Überleben sichern

Überleben sichern

In existentieller Not helfen

Viele Christen in Syrien sind in existentieller Not. Mit syrischen Gemeindeleitern und Pastoren haben wir eine gemeinsame Strategie entwickelt, um auf diese Not zu reagieren.
 

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Schwester Annie

Wo sind die Jobs? Die Menschen haben nichts zu essen. Die Nothilfe darf jetzt nicht aufhören. Das wäre ein großer Fehler.

Schwester Annie

Christen kämpfen ums Überleben

Viele Menschen rechneten damit, dass sich die Lage in Syrien bessern würde, sollten die Kämpfe aufhören. Doch die Not wird nur noch größer. Schätzungen der UN zufolge leben etwa 80 Prozent aller Syrer in extremer Armut.

Einige Städte wie zum Beispiel Aleppo oder Homs wurden im Krieg zu großen Teilen zerstört, mehr als ein Viertel der Bevölkerung sind Flüchtlinge in ihrem eigenen Land – und seit der Militäroffensive der Türkei im Oktober wurden noch mehr Menschen vertrieben. Aufgrund des Währungsverfalls des Syrischen Pfunds sind die Löhne inzwischen viel zu niedrig, um damit den Lebensunterhalt bestreiten zu können. In einer Gemeinde in Aleppo zum Beispiel sind etwa 90 Prozent der Mitglieder auf existentielle Hilfe angewiesen.
 

Große Teile von Aleppo wurden zerstört
Aleppo wurde zu großen Teilen zerstört



Selbst gut ausgebildete Arbeitskräfte in einer Festanstellung verdienen monatlich oft nur um die 50$. Die Lebenshaltungskosten einer vierköpfigen Familie liegen aber bei ungefähr 400$ pro Monat. Familien können sich deshalb manchmal nur ernähren, wenn alle Mitglieder arbeiten gehen. Alte Menschen erhalten keine Rente und müssen mitversorgt werden. Aufgrund der hohen Mieten in vielen Städten teilen sich Eltern, Großeltern und Kinder oft eine viel zu kleine Wohnung. Zu heiraten und eine Familie zu gründen scheint für junge Syrer derzeit undenkbar.

Viele Menschen sind verzweifelt, deprimiert und hoffnungslos. Wer kann, verlässt das Land – auch viele Christen gehen. Gemeinden sind teilweise auf weniger als die Hälfte ihrer Mitglieder zusammengeschrumpft. Wird es bald keine Christen mehr in Syrien geben?

Unser Ziel: Die Gemeinde Jesu darf nicht aus dem Land verschwinden

Überleben sichern

Gemeinden, mit denen wir zusammenarbeiten, verstehen sich als Botschafter der Hoffnung in Jesus inmitten der Dunkelheit. Doch das können sie nur dann sein, wenn ihre Mitglieder bleiben. Unser Ziel ist es, sie durch praktische Hilfe zu unterstützen, damit sie eine Perspektive für ihre Zukunft entwickeln und in Syrien bleiben können.
 

So helfen wir – unsere Projekte

Unsere Hilfe wird über Kirchen und andere Partner vor Ort geleistet. Damit wird die lokale Gemeinde als Botschafter der Hoffnung gestärkt in ihrem Auftrag, Licht in der Dunkelheit zu sein. In Hilfszentren in Kirchen werden jeden Monat rund 3500 Familien in ganz Syrien mit dem Nötigsten versorgt. Und durch 100 Hilfe-zur-Selbsthilfe-Projekte konnten sich Christen eine neue Existenz aufbauen.

 

Nothilfe

In Hilfszentren in Gemeinden bekommen die Bedürftigsten wie Witwen, alte Menschen, Flüchtlinge oder Familien mit kleinen Kindern Lebensmittelpakete und Hygieneprodukte. Oft wird auch medizinische Versorgung angeboten. Über Gemeinden vor Ort helfen wir außerdem mit Mietzuzahlungen oder dem Wiederaufbau von Häusern. Unsere Partnergemeinden in Al-Hasaka versorgen christliche Familien, die nach der Invasion der Türkei aus Kamischli und Ras al-Ain geflohen sind. Angesichts des bevorstehenden Winters und möglicher weiterer Fluchtbewegungen werden derzeit auch „Winterpakete“ und Notunterkünfte vorbereitet.

Projekte zur Existenzsicherung

Wir arbeiten eng mit Gemeinden vor Ort zusammen, um Hilfe-zur-Selbsthilfe-Projekte zu finanzieren, die das Überleben von christlichen Familien sichern und andere Christen ermutigen, zu bleiben und die Hoffnung auf eine Zukunft in Syrien nicht aufzugeben. Seien es die finanziellen Mittel für die Ausstattung einer Bäckerei, die Miete für einen kleinen Laden für Hygieneartikel oder der Kauf eines Taxis – unsere Hilfe richtet sich immer individuell nach den Bedürfnissen, Fähigkeiten und Geschäftsideen der Bewerber, die von unseren Partnern im Prozess der Existenzgründung eng betreut werden. Wenn ihre Geschäfte erste Erfolge erzielt haben, geben sie monatlich einen kleinen Geldbetrag an die Gemeinden zurück, der in neue Projekte fließt.

