Pressemeldungen

Anschlag auf Kirche in Makassar am Palmsonntag

Christen in Indonesiens Süd-Sulawesi traumatisiert

(Kelkheim) – Am Sonntag, 28. März, haben Islamisten einen Bombenanschlag auf die Kathedrale von Makassar in Süd-Sulawesi verübt. Zwei Attentäter versuchten kurz nach Beendigung des Palmsonntag-Gottesdienstes in das Gebäude einzudringen, konnten jedoch aufgehalten werden. Bei der daraufhin ausgelösten Explosion wurden etwa 20 Christen teils schwer verletzt. Das Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors erfuhr von einheimischen Christen, dass sie mit Blick auf die nahenden Osterfeiertage besorgt sind, und ruft zum Gebet für die Verwundeten und ihre Familien sowie für die Christen in der Region auf.

ein lokaler Kontakt von Open Doors befragt den Priester Wilhelmus Tulak von der Kathedrale in Makassar nach dem Anschlag
Ein lokaler Kontakt von Open Doors befragt den Priester Wilhelmus Tulak von der Kathedrale in Makassar nach dem Anschlag (Herunterladen: Foto in höherer Auflösung)

Angriffe auf Christen keine Seltenheit

Novi Darmawan (Name aus Sicherheitsgründen geändert), eine lokale Kontaktperson von Open Doors, berichtete: „Dieser Anschlag hat ein Gefühl der Unsicherheit unter den Christen verursacht, besonders im Vorfeld des Karfreitags- und Osterfestes. Die Gläubigen sind immer noch traumatisiert, denn es gab ähnliche Vorfälle in der Vergangenheit.“ Laut Pastor Wilhemus, einem der Priester der Kathedrale, habe es zuvor keine Warnung seitens der Behörden gegeben. Die Region Süd-Sulawesi ist überwiegend von Muslimen bewohnt, während im Norden Christen in der Mehrheit sind. Die beiden Täter, ein Mann und vermutlich eine Frau, gehören Angaben der Polizei zufolge zum islamistischen Netzwerk von Jamaah Ansharut Daulah (JAD). Inzwischen wurden mehrere Personen festgenommen.

 

Die wachsende Verbreitung islamistischer Ideologie ist Ursache dafür, dass es seit Jahren immer wieder zu Angriffen auf Christen kommt. Es ist nur vier Monate her, als am 27. November 2020 vier Christen in einem abgelegenen Dorf in Sigi, Zentral-Sulawesi grausam ermordet wurden; auch mehrere ihrer Gebäude wurden zerstört. Besonders betroffen ist die Provinz Aceh, wo der islamische Extremismus starken Zulauf hat; sie ist der einzige Landesteil, in dem offiziell das islamische Recht (Scharia) gilt. Dort wurden in den letzten Jahren mehrere Kirchen zerstört. Im Jahr 2015 waren Tausende von Menschen wegen der Gewalt gegen Christen und ihre Kirchen in die benachbarte Provinz Nordsumatra geflohen.

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