Meldungen zu China
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(Open Doors, Kelkheim) – Die umfassenden Kontrollmaßnahmen der kommunistischen Partei Chinas beunruhigen derzeit viele Beobachter. Menschenrechte und Religionsfreiheit werden im „Reich der Mitte“ dramatisch eingeschränkt. Wie stark die Christen davon betroffen sind, zeigt auch der neue Weltverfolgungsindex. Doch die Christin An* hat sogar von der Entwicklung profitiert.
Die Volksgruppe der Uiguren lebt im Nordwesten Chinas, fast alle ihre Angehörigen sind Muslime. Das harte Vorgehen der chinesischen Regierung gegen die Religion betrifft sie stark. So wurden seit 2017 im Rahmen eines Programms zur „Deradikalisierung“ des Islam in China mindestens eine Million Uiguren in Umerziehungs-Internierungslager geschickt, um sozialistische Grundwerte zu verinnerlichen. Doch unter den Uiguren leben auch einige Christen, die wegen ihrer Abkehr vom Islam noch zusätzliche Schwierigkeiten haben: Einerseits werden sie von den Behörden überwacht und kontrolliert, andererseits aber auch von ihren eigenen muslimischen Familien verfolgt.
Zu ihnen zählt auch An, die nach ihrem Glaubenswechsel von ihrem Vater geschlagen wurde und danach lange unter verbalen und emotionalen Misshandlungen vonseiten ihrer Angehörigen zu leiden hatte. Dennoch hielt sie an ihrem neuen Glauben fest und entschied sich, trotz deren Wut und Drohungen weiterhin im Haus der Familie zu leben. Doch vor 18 Monaten begann die Regierung, ihre Kampagne zur Ausrottung des „islamischen Extremismus“ mit einer solchen Aggressivität umzusetzen, dass viele Muslime aus Angst vor Verhaftungen keine sichtbaren islamischen Aktivitäten mehr durchführen. Auch Ans Vater bekam Angst, es könnte sich herumsprechen, wenn er seine Tochter schlecht behandelte, weil sie nicht dem Islam und den Familientraditionen folgte. Dies hätte fraglos als „Extremismus“ ausgelegt werden können. Zum ersten Mal seit langer Zeit herrschte wieder Ruhe im Haus. An konnte mit Hilfe von Open Doors Kontakt zu einer chinesischen Gemeinde aufnehmen, die sie nun ermutigt und ihr auch praktisch hilft – für An eine enorme Erleichterung.
Ans Erfahrung darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die aggressiven Maßnahmen Pekings zur absoluten Kontrolle alles religiösen Lebens auch die meisten Christen Chinas in ihrem Glaubensleben nachhaltig beeinträchtigen. Allein im vergangenen Jahr wurden über 5.000 Kirchen von der Regierung beschädigt, geschlossen oder zerstört. Die Verbreitung von Bibeln über das Internet ist verboten, Gottesdienste werden mit oft hohem technischem Aufwand überwacht. Kindern und Jugendlichen wird nicht nur der Zugang zu Kirchen verwehrt, auch in den Schulen wird auf Christen großer Druck ausgeübt, ihren Glauben aufzugeben.
Auf dem Weltverfolgungsindex ist China im Jahresvergleich um vier Plätze vorgerückt und steht aktuell an 23. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.
*Name geändert
Quelle: Open Doors
Länderprofil
Weltverfolgungsindex 2026: Platz 17. Im Länderprofil lesen Sie, warum und auf welche Weise Christen in China verfolgt werden und wie sich das konkret in ihrem Leben äußert.
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