 
Vartouhi Abajian aus Aleppo 
„Wir Christen können einen Unterschied machen“

Über unsere Partner der Alliance Church in Aleppo halfen wir der Witwe Vartouhi, ihre im Krieg zerstörte Bäckerei wiederaufzubauen, in der sie armenische Speisen verkauft. Vartouhi sieht es als ihren Auftrag, in Syrien zu bleiben. Jeden Morgen betet sie um Weisheit, um ihren Kunden mit Gottes Liebe zu begegnen.

Über unsere Partner der Alliance Church in Aleppo halfen wir der Witwe Vartouhi, ihre im Krieg zerstörte Bäckerei wiederaufzubauen, in der sie armenische Speisen verkauft. Vartouhi sieht es als ihren Auftrag, in Syrien zu bleiben. Jeden Morgen betet sie um Weisheit, um ihren Kunden mit Gottes Liebe zu begegnen.

 
 
George Dali aus Aleppo 
„Ich konnte nach Hause zu meiner Frau und meinen Kindern zurückkehren."

Da er wegen des Kriegs seine Arbeitsstelle verlor, musste der Elektriker George seine Frau und drei Kinder in Aleppo zurücklassen, um im Ausland nach Arbeit zu suchen. Dank eines Projekts der Alliance Church in Aleppo konnte George zurückkehren und eine kleine Reparaturwerkstatt für elektrische Geräte eröffnen.

Da er wegen des Kriegs seine Arbeitsstelle verlor, musste der Elektriker George seine Frau und drei Kinder in Aleppo zurücklassen, um im Ausland nach Arbeit zu suchen. Dank eines Projekts der Alliance Church in Aleppo konnte George zurückkehren und eine kleine Reparaturwerkstatt für elektrische Geräte eröffnen.

 
 
Nidal Abo aus Aleppo 
„Das Einkommen reicht jetzt für den ganzen Monat.“

Sein Einkommen als Beamter reicht nicht einmal für die Hälfte des Monats für Nidal, seine Frau und seine zwei Kinder. Über unsere Partner in der Syrisch-Orthodoxen Kirche in Aleppo halfen wir ihm, ein Taxi zu kaufen. Dank des zusätzlichen Einkommens als Taxifahrer kann Nidal seine Familie nun ernähren.

Sein Einkommen als Beamter reicht nicht einmal für die Hälfte des Monats für Nidal, seine Frau und seine zwei Kinder. Über unsere Partner in der Syrisch-Orthodoxen Kirche in Aleppo halfen wir ihm, ein Taxi zu kaufen. Dank des zusätzlichen Einkommens als Taxifahrer kann Nidal seine Familie nun ernähren.

 
 
Mitarbeiter des Shepherd Center 
„Jeden Tag müssen wir Menschen abweisen, die an unsere Tür klopfen.“

Das Shepherd Center, das Hilfszentrum der Alliance Church in Aleppo, hilft seit 2012 den Allerbedürftigsten mit Lebensmitteln und Hygieneprodukten – Christen ebenso wie Muslimen. Doch das Budget reicht lange nicht aus, um die Not abzudecken. Mitarbeiter müssen täglich bedürftige Menschen abweisen.

Das Shepherd Center, das Hilfszentrum der Alliance Church in Aleppo, hilft seit 2012 den Allerbedürftigsten mit Lebensmitteln und Hygieneprodukten – Christen ebenso wie Muslimen. Doch das Budget reicht lange nicht aus, um die Not abzudecken.

Ausblick: Hilfe ausweiten

Um das Überleben der Christen in Syrien zu sichern, ist dringende Hilfe notwendig. Doch der Bedarf ist viel größer als die Mittel: Das Shepherd Center der Alliance Church in Aleppo beispielsweise kann wegen rückläufiger Finanzen monatlich nur noch 850 der ursprünglich 2200 Familien mit dem Nötigsten zum Überleben versorgen.

Auch die Projekte zur Existenzsicherung, die wir bisher mit großem Erfolg durchführen konnten, decken den Bedarf noch lange nicht ab. Gemeinden haben lange Wartelisten mit Bewerbern für neue Projekte. Und nicht jeder hat das Selbstbewusstsein für ein eigenes Geschäft. Pastor Abdallah aus Aleppo sagt dazu:

„Wir müssen auch an diejenigen denken, für die ein solches Projekt nicht in Frage kommt. Für sie sollten wir Betriebe gründen, wo sie für einen anständigen Lohn arbeiten können.“

 

Aktuelles von unseren Projekten

Jinas Mann wurde vor sechs Jahren von Islamisten entführt. In der Alliance Church in Aleppo bekommen sie und ihr Sohn Abraham Unterstützung – durch Lebensmittel, aber auch geistlich.
Länderberichte

Syrien: Überleben sichern

04:52 Minuten
Syrien

Markus Rode ist in Syrien unterwegs: Die wirtschaftliche Lage der Christen ist nach dem Krieg katastrophal. Aber die Kirchen im Land sehen Hoffnung. Sie starten zahlreiche Hilfsprojekte. So helfen sie den syrischen Christen, sich eine neue Existenz in der Heimat aufzubauen.

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