Persönliche Berichte

China/Nordkorea: Christin bei Überfall getötet

Kim Jong Un warnt vor drohender Nahrungsmittelknappheit in seinem Land

(Open Doors, Kelkheim) – Die nordkoreanische Christin Gui Pum* ist in China gewaltsam ums Leben gekommen. Sie war Mitglied einer Gruppe nordkoreanischer Christinnen, die sich regelmäßig heimlich treffen, um in der Bibel zu lesen. Unterdessen hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ungewöhnlich offen von einer drohenden Nahrungsmittelknappheit gesprochen. Die als „Staatsfeinde“ eingestuften Christen in den Arbeitslagern dürften zu den Hauptleidtragenden gehören.

Geflohene Nordkoreanerinnen lesen gemeinsam die Bibel (Symbolbild)
Geflohene Nordkoreanerinnen lesen gemeinsam die Bibel (Symbolbild)

Gemeinschaft und Bibelstudium als Kraftquelle

Fernab der großen Städte treffen sich in China nordkoreanische Christinnen, die aus ihrem Land geflohen und dann in die Fänge von Schlepperbanden geraten sind. Häufig werden solche Frauen an chinesische Bauern verkauft und zur Ehe gezwungen. Als illegale Immigrantinnen haben sie keine Rechte: Bei ihrer Entdeckung droht ihnen die Abschiebung nach Nordkorea, wo Lagerhaft und Folter auf sie warten. Der Glaube an Jesus Christus und der Austausch mit anderen Christinnen aus ihrer Heimat bieten ihnen den Trost und die Stärke, die sie für ihren harten Alltag so dringend brauchen. Sie treffen sich regelmäßig, alle ein bis zwei Wochen, um gemeinsam zu essen und die Bibel zu studieren.

Eine von ihnen war Gui Pum. Vor Kurzem drang eine fremde Person in ihr Wohnhaus ein und verwickelte sie in eine tätliche Auseinandersetzung, bei der sie ums Leben kam. Nähere Einzelheiten zu ihrem Tod können wir aus Sicherheitsgründen leider nicht mitteilen. Gui Pums Freundinnen erinnern sich daran, wie ängstlich und vorsichtig sie anfänglich bei den gemeinsamen Treffen gewesen war. Mit der Zeit hatte sie sich aber immer mehr geöffnet, bis sie irgendwann auch unbeschwert lachen konnte. Um an den geheimen Treffpunkt zu gelangen, musste sie jedes Mal eine weite Reise auf sich nehmen. Dazu kam der Widerstand ihres chinesischen Ehemanns, dem der Glaube und die „Ausflüge“ seiner Frau ein Dorn im Auge waren. Doch weder diese Dinge noch die chronischen Erkrankungen, unter denen sie litt, konnten Gui Pum davon abhalten, Zeit mit ihren Glaubensschwestern zu verbringen. Gui Pums Tod war für die Mitglieder ihres Bibeltreffs ein schwerer Schlag. Sie haben nicht nur ihre geliebte Schwester verloren, der Vorfall erinnerte sie auch an die Gefahr, in der sie alle stecken.

Kim Jong Un: „Die Versorgungslage des Volkes wird jetzt angespannt“

So schwierig die Lage dieser Flüchtlinge ist – in ihrer Heimat Nordkorea werden Christen seit vielen Jahren härter verfolgt als in jedem anderen Land. Was Staatschef Kim Jong Un am vergangenen Mittwoch über drohende Versorgungsengpässe seines Volkes sagte, war deshalb auch für sie besonders alarmierend. Ein öffentliches Eingestehen derartiger Schwierigkeiten ist für nordkoreanische Machthaber äußerst ungewöhnlich. Beobachter werten dies als Zeichen dafür, wie ernst die Situation im Land ist. Nach Schätzungen der UN sind in Nordkorea 10 Millionen Menschen, also 40 % der Bevölkerung, dringend auf Lebensmittelnothilfe angewiesen.

Mithilfe