichte zeigen beispielhaft, was verfolgte Christen erleiden müssen – aber auch, wie Jesus Christus ihnen Trost und Hoffnung gibt. Ihre Geschichten sind verbunden mit der Einladung, ihrem dringlichsten Wunsch nachzukommen: „Bitte betet für uns!“

Portraitfoto von Farida

Farida*: „Du wirst deine Familie nie mehr sehen!“

Iran

Im Ausland hatten Farida und ihr Mann zum christlichen Glauben gefunden und kehrten schließlich in den Iran zurück. Zurück in der Stadt ihrer Kindheit, erzählten sie einigen anderen Menschen von Jesus – und gerieten trotz ihrer Vorsicht in das Visier des Geheimdienstes. Christen muslimischer Herkunft gelten im Iran als Staatsfeinde und werden oft mit jahrelangen Gefängnisstrafen belegt. Eines Tages wurden Farida und ihr Mann verhaftet, ihre Wohnung durchsucht und ihr Besitz beschlagnahmt. Ihr Sohn war zu diesem Zeitpunkt noch keine vier Wochen alt. Farida musste sich schnell entscheiden: Sollte sie ihn mitnehmen oder nicht? Schließlich vertraute sie ihn ihrer Mutter an, bevor sie abgeführt wurde.

„Es war nachmittags gewesen, als sie uns verhaftet hatten und ich glaube, es war gegen Mitternacht, als sie anfingen, uns auszufragen“, erzählt Farida. „Sie verhörten uns stundenlang.“ Als Farida zunächst ausweichend antwortete, legte der vernehmende Beamte einen großen Ordner vor sie hin. „Darauf stand unser Autokennzeichen. Überwachungskameras hatten unsere Standorte aufgezeichnet, überall, wo wir gewesen waren. Er sagte: ‚Ich weiß alles.‘“ Farida kam in eine Einzelzelle. Zwischen den Verhören machte sich Farida Sorgen um ihre Familie, um die anderen Christen – aber vor allem um ihr Baby. Hätte sie es doch mitnehmen sollen? „Sie sagten: ‚Wenn du nicht umkehrst, bist du eine Abtrünnige. Du wirst dein Leben verlieren. Du wirst deine Familie nie mehr sehen. Du wirst deinen Sohn nie mehr sehen.‘“

Nach drei Tagen wurde Farida gegen Kaution freigelassen und konnte wieder zu ihrem Sohn gehen. Doch den ganzen Monat lang wurde sie jeden Tag verhört, sodass sie ihren Sohn nur nachts sehen konnte. „Nachts betrachtete ich meinen Sohn und fragte mich, ob ich ihn morgen wieder sehen würde oder nicht. Was würden sie mit mir machen? Welche Strafe würde ich erhalten? Ich hatte jede Nacht einfach nur Angst.“ Auch Faridas Familie wurde von den Behörden unter Druck gesetzt, ihre abtrünnige Tochter zurück zum Islam zu bringen. Nach drei Monaten wurde schließlich auch Faridas Mann gegen Kaution freigelassen. Drei weitere Monate später konnten Farida und ihr Mann mit ihrem Sohn das Land verlassen. Sie sind über Internet weiterhin mit Christen im Land verbunden, begleiten und ermutigen sie.

Farida* hat ihre Geschichte bei „Gesichter der Verfolgung“ erzählt, einer TV-Sendung von Open Doors. Betroffene Christen berichten hier persönlich davon, wie sie Verfolgung wegen ihres Glaubens an Jesus erlebt haben. Sie erzählen von Angst, Schmerz und Not, aber auch von Gottes Hilfe und Trost.

*Name geändert

 

Anonymisiertes Portraitfoto einer indischen Frau

Dina*: Aus dem Dorf gedrängt

Indien

In einer tiefen persönlichen Krise fand Dina zum Glauben an Jesus Christus. Das änderte ihr Leben von Grund auf. Dina begann, andere Frauen aus ihrem Dorf zu ermutigen, und erzählte ihnen von Jesus. Zweimal pro Woche trafen sich etwa 20 Frauen in ihrer Wohnung, um gemeinsam zu beten. Doch die Treffen blieben nicht unbemerkt: Einige Dorfbewohner wurden misstrauisch und begannen, Dina zu überwachen. Schließlich zeigte eine Gruppe extremistischer Hindus Dina bei der Polizei an unter dem Vorwurf, Frauen zu bekehren. „Als die Polizei kam und mich aufforderte, mit zur Wache zu kommen, war ich schockiert. Die Dorfbewohner standen draußen und schauten zu, aber niemand unterstützte mich“, sagt Dina. Erst nach mehreren Stunden durfte Dina nach Hause, nachdem ihr Pastor sich für sie eingesetzt hatte. Die Gebetstreffen musste sie einstellen. Später beschuldigten dieselben Extremisten Dina, in ihrem kleinen Bekleidungsgeschäft christliche Literatur zu verbreiten. Der Druck wurde so groß, dass sie ihr Geschäft schließen und mit ihren beiden Kindern umziehen musste. Lokale Partner von Open Doors halfen ihr, ein neues Bekleidungsgeschäft zu eröffnen.

