Persönliche Berichte Persönliche Berichte

Ägypten: Christen nach tödlichem Anschlag erschüttert, aber nicht hoffnungslos

Christen fühlen Trauer und Schmerz / Erinnerungen an vergangene Angriffe

(Open Doors, Kelkheim) – „Ich hatte die Hoffnung und betete, dass zumindest 2018 ohne größere tödliche Angriffe auf friedliche Christen in Ägypten vergehen würde. Doch es ist anders gekommen.“ So reagierte ein ägyptischer Blogger auf die Nachricht vom jüngsten Anschlag auf Christen vom 2. November, bei dem mindestens sieben Christen ums Leben kamen. Bewaffnete hatten in der Provinz Minya (Oberägypten) zwei Reisebusse mit Christen angegriffen, die auf dem Rückweg von einem Besuch beim nahegelegenen Kloster St. Samuel waren.
 

Ägyptische Christin
Bild: Eine Überlebende des Anschlags vom Mai 2017 – sie hat in Jesus wieder Trost und Hoffnung gefunden.

Tatort bereits zum zweiten Mal Schauplatz eines Anschlags

Während der größere Bus dem Hinterhalt entfliehen konnte, stoppten die Angreifer den zweiten und töteten sieben Christen, darunter zwei Jugendliche. Besonders erschüttert zeigten sich lokale Christen angesichts der Tatsache, dass an genau derselben Stelle im Mai 2017 bereits ein ähnlicher Anschlag stattgefunden hatte. Damals starben mindestens 28 Christen. Die Beerdigung fand am 3. November in der St.-Tadros-Kirche statt, die 2013 von aufgebrachten Anhängern der Muslimbruderschaft vollständig niedergebrannt worden war. Der für die Provinz Minya zuständige Bischof Makarius beschrieb die Gefühlslage der Christen: „Es herrscht eine Mischung aus Traurigkeit und Schmerz […], weil sich diese schmerzhaften Ereignisse wiederholen.“ Unterdessen hat das ägyptische Militär eigenen Angaben zufolge 19 islamistische Kämpfer getötet, die mutmaßlich für die Tat verantwortlich waren. Präsident Al-Sisi hat dem koptischen Papst Tawadros II. telefonisch kondoliert.

Christen stellen Fragen angesichts der Tat

„Was wollen diese Terroristen?“ fragte der 23-jährige Christ Michel, der bei dem Angriff einen Nachbarn verlor, wie die BBC berichtete. „Soll ich eine Waffe bei mir tragen, wenn ich zum Beten gehe oder wenn ich zu Hause bin? Immerhin könnte ich sterben, wenn ich in die Kirche gehe?“ Auch Emad Nasif, Diakon in einer Kirche in Minya, hat Fragen: „Warum wurden sie nicht geschützt?“, sagt er. „Die Sicherheit der christlichen Minderheit scheint vielen gleichgültig zu sein.“

Eine andere Perspektive gibt Hanaa Youssef Mikhael wieder, die ihren Mann Ayad Habib Tawadrosin bei dem Minya-Busangriff im Mai 2018 verloren hat: „Der Himmel hat eine weitere Gruppe von Märtyrern aufgenommen“.

Bitte beten Sie für die Christen in Ägypten:

(die Anliegen stammen von einem ägyptischen Christen)

  • Möge der Herr die Herzen derer trösten, die ein Kind, eine Mutter, einen Vater bei dem Angriff verloren haben.
  • Möge der Herr den Angreifern gnädig sein, deren Herzen und Verstand vom Hass auf die Christen erfüllt sind.
  • Möge der Herr die Gemeinde stärken, damit sie weiterhin an der Seite der Verletzten und Verwundeten steht und die Liebe und Vergebung von Christus auch weiterhin verbreitet wird.
  • Möge der Herr Ägypten gnädig sein.

 

Meldung als PDF

Alle Felder müssen ausgefüllt werden. Die E-Mail wird über Ihr E-Mail-Programm verschickt.