Für den Gemeindebrief

Bangladesch: Im eigenen Haus nicht sicher

(Open Doors, Kelkheim) – Im Südwesten Bangladeschs werden Mothy und seine Familie von einem Nachbarn bedroht. Der fordert von Mothy, sein Haus abzureißen und an anderer Stelle neu zu errichten, um für sich selbst eine Zufahrt bauen zu können. Bedrohlich ist die Forderung vor allem deshalb, weil Mothy und seine Familie Christen sind und der Nachbar in engem Kontakt zu einem einflussreichen Lokalpolitiker steht – beide Angehörige der muslimischen Mehrheit (knapp 90 % der Bevölkerung sind Muslime, nur etwa 0,5 % sind Christen).

Einige Häuser aus Wellblech mit einem kleinen Garten im Grünen
Sein Haus abzureißen, kommt für Mothy nicht in Frage (Symbolbild)

Eine unerfüllbare Forderung

Mothy hat für sich und seiner Familie vor etwa zehn Jahren ein Haus auf seinem eigenen Grundstück gebaut. Vor kurzer Zeit kaufte ein Muslim ein benachbartes Grundstück, das allerdings keine direkte Verbindung zur Hauptstraße hat. Nun fordert er einen zusätzlichen Teil von Mothys Grundstück, um darauf eine Zufahrtsstraße zu bauen.

Für eine solche Straße fehlt jedoch der Platz – es sei denn, Mothy würde sein eigenes Haus abreißen. Genau dazu will der muslimische Nachbar ihn mit Hilfe seiner politischen Verbindungen zwingen. Selbst wenn Mothy wollte: Einen Neubau seines Hauses könnte er sich als Tagelöhner niemals leisten. Doch um den Frieden zu wahren, bot er dem Nachbarn eine alternative Lösung für die Straße an und war sogar bereit, dafür an anderer Stelle Land zur Verfügung zu stellen.

Einfluss islamistischer Gruppen wächst – „und das sind die Folgen“

Doch am 4. April 2026 kamen der Nachbar in Begleitung des muslimischen Politikers und einiger Gefolgsleute zu Mothys Haus und rissen einen Teil der Mauer ein. Da Mothy selbst nicht zu Hause war, stellten einige Nachbarn sich den Angreifern entgegen und sagten ihm Bescheid.

Mothy erstattete Anzeige gegen die Angreifer bei der Polizei. Auf deren Rat hin wandte er sich jedoch zunächst an die Ältesten seines Dorfes. Einer von ihnen setzte sich besonders für Mothy ein und bemühte sich um ein Treffen mit dem Politiker. Doch der reagierte darauf mit einer direkten Drohung gegen den Sohn des Ältesten, Safan*, der die christliche Gemeinde vor Ort leitet: Man werde auch sein Haus zerstören, sollte sein Vater Mothy weiterhin helfen.

Safan war nicht überrascht: „Seit August 2024 hat der Einfluss lokaler islamistischer Gruppen zugenommen, und das sind die Folgen. Dies ist nicht der einzige Vorfall. Kurz vor der Wahl [im vergangenen Februar] haben sie auch das Land eines anderen Christen beschlagnahmt, und nun ist diese Familie obdachlos.“ Safan bittet: „Betet für die Christen in dieser Region! Möge Gott uns und unser Land in dieser Situation beschützen.“

Mothy selbst sagt: „Bitte betet für unsere Sicherheit. Möge der Heilige Geist uns in den Gesprächen helfen, damit alles geklärt wird und wir in Frieden leben und das erhalten können, was uns rechtmäßig zusteht.“

*Name geändert

 

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