*Name geändert

 

Anonymisiertes Portraitfoto eines Ehepaares

Simon* und Maria*: Verprügelt und verhaftet

Laos

Wie es die Tradition vorschreibt, versuchten Simon und Maria, durch Opfergaben die Geister zu besänftigen. Doch 2020 entschied sich das Paar, die animistischen Praktiken aufzugeben, um Jesus nachzufolgen. „Wir haben das gemeinsam beschlossen“, erzählt Maria. Ihre Verwandten reagierten darauf mit Feindseligkeit. Simon erzählt: „Sie sagten: ‚Wenn du Christ wirst, musst du das Dorf verlassen. Du musst zum Animismus zurückkehren oder du kommst ins Gefängnis – oder Schlimmeres.‘“ 2021 wurde Simon zum ersten Mal festgenommen. Sein Vater und sein Bruder begleiteten die Polizisten, die ihn verhafteten. 2023 wurde er erneut verhaftet. „Sie verlangten das Gleiche: Ich sollte entweder meinen Glauben verleugnen oder das Dorf verlassen“, erzählt Simon. „Aber das war beides keine Option für mich. Also haben sie mich wieder ins Gefängnis gebracht.“ Maria wollte die Verhaftung mit ihrem Handy festhalten. Doch ihr Schwager nahm ihr das Handy weg und schlug sie bewusstlos. Die Kinder mussten alles mit ansehen. „Sie haben Angst vor allen, die da waren“, sagt Maria. Nach drei Monaten wurde Simon aus der Haft entlassen. Doch der Familie wurde der Zugang zum Dorf verweigert. Andere Christen haben die junge Familie vorübergehend bei sich aufgenommen.

*Name geändert

 

Symbolbild einer jungen Frau im Portrait

Amira*: „Ich fühlte mich wie ein Tier“

Nordafrika

Amira wuchs in einer streng muslimischen Familie auf. Ihr Vater zwang sie und ihre Familie, strikt nach dem Koran zu leben. Wenn sie den Regeln nicht folgten, wurde Amiras Vater aggressiv und gewalttätig. Die Situation zuhause war extrem angespannt. Bis zu dem Tag, an dem jemand Amiras Vater von Jesus erzählte – und er Christ wurde. Sein Verhalten veränderte sich grundlegend. Doch obwohl Amiras Mutter und ihre Schwestern erleichtert waren, dass die Unterdrückung aufhörte, akzeptierten sie seinen neuen Glauben nicht. Amira hingegen war neugierig und hörte genau zu, als sich die Hauskirche ihres Vaters bei ihnen zuhause traf. So fand auch sie im Alter von 11 Jahren zum Glauben an Jesus, mit 16 ließ sie sich taufen. Weil ihre Mutter und ihre Schwestern nicht wagten, sich gegen Amiras Vater zu wenden, richteten sie ihre Wut gegen Amira: Sie beschimpften sie, schlugen sie und weigerten sich, ihr Essen mit Amira zu teilen. „In meiner Kultur isst man vom selben Teller. Ich fühlte mich wie ein Tier, das allein isst“, erzählt sie. Verzweifelt überlegte Amira sogar, sich das Leben zu nehmen. Lokale Partner von Open Doors nahmen Kontakt mit ihr auf und ermutigten sie. Heute hilft Amira anderen Frauen in ähnlicher Lage.

*Name geändert

 

Zwei Erwachsene sitzen in einem offen Haus in den Wäldern Nepals

Petrus*: „Mein Vater drohte, uns zu töten“

Nepal

Kein Schamane konnte ihm helfen. Jesus konnte. Als Petrus im Juni 2024 auf das Gebet von Christen hin geheilt wurde, obwohl ihm die Schamanen seinen baldigen Tod angekündigt hatten, war er überzeugt davon, dass Jesus Christus der wahre Gott ist. Von seinen Eltern wurde Petrus deshalb unter Druck gesetzt: „Nachdem ich im August 2024 mit meiner Familie von einem Gottesdienst zurückgekommen war, schrie meine Mutter uns an. Mein Vater drohte, uns zu töten, und verprügelte mich.“ Als die Situation eskalierte, floh Petrus mit seiner Frau und ihren beiden Kindern zu seinem Onkel. In derselben Nacht brannte sein Vater Petrus‘ Haus nieder. In den Flammen verlor die Familie alles, was sie besaßen. Petrus war am Boden zerstört. Seinem Vater hat er vergeben – doch dieser ließ bis zu seinem Tod im Juli 2025 nicht davon ab, ihn zur Abwendung vom christlichen Glauben zu drängen. Auch von der erweiterten Familie erfährt Petrus Widerstand wegen seines Glaubens. Trotzdem sind Petrus und seine Familie entschlossen, an Jesus festzuhalten. Lokale Partner von Open Doors halfen Petrus und seiner Familie beim Bau eines neuen Hauses. „Wir sind zutiefst dankbar für die rechtzeitige Unterstützung“, sagt Petrus.

*Name geändert

 

Symbolbild eines bibellesenden jungen Mannes

Guillermo: Ermordet, weil er Gutes tat

Mexiko

Im Drogenkrieg in Mexiko geraten Christen ins Visier der Kartelle, wenn sie sich gegen Drogenhandel aussprechen und Süchtigen helfen – so wie Guillermo Rodríguez Gaxiola. Selbst ehemaliger Drogenabhängiger, gründete er das christliche Reha-Zentrum „Shaddai“ in Culiacán im Bundesstaat Sinaloa. In der Nacht auf den 7. April 2025 stürmten bewaffnete Angreifer das Reha- Zentrum. Sie riefen alle Anwesenden zusammen und fingen an, sie nacheinander zu töten. Insgesamt ermordeten die Angreifer neun Menschen, weitere wurden verletzt. Ein Überlebender sagt: „Wir wollten unser Leben wiederaufbauen, doch alles hat sich in einen Albtraum verwandelt. Wir danken Jesus, dass einige von uns überlebt haben.“ Guillermo selbst wurde noch am selben Tag entführt und wenige Stunden später tot aufgefunden. Sein Körper wies Spuren von Folter auf. Guillermo war bekannt für seinen Einsatz für Drogenabhängige – er hatte nicht nur das Shaddai gegründet, sondern war auch Leiter eines Netzwerks von Reha- Zentren und sprach sich offen gegen Korruption und Drogenhandel aus. Seine Motivation kam aus seinem Glauben an Jesus, der sein Leben verändert hatte: „Ich bin Jesus sehr dankbar, dass er mir eine zweite Chance gegeben hat. Das Leben eines Süchtigen ist ein Leben des Leidens“, hatte Guillermo vor einigen Jahren in einem Interview erklärt.

