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(Open Doors, Kelkheim) – Verachtet, zurückgewiesen und einsam. So fühlte sich Abdul*, bevor er in seiner Verzweiflung zu Gott schrie. Und Gott antwortete ihm auf ungewöhnliche Weise. Der Schafhirte lebt in einem muslimischen Teil Nordchinas und ist der einzige Christ in seinem Dorf.
Abdul kam vor zehn Jahren während einer Geschäftsreise zum Glauben an Jesus. Die Reaktion aus seinem muslimischen Dorf erfolgte sofort. Bis heute ist Abdul regelmäßig verbalen Angriffen ausgesetzt, alle seine Freunde haben sich von ihm abgewendet. Auch seine eigenen Verwandten ignorieren ihn. „Das ist der Preis, den man für die Nachfolge Jesu in Nordchina bezahlt“, sagt Abdul. „Die Dorfbewohner hier sind ‚als Muslime geboren‘ […]. Ihre Koranlehrer sagen ihnen, sie seien die Auserwählten, und um gute Muslime zu sein, müssten sie Gott fürchten, täglich die fünf rituellen Gebete (Salat) beten, kein Schweinefleisch essen und sich vom Alkohol fernhalten. Das ist alles.“ Weil die Abkehr vom Islam als Angriff auf ihre religiösen Traditionen gilt, fühlen sie sich verpflichtet, sich dagegen zu wehren. Bei einer Gelegenheit führte eine Gruppe junger Männer einen Überraschungsangriff auf Abduls Schafherde durch. Sie rannten auf die Tiere zu und trieben sie den Abhang hinunter. Dabei beschimpften sie Abdul als „Ketzer“ und liefen anschließend davon. Dies war kein Einzelfall. „Man könnte sagen, ich bin daran gewöhnt“, sagt Abdul. „Auch wenn sie mich nicht mehr so oft angreifen wie früher.“ Obwohl Abdul die jahrelangen Anfeindungen von außen betrachtet gut überstand, hinterließen sie doch in seinem Inneren tiefe Spuren – bis er eines Tages völlig verzweifelt war. Er berichtet, was dann geschah:
„Ich hatte genug. Ich fühlte mich so einsam und verzweifelt, dass ich beschloss, drei Tage lang zu fasten und zu Gott zu rufen. Immer wieder fragte ich ihn, ob er wirklich da ist, und flehte ihn an, sich mir zu zeigen. Am zweiten Tag, sobald ich mit dem Beten fertig war, kam ein Windstoß aus dem Nichts und wirbelte um mich herum. Der Wind war warm und tröstlich. Es war, als ob mein himmlischer Vater mich in seine Liebe einhüllen würde. Ich konnte seine Gegenwart förmlich spüren. Und dann war der Wind plötzlich weg. Es ist schwer zu erklären, aber diese eine Heimsuchung der Gegenwart Gottes reichte aus, um mich durch die nächsten zwei Jahre zu bringen. Sobald der Wind an diesem Tag nachließ, war ich so voller Freude, dass ich nicht aufhören konnte zu lachen und zu singen!“
Vor Kurzem besuchte unser Mitarbeiter Chris* Abdul und erfuhr von dessen besonderer Begegnung mit Gott. Abdul war hocherfreut über den Besuch und betonte, wie willkommen ihm Besucher seien. Beim Abschied ließ eine Bemerkung Abduls erahnen, warum dies so ist: Gott habe ihm zwar neue Kraft und Freude geschenkt, es sei aber immer noch einsam, der einzige Christ in seinem Dorf zu sein.
Zwischen den Millionen Muslimen in China gibt es viele Christen wie Abdul, die sich nach Gemeinschaft und Ermutigung sehnen. Lassen wir sie nicht allein.
* Namen geändert
Länderprofil
Weltverfolgungsindex 2026: Platz 17. Im Länderprofil lesen Sie, warum und auf welche Weise Christen in China verfolgt werden und wie sich das konkret in ihrem Leben äußert.
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