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China: Erneute Razzia in Hauskirche

Gottesdienstbesucher verhört, zwei Leiter festgenommen

(Open Doors, Kelkheim) – Am 14. Juni 2026 stürmten Dutzende bewaffnete Polizisten den Sonntagsgottesdienst der Early Rain Covenant Church im südwestchinesischen Jiangyou (Provinz Sichuan). Die Beamten stoppten die Versammlung gegen 11 Uhr, nahmen mehrere Besucher fest und führten Verhöre durch. In der Vergangenheit war die Gemeinde bereits mehrfach Ziel von Polizeirazzien.

Mit Hilfe von Sondereinheiten stürmte die Polizei die Hauskirche mitten im Gottesdienst (nachgestellte Szene)
Mit Hilfe von Sondereinheiten stürmte die Polizei die Hauskirche mitten im Gottesdienst (nachgestellte Szene)

Sondereinsatzkommandos umzingelten friedliche Gottesdienstfeier

Nach Auskunft von Vertretern der Gemeinde nahmen die Polizisten zunächst mehr als 30 Gottesdienstbesucher mit auf das örtliche Revier, um sie zu befragen; unter ihnen waren auch Kinder. Die Übrigen wurden am Versammlungsort festgehalten, wo die Beamten ihre Personalien erfassten und Verhöre durchführten. Dabei verlangten sie von den Christen, eine Verpflichtungserklärung zu unterschreiben, ohne dass diese den Inhalt einsehen durften; die meisten verweigerten ihre Unterschrift. Erst am späten Abend wurden die Verhörten wieder entlassen.

Vor dem Zugriff umstellten Sondereinheiten der Polizei das Gebäude und unterstützten die regulären Sicherheitskräfte. Die Christen ließen sich jedoch nicht einschüchtern: „Während des gesamten Vorgangs sangen sie Hymnen und beteten“, erklärt die Gemeinde in einer Stellungnahme.

Zwei Gemeindeleiter wurden ohne offizielle Anklage für zwei Wochen inhaftiert. Menschenrechtsorganisationen verurteilen das Vorgehen der Polizei: „Die chinesischen Behörden müssen die beiden inhaftierten Leiter unverzüglich freilassen, die Razzien gegen alle Religionsgruppen im Land beenden und das Recht jedes Einzelnen auf Religionsfreiheit wahren. Niemand sollte allein aufgrund seines Glaubens inhaftiert werden“, so Amnesty International.

Vielfältige Schikanen gegen Gemeindemitglieder

Die im Jahr 2008 gegründete Early Rain Covenant Church ist schon länger im Visier der Polizei.

Caleb*, ein lokaler Partner von Open Doors, erläutert: „Die Versammlungen der Early Rain Covenant Church wurden schon mehrfach gestürmt, da die Kirche seit 2019 die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich gezogen hat.“

Dabei kam es auch immer wieder zu Festnahmen und sogar jahrelangen Haftstrafen. Im Dezember 2018 wurde der leitende Pastor Wang Yi festgenommen und ein Jahr später zu neun Jahren Haft verurteilt. Viele Gemeindemitglieder haben nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren ihre Arbeitsplätze verloren, wurden aus ihren Wohnungen vertrieben oder ihre Bankkonten wurden eingefroren.

Viele Hauskirchen auf dem Radar der Behörden

Von diesen Schikanen ist nicht nur die prominente Early Rain Covenant Church betroffen, wie Caleb fortführt: „In den letzten Jahren haben die Behörden die Überwachung aller nicht registrierten Hauskirchen im ganzen Land verschärft. Sie werden von der Regierung als illegal eingestuft. Manche befinden sich in ländlichen Gegenden, andere in Städten; manche sind große Gemeinden, andere kleine. Einige Christen wurden festgenommen und verurteilt, andere verstecken sich einfach.“

Die Kommunistische Partei Chinas will damit die Christen unter Druck setzen, sich nur staatlich anerkannten Kirchen anzuschließen, die unter der Kontrolle der Partei stehen.

Auf dem Weltverfolgungsindex 2026 steht China an 17. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

*Name geändert

Quelle: Amnesty International, Early Rain Covenant Church, Open Doors

Bitte beten Sie für Christen in China:

  • Beten Sie für die Gottesdienstbesucher der gestürmten Early Rain Covenant Church, dass sie sich vom Schock der Razzia erholen. Beten Sie besonders für die Kinder.
  • Beten Sie für die festgenommenen Gemeindeleiter: dass Jesus ihnen Kraft schenkt, auch in der Haft mutig ihren Glauben zu bezeugen, und dass sie bald wieder freikommen.
  • Danken Sie Jesus dafür, dass die Gemeinde ihn sogar während der Razzia noch mutig angebetet hat. Beten Sie für alle Gemeinden in ähnlicher Lage, dass sie sich nicht einschüchtern lassen, sondern ihren Glauben weiter unbeirrt ausleben.
  • Beten Sie für die Behörden in China und besonders für Präsident Xi Jinping, dass sie Jesus als Retter und Erlöser erkennen.

 

Vielen Dank für Ihr Gebet

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