 

Symbolbild eines jungen Mannes

Adam: Zweimal von Boko Haram entführt

Kamerun

Im April 2022 sahen sich Adam und einige Kollegen bei der Arbeit plötzlich von Kämpfern der islamistischen Miliz Boko Haram umzingelt. Sie nahmen Adam und alle sieben anderen Christen gefangen. Nach tagelangen Fußmärschen kamen sie in einem Lager an. Fünf Wochen lebten die acht Christen dort in Todesangst, bis sich eine Möglichkeit zur Flucht ergab, als die Kämpfer abgelenkt waren. „Jesus hat uns geholfen, sodass wir fliehen konnten“, sagt Adam. Keine zwei Jahre später, am Abend des 1. Januar 2024, kam Boko Haram in sein Dorf. Adam und andere christliche Männer wurden gefesselt. Einige wurden getötet, andere entführt – darunter Adam. Wieder wurde er eingesperrt, diesmal in eine Art Metallkäfig. „Wir beteten ununterbrochen und fragten den Herrn, wann er uns retten würde“, erzählt Adam. Nach sechs Wochen geschah tatsächlich das erbetene Wunder – in Form einer nachlässigen Nachtwache. „Die Wachen legten sich hin und begannen, mit uns zu sprechen … Irgendwann schliefen sie ein.“ Adam und seine Mitgefangenen sahen, dass sie die Tür nicht zugeschlossen hatten, und konnten aus dem Lager fliehen. Wieder bei seiner Familie, kämpfte Adam mit Angst und anderen Folgen der traumatischen Erlebnisse. Durch Partner von Open Doors konnte er erste Schritte zur Überwindung seines Traumas gehen. „Ich wurde zweimal entführt, aber nicht getötet“, sagt er. „Ich weiß nicht, warum es so gekommen ist – aber Gott hat mich zu seiner Ehre am Leben gelassen.“

 

Portraitfoto einer verfolgten Christin.

Shagufta: Zum Tod verurteilt

Pakistan

Im September 2024 wurde die vierzigjährige Christin Shagufta Kiran wegen angeblicher Beleidigung des Islam zum Tod verurteilt. Vier Jahre zuvor hatte ein muslimischer Mann sie beschuldigt, in einer WhatsApp-Gruppe blasphemische Inhalte verbreitet zu haben. Am 29. Juli 2021 wurde sie zusammen mit zweien ihrer vier Kinder (damals 10 und 12 Jahre alt) und ihrem Ehemann verhaftet. Nach kurzer Zeit wurden ihr Mann und ihre Kinder freigelassen, doch sie selbst blieb in Haft. Am 18. September 2024 wurde Shagufta Kiran für schuldig befunden, den Islam und seinen Propheten Mohammed beleidigt zu haben, und gemäß Abschnitt 295-C des pakistanischen Strafgesetzbuchs zum Tod verurteilt. Ihre Familie plant Berufung einzulegen. Derzeit befindet sie sich in Einzelhaft in Rawalpindi. Es ist zu befürchten, dass ihr Leben auch dort ernsthaft bedroht ist. In der Vergangenheit kam es in mehreren Fällen, bei denen Personen wegen Blasphemie angeklagt waren, zu Lynchjustiz. Die Blasphemiegesetze werden in Pakistan häufig missbraucht, um gezielt Menschen zu schädigen. Christen sind Opfer von etwa einem Viertel aller Blasphemievorwürfe, obwohl sie weniger als zwei Prozent der Bevölkerung ausmachen.

Portraitfoto eines verfolgten Ehepaars

Sirajul: Morddrohung an der Haustür

Bangladesch

Am 25. September 2024 kamen einige Männer auf Sirajul zu und luden ihn ein, am islamischen Gebet teilzunehmen. Sirajul, ein Pastor muslimischer Herkunft, lehnte respektvoll ab und machte sich keine weiteren Gedanken über den Vorfall. Am späten Abend des gleichen Tages wurde Sirajul durch lautes Klopfen aus dem Schlaf gerissen. Vor der Haustür standen etwa 30 muslimische Extremisten. „Sie sagten: ‚Wir wollen Sirajul. Er muss mit uns kommen’“, erzählt er. „Warum?“, fragte Sirajul zurück und forderte die Gruppe auf: „Bitte geht weg und stört unsere Nachtruhe nicht weiter.“ Die Männer schimpften, einer schrie: „Wenn du nicht mitkommst, wohin wir wollen, werden wir dich töten, verstanden?“ Längst waren auch Sirajuls Frau und Kinder von dem Lärm erwacht. „Als meine Tochter und mein Sohn hörten, dass der Mann drohte, mich umzubringen, fingen sie an zu weinen“, sagt Sirajul. Die Unruhe veranlasste einige Nachbarn, aus ihren Häusern zu kommen, und die Aufmerksamkeit sorgte dafür, dass sich die Gruppe zerstreute. Doch vorher wiederholte noch einer der Extremisten die Morddrohung gegen Sirajul und fügte hinzu: „Egal wo und egal wann.“ Der Pastor ist sicher: „Sie hätten mich entführt und getötet, wenn die Dorfbewohner nicht dazugekommen wären.“ Ein lokaler Partner von Open Doors ermutigte die Familie, die Polizei zu informieren und um Schutz zu bitten. Die Beamten reagierten umgehend und nahmen Kontakt zu den Extremisten auf. Dies zeigte Wirkung: Einige Tage später besuchten die Angreifer Sirajul erneut und entschuldigten sich. Lokale Partner von Open Doors stehen weiterhin in regelmäßigem Kontakt mit der Familie und sind bereit, sie in Notfällen zu unterstützen.

Portraitfoto

Elmahdi*: Kontaktverbot zu den Kindern

Marokko

Elmahdi lebt in der Millionenstadt Casablanca. Früher war er ein Muslim, der seine Religion sehr ernst nahm. Dennoch fragte er sich, ob er auf dem wahren Weg zu Gott sei. Im Internet lernte er Christen kennen und beschäftigte sich daraufhin mit ihrem Glauben. Vor einigen Jahren wurde er selbst Christ und ließ sich taufen. Seiner Frau erzählte er nichts davon, weil er ahnte, dass ihr Eifer für den Islam zu Konflikten führen würde. Dennoch wurde sie misstrauisch und begann, sein Mobiltelefon zu überwachen. Schließlich fand sie darauf christliche Botschaften und Materialien wie die Bibel. Als sie Elmahdi darauf ansprach, bekannte er sich zu seinem Glauben an Jesus – doch zugleich versicherte er ihr, dass er ihr seinen neuen Glauben nicht aufzwingen wolle. Er liebe sie und sie bleibe die Frau, mit der er sein Leben verbringen wolle. Doch als traditionelle Muslimin war Elmahdis Frau der Überzeugung, sie könne nicht mit einem „Ungläubigen“ zusammenleben. Sie reichte die Scheidung ein. Da Elmahdi sich vom Islam abgewandt hat, erhielt sie das Sorgerecht für die drei Kinder – und zudem wurde Elmahdi verboten, seine Kinder zu sehen. Seit zwei Jahren leidet Elmahdi unter der erzwungenen Trennung von seiner Familie. Doch auch in seinem tiefen Schmerz vertraut Elmahdi weiter auf Jesus Christus. 

*Name geändert

Zensiertes Portrait von verfolgten Christen

Long* und Ha*: Aus dem Dorf vertrieben

Vietnam

Long und seine Frau Ha leben in einem Dorf im Hochland Mittelvietnams. Anfang 2024 lernten die beiden einen Pastor kennen, der in der Region unterwegs war und predigte. Sie entschieden sich, Christen zu werden, und trafen sich regelmäßig mit anderen Gläubigen aus benachbarten Dörfern. Long und Ha gehören dem Volk der H‘re an, einer ethnischen Minderheit. Die H‘re glauben, dass alles – Steine, Pflanzen, Flüsse – beseelt ist. Durch Opfer und andere Rituale wollen sie die Geister gewogen stimmen. Doch Long und Ha konnten diese religiösen Traditionen nicht mit ihrem neuen Glauben an Jesus vereinbaren. Dass sie sich nicht mehr daran beteiligten, verärgerte die anderen Dorfbewohner, weil sie befürchteten, Long und Ha würden so die Gunst der Geister vom Dorf abwenden. Eines Abends im Mai 2024 eskalierte die Situation, als der Dorfälteste mit einigen Polizeibeamten und anderen Autoritätspersonen zum Haus von Long und Ha kam und sie aufforderte, unverzüglich das Dorf zu verlassen. Als das Ehepaar sich weigerte, begann die versammelte Gruppe, das Haus einzureißen. Long und Ha sahen hilflos zu, wie ihr Haus, an dem sie jahrelang gearbeitet hatten, innerhalb kurzer Zeit zerstört wurde. Sie mussten all ihren Besitz zurücklassen und flohen mit ihrem kleinen Sohn noch in der gleichen Nacht aus dem Dorf. Ha war zu diesem Zeitpunkt im achten Monat schwanger. Sie fanden Zuflucht und Hilfe bei Christen in einem anderen Dorf in der Nähe. Lokale Partner von Open Doors versorgten sie mit Lebensmitteln und Kleidung. Dass Christen in ihrer Nähe und weltweit Anteil nehmen, hat Long und Ha ermutigt und zeigt ihnen, dass sie in ihren Schwierigkeiten nicht allein sind. 

*Name geändert

Portraitfoto einer verfolgten Christin von hinten

Martha*: Zwischen Stammesführern und Guerillas

Kolumbien

Martha* gehört einem indigenen Volk im Süden Kolumbiens an. Zugleich ist sie Christin und hat eine Schule für die christlichen Familien ihres Stammes gegründet. Denn in den traditionellen Schulen werden indigene Rituale und religiöse Praktiken durchgeführt, die dem christlichen Glauben entgegenstehen. Doch den Stammesführern missfällt es, dass Menschen aus ihrem Volk die traditionellen Zeremonien aufgeben und Christen werden. „Die indigenen Anführer behaupten, dass unsere Schule gegen unser Erbe verstößt“, sagt Martha. „Sie argumentieren, dass der christliche Glaube eine fremde Ideologie sei und bestehen darauf, dass wir als indigene Völker an Mutter Erde, die Sonne und den Mond glauben müssen. Deshalb verfolgen sie uns.“ Die Stammesführer wollen die Christen zum Einlenken bewegen, indem sie ihnen den Zugang zu medizinischer Versorgung sowie das Ausstellen von Dokumenten verweigern – und nun haben sie sich sogar an die Guerillas gewandt, welche die Region faktisch beherrschen. Schon mehrfach wurde Martha aufgrund der Beschwerden der indigenen Anführer von Guerilla-Kämpfern befragt und bedroht. Die Guerillas mischen sich in verschiedene Bereiche der Gesellschaft ein und dulden keinen Widerspruch; sie haben bereits Hunderte sozial engagierter Persönlichkeiten ermordet, die sich ihnen nicht fügen wollten. Open Doors unterstützt Martha unter anderem mit Schulmaterialien, Fortbildungen und Rechtsbeistand.

*Name geändert

Portraitfoto eines verfolgten Christens

John: „Ich bete mit meinen Tränen“

Burkina Faso

Pastor John besuchte ein Gemeindemitglied außerhalb des Dorfes, als Islamisten sein Dorf überfielen. Sobald John die Schüsse hörte, wollte er zurück. Seine Gastgeber hielten ihn davon ab, sein Motorrad zu besteigen, doch John war so aufgewühlt, dass er sich zu Fuß aufmachte. Als er näher kam, geriet er unter Beschuss und versteckte sich im Buschwerk. Im Morgengrauen machte John sich im Dorf auf die Suche nach Überlebenden. Viele der Christen waren in ein Haus geflüchtet und dort von den Islamisten ermordet worden. Als John eintrat, bot sich ihm ein grauenvoller Anblick. „Ich konnte sie nur an ihrer Kleidung erkennen. Ich schrie und rannte weinend hinaus. Aber ich konnte sie nicht zurücklassen und ging wieder hinein … Während ich versuchte, die Toten zu identifizieren, sah ich einige sehr vertraute Kleidungsstücke. Sie gehörten meinem Sohn. Er war auch ermordet worden.“ Johns Frau Esther und ihre anderen sechs Kinder hatten sich im Busch verstecken können. Gemeinsam mit anderen überlebenden Christen machte sich die Familie auf den Weg zur nächsten Stadt. „Wir kamen mit leeren Händen an“, sagt John. Er hatte allen Besitz verloren – doch viel schlimmer war, dass er seine Hoffnung verloren hatte. Er war immer ein Mann des Gebets gewesen, doch nun konnte er nicht mehr. „Ich konnte nicht beten. Wann immer ich beten wollte, musste ich weinen. Aber dann betete ich mit meinen Tränen.“ Lokale Partner von Open Doors besuchten ihn und halfen ihm seelsorgerlich. „Eure Traumatherapie hat mir neue Hoffnung gegeben, neue Kraft. Ich preise Gott für eure Hilfe“, sagt John. „Ich bin sehr dankbar dafür. Sonst würde es mir sehr schlecht gehen.“

Portraitfoto einer verfolgten Christin

Eva*: Entlassen, geächtet, mit dem Tod bedroht

Türkei

Während ihres Studiums schwand Evas kindlicher Glaube an den Islam. Sie wurde trotzdem Religionslehrerin, ließ ihre Schüler aber nicht wie üblich Koranverse auswendig lernen, sondern versuchte, ihnen ethische Werte zu vermitteln. In der Türkei ist der Islamunterricht auch für nicht muslimische Schüler verpflichtend. So kam es, dass Eva auch eine christliche Schülerin hatte, die ihr einmal die Frage stellte, ob sie denn das Neue Testament gelesen habe. Damit begann Evas Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben, die zu ihrer Entscheidung führte, Christin zu werden. Anders als viele andere ehemalige Musliminnen wurde Eva von ihrem Mann deshalb nicht verfolgt, stattdessen hielt er weiter zu ihr und unterstützte sie. Anfangs hatte sie keine Schwierigkeiten wegen ihres Glaubenswechsels, doch nach zwei Jahren wurde sie aus dem Schuldienst entlassen. Offiziell wurde sie beschuldigt, der oppositionellen Gülen-Bewegung anzugehören. Doch schnell wurde deutlich, dass der eigentliche Grund ihre Hinwendung zum christlichen Glauben war. Eva bewarb sich bei verschiedenen Privatschulen und wurde immer wieder angenommen – nur um dann doch eine Absage mit der Begründung zu erhalten, dass das Bildungsministerium ihre Einstellung untersagt hätte. Eva kam in Untersuchungshaft, wurde beleidigt und verhört. Ihr früheres Umfeld wandte sich von ihr ab, doch ihre Gemeinde unterstützte sie – auch als mitten in dieser schwierigen Situation plötzlich Evas Mann starb und Eva Glaubenszweifel bekam. Nach etwa zwei Jahren wurde Eva zunächst freigesprochen und konnte wieder als Lehrerin arbeiten, doch bereits nach einem Monat folgte die erneute Entlassung. Die staatlichen Medien starteten eine regelrechte Kampagne gegen die »christliche Lehrerin«; es folgten Beleidigungen und Morddrohungen auf Social Media und über Telefonanrufe. Schließlich riet Evas Anwalt ihr dringend, das Land zu verlassen, weil sie in der Türkei nicht sicher sei. Inzwischen lebt Eva mit ihrer Tochter im Ausland.

Eva* hat ihre Geschichte bei „Gesichter der Verfolgung“ erzählt, einer TV-Sendung von Open Doors. Betroffene Christen berichten hier persönlich davon, wie sie Verfolgung wegen ihres Glaubens an Jesus erlebt haben. Sie erzählen von Angst, Schmerz und Not, aber auch von Gottes Hilfe und Trost.

*Name geändert

Pastor Soré* aus Burkina Faso
Portraitfoto von Soré aus Burkina Faso vor einem dunklen Hintergrund.

„Wir wurden zwar vertrieben, aber Jesus wird nie aus unserem Leben vertrieben. Er ist immer bei uns!“

 

*Name geändert

Portraitfoto eines verfolgten Christens

Aadel*: Wurde getötet

Afghanistan

Aadel* war Anfang 30, als er Christ wurde. Seine Leidenschaft für Jesus war so groß, dass er immer wieder anderen von ihm erzählte – auch wenn ein Bekenntnis zum christlichen Glauben in Afghanistan (vor allem für Einheimische) lebensgefährlich ist. Heimlich leitete er bald 15 christliche Gruppen. Einer der Teilnehmer, namens Faireh*, bat Aadel, ihn einmal wöchentlich zu Hause zu besuchen, um mit ihm gemeinsam die Bibel zu studieren und zu beten. Fairehs Bruder war allerdings ein strenggläubiger Muslim, der die Abwendung vom Islam als todeswürdiges Verbrechen betrachtete. Als er herausfand, dass die beiden zusammen in der Bibel lasen, drohte er Aadel mit dem Tod, falls er den Kontakt zu Faireh nicht abbräche. Aadel berichtete Faireh von den Drohungen. Dieser beruhigte ihn: Er konnte sich nicht vorstellen, dass sein Bruder so etwas tun würde. So setzten sie ihre Treffen fort. Aber eines Abends hörte Faireh einen Schuss, kurz nachdem Aadel sein Haus verlassen hatte. Er rannte hinaus und fand Aadel so schwer verwundet vor, dass jede Hilfe zu spät kam. Faireh konnte sich nur noch um seine Beerdigung kümmern. Nach wenigen Tagen erhielt er einen Brief von seinem Bruder, der ihm androhte, ihn ebenfalls zu ermorden, falls er weiterhin an Jesus festhalten würde. Faireh gelang es, mit seiner Familie in ein anderes Land zu fliehen, um Schutz zu finden. 

*Name geändert

Portraitfoto eines verfolgten Christens

Ignacio: Wird unter Druck gesetzt

Mexiko

Pastor Ignacio und seine Ehefrau Trini leben in Puerto Peñasco, weit im Norden Mexikos. Die Stadt ist eine Durchgangsstation für zahlreiche Migranten aus Mittelamerika, die in die USA zu gelangen hoffen. Diesen oft mittellosen, erschöpften und verzweifelten Menschen zu helfen, ist das Herzensanliegen von Pastor Ignacio. In Zusammenarbeit mit Mitgliedern seiner Gemeinde und Hilfsorganisationen versorgt er die Migranten mit lebensnotwendigen Dingen und bietet gleichzeitig seelsorgerliche Unterstützung an. Den kriminellen Banden in der Umgebung ist dieser durch den christlichen Glauben motivierte Dienst ein Dorn im Auge – wollen sie die Migranten doch für ihre eigenen Ziele missbrauchen. Mit der Unterstützung lokaler Behörden forderten sie deshalb von Ignacio zunächst eine horrende Geldsumme als „Gebühr“ für die Fortsetzung seines Dienstes; als er diese nicht bezahlen konnte, brachten sie ihn mithilfe falscher Anschuldigungen für mehr als vier Jahre ins Gefängnis. Seit seiner Entlassung hat Ignacio seine Arbeit zwar fortgesetzt, doch in geringerem Umfang, denn er wird weiterhin schikaniert und bedroht und fürchtet um seine Familie. Mitglieder mehrerer illegaler Organisationen haben ihn ausdrücklich davor gewarnt, weiter das Evangelium zu verkündigen. In aller Bedrängnis suchen Ignacio und seine Familie Zuflucht und Hilfe bei Jesus.

Portrait eines Mannes mit afrikanischem Aussehen und traurigem Gesichtsausdruck

Zachariah: Verlor Frau und Sohn

Nigeria

Zachariah, ein Pastor im nigerianischen Bundesstaat Plateau, war gerade auf dem Rückweg von einer Reise, als er erfuhr, dass sein Dorf von islamischen Extremisten überfallen wurde. Es war in der Nacht vom 15. auf den 16. Mai 2023. „Als ich hörte, was geschah, versuchte ich verschiedene Leute anzurufen, aber ich erreichte niemanden“, erzählt er. Als er am nächsten Morgen beim Dorf ankam, bot sich ihm ein Bild des Grauens. „Auf der Straße traf ich Verletzte an und sah die Leichname der Angriffsopfer. Ich sah abgebrannte Häuser um mich her, darunter mein Haus, das vollkommen niedergebrannt war, mit allem, was sich darin befunden hatte. Ich suchte nach meiner Frau und meinem Sohn, doch ich konnte sie nicht finden. Als ich in allen Zimmern nachgeschaut hatte, trat ich nach draußen und fand ihre leblosen Körper außen bei der Kochstelle. Ich war am Boden zerstört.“ Zachariah war traumatisiert und in seinem Glauben erschüttert. „Ganz ehrlich: Nach diesem Angriff fühlte ich mich, als ob Gott mich verlassen hätte“, sagt Zachariah. Lokale Partner von Open Doors standen ihm und anderen Überlebenden seelsorgerlich zur Seite. Dies half ihm, innerlich wieder mehr zur Ruhe zu kommen. In seinem Schmerz klammert sich Zachariah an Jesus.

Eine verschleierte Frau von der Seite

Kamala* und Peter*: Wurden verprügelt

Indien

Gemeinsam mit ihrem Mann Peter* hielt Kamala* regelmäßig christliche Gebetstreffen ab. Den religiösen Extremisten in ihrem Wohnort in Indien war das ein Dorn im Auge. Eines Tages umzingelten sie das Haus, in dem sich die Christen zum Beten trafen. Der Saal war voller Frauen und Männer und sogar kleine Kinder waren anwesend. Mit Stöcken, Rohren und Eisenstangen bewaffnete Männer drangen in das Haus ein und griffen Kamala, Peter und die anderen Christen an. Peter hatte es noch geschafft, die Polizei zu rufen, und als die Polizisten eintrafen, ließen die Extremisten von den Christen ab. Kamala und Peter waren schwer verletzt; Pastoren aus der Umgebung kamen ihnen zu Hilfe. Es blieb nicht bei dem einen Angriff: Kamala und Peter bekamen immer wieder Morddrohungen und die Polizei unternahm nichts, weil die Extremisten sie beeinflussten. Von Angst erfüllt, wagten die Christen nicht mehr, sich zu treffen. Angesichts der anhaltenden Drohungen sahen sich Kamala und Peter schließlich gezwungen, den Ort zu verlassen. Lokale Partner von Open Doors erfuhren von dem Vorfall und halfen dem Ehepaar beim Neuanfang in einer anderen Stadt. 

*Name geändert

Portraitfoto von verfolgten Christen

Adilya* und Sulim*: Wurden verstoßen

Zentralasien

Sulim* wuchs als Muslim in einem zentralasiatischen Land auf. Vor einigen Jahren wurde er Christ und begann, regelmäßig eine Kirche zu besuchen. Dort lernte er Adilya* kennen. Die beiden heirateten und lebten gemäß der Tradition bei Sulims Eltern. Anfangs hielt das junge Ehepaar seinen christlichen Glauben vor Sulims Eltern geheim. Vor gut einem Jahr fanden diese jedoch heraus, dass sich Sulim und Adilya vom Islam abgewandt hatten. Sulims Vater war darüber sehr zornig. Er erklärte, dass er den christlichen Glauben nicht akzeptieren könne und dass Sulim und Adilya durch ihren Glaubenswechsel Schande über die Familie gebracht hätten. Viele Male schlug er Sulim, um ihn zur Rückkehr zum Islam zu bringen. Eines Abends im Sommer 2023 kam Sulims Vater zu später Stunde betrunken nach Hause. Er verprügelte seinen Sohn und seine Schwiegertochter und warf die beiden schließlich mitten in der Nacht mitsamt ihrem einjährigen Sohn aus dem gemeinsamen Haus. Ein befreundetes Gemeindemitglied nahm die junge Familie bei sich auf.

*Name geändert

Zensiertes Bild eines verfolgten Christen

Pham*: Wurde obdachlos

Laos

Im Februar 2023 entschied sich Pham* aus Laos für ein Leben mit Jesus. Damit rief sie den Zorn ihres Ehemannes Kham* hervor. Als es ihm nicht gelang, sie mit Worten von ihrem neuen Glauben abzubringen, warf er sie aus dem Haus und versagte ihr jeglichen Kontakt zu ihren Kindern. Pham zog in eine winzige Hütte, die ebenfalls der Familie gehörte. Wenig später jedoch wurde sie dort von 30 Dorfbewohnern überfallen, welche alles, was sich in der Hütte befand, nach draußen warfen und die Hütte niederrissen. Pham konnte nur hilflos zusehen, wie die Angreifer vom späten Nachmittag an bis tief in die Nacht hinein wüteten. Als sie schließlich gingen, legte sich Pham erschöpft und verzweifelt draußen auf dem schmutzigen Boden schlafen. Am nächsten Morgen lud sie ein Kirchenleiter ein, übergangsweise im Gemeindegebäude zu wohnen. Einige Zeit später nahm Phams Leben eine überraschende Wendung: Ihr Ehemann Kham wurde ebenfalls Christ. Daraufhin zerstörten aufgebrachte Dorfbewohner auch ihr gemeinsames Haus. Dennoch ist die Last für Pham nun leichter, weil ihr Mann sie mitträgt. Trotz aller Herausforderungen halten die beiden standhaft an Jesus fest.

*Name geändert

Portraitfoto eines verfolgten Christen

Jashim: Wurde von seinen Verwandten fast ermordet

Bangladesch

Jashim stammt aus einer Stadt im Westen von Bangladesch. Am 14. Mai 2022 wurde er dort am helllichten Tag von Familienmitgliedern und Verwandten angegriffen. Aufgebracht darüber, dass Jashim den christlichen Glauben angenommen hatte, forderten sie ihn auf, zum Islam zurückzukehren. Doch Jashim weigerte sich: „Ich habe das Recht, meinen Glauben zu wählen und zu praktizieren. Ihr könnt mich nicht zwingen, das Gleiche zu tun wir ihr. Ich werde meinen Glauben an Jesus nicht aufgeben!“ Seine Weigerung machte die Täter noch wütender. Sie stießen ihn zu Boden und schlugen auf ihn ein. Einige hielten seine Hände und Beine fest, andere versuchten, ihn zu erwürgen. An dem Angriff waren insgesamt 50–60 Personen beteiligt. Da er in aller Öffentlichkeit stattfand, gab es viele neugierige Beobachter des Geschehens. Doch niemand wagte es, sich dem Tumult zu nähern oder gar zu versuchen, Jashim zu helfen. Wie durch ein Wunder gelang es Jashim, den Angreifern zu entkommen. Er flüchtete zum Haus seines Gemeindeleiters und erklärte ihm, was soeben passiert war. Die Christen brachten Jashim sofort in ein Krankenhaus, wo er ärztlich versorgt wurde.

Portraitfoto einer verfolgten Christin

Lorena*: Musste die Ermordung ihres Mannes mitansehen

Mosambik

Seit 2017 führen islamische Extremisten im Norden Mosambiks einen Dschihad gegen Christen. Eines Tages kamen sie auch zu Lorenas* Dorf. „Wir hörten, dass sie kamen. Also verließen wir unser Dorf und flohen auf unsere Felder. Aber unsere Männer waren beim Fischen und wurden gefangen genommen, als sie ans Ufer kamen“, berichtet Lorena. Kurz darauf wurden auch die Geflohenen entdeckt und mit Waffengewalt ins Dorf zurückgebracht. Lorena beschreibt, wie die Angreifer die Männer des Dorfes enthaupteten, während ihre Frauen und Kinder zusehen mussten. Anschließend überließen sie die Überlebenden sich selbst. Lorena floh mit ihren Kindern Richtung Süden, um den Ort der schrecklichen Erinnerungen weit hinter sich zu lassen. Es gelang ihnen, sich in eine größere Stadt durchzuschlagen, wo sie Zuflucht bei Verwandten fanden. Trotz der traumatischen Erfahrungen wirkt Lorenas Glaube an Gott ungebrochen. „Ich vertraue auf niemanden sonst, nur auf Jesus Christus. Denn er hat mich nicht verlassen.“

*Name geändert

Portraitfoto eines verfolgten Christen

Mario: Lebt zwischen Guerillas und Drogenkartellen

Kolumbien

Mario lebt in einer Region im Norden Kolumbiens, in der Drogenkartelle und andere bewaffnete Gruppen wie Guerillas und Paramilitärs um Macht und Einfluss kämpfen. Christen geraten in diesen Konflikten immer wieder zwischen die Fronten; weil sie sich den Aktivitäten dieser Gruppen wie Drogen-, Waffen- und Menschenhandel widersetzen, werden sie auch gezielt verfolgt.

Mario hat seine Geschichte bei „Gesichter der Verfolgung“ erzählt, einer TV-Sendung von Open Doors. Betroffene Christen berichten hier persönlich davon, wie sie Verfolgung wegen ihres Glaubens an Jesus erlebt haben. Sie erzählen von Angst, Schmerz und Not, aber auch von Gottes Hilfe und Trost.
Portraitfoto eines verfolgten Christen

Haile: Ist seit mehr als 20 Jahren in Haft

Eritrea

In den frühen Morgenstunden des 23. Mai 2004 stand die Polizei vor der Tür von Haile Naigzhi. Er wurde verhaftet und nach Wongel Mermera gebracht – eine Haftanstalt, die für ihre schlimmen Haftbedingungen berüchtigt ist. Sein Verbrechen: Er war Pastor einer staatlich nicht anerkannten Kirche. Pastor Naigzhi ist nach zwei Jahrzehnten noch immer in Wongel Mermera. Es wird angenommen, dass er sich in einem schlechten Gesundheitszustand befindet. Seine Frau und seine drei Kinder sind 2013 aus Eritrea geflohen, nachdem sie glaubhafte Informationen erhalten hatten, dass die Regierung auch sie verhaften wollte. „Ich vermisse meinen Mann sehr“, sagte Hailes Frau. Seine Kinder mussten ohne Vater aufwachsen, der jüngste Sohn (inzwischen erwachsen) erinnert sich nicht mehr an eine gemeinsame Zeit als Familie.

Portraitfoto eines verfolgten Christen

Kiro: Überlebte einen Anschlag

Ägypten

Bereits als Kind erfuhr Kiro Diskriminierung aufgrund seines christlichen Glaubens. Mitschüler und Lehrer verhöhnten und schlugen ihn. Während die muslimischen Schüler Pause hatten, musste Kiro mit den anderen christlichen Schülern Reinigungsarbeiten verrichten. Seine Mutter brachte ihm bei, dass es eine Ehre sei, wegen Jesus zu leiden. Als Kiro 20 Jahre alt war, erschütterte ein verheerender Bombenanschlag sein Leben: Islamisten verübten einen Anschlag auf seine Kirche, bei dem etwa 400 Menschen verletzt und 28 getötet wurden. Unter den Todesopfern waren auch Kiros Mutter, seine Tante und eine seiner Schwestern. Die andere Schwester überlebte schwer verletzt. Kiro überlebte äußerlich unverletzt, aber die Erlebnisse des Anschlags, die verzweifelte Suche nach seinen Angehörigen in mehreren Krankenhäusern und schließlich das Identifizieren der Leichname seiner Familienmitglieder traumatisierten ihn tief. „Nachdem ich meine Schwester im Krankenhaus und auch andere Verletzte getröstet hatte, habe ich geschrien, habe ich geweint, habe ich gebetet“, erzählt Kiro. Doch musste er sich weiter um seine verletzte Schwester kümmern und begleitete sie zu ihren insgesamt 33 Operationen. Später erhielt Kiro Morddrohungen von islamischen Extremisten: Die Männer umringten ihn und drohten ihm, er habe sieben Tage Zeit, um zum Islam zu konvertieren – andernfalls würden sie ihn enthaupten. Kiro sah sich gezwungen, aus dem Land zu fliehen. Trotz aller Verfolgung, die Kiro erlebt hat, hält er an Jesus Christus fest und hat den Verfolgern vergeben, die so viel Leid über ihn und seine Familie brachten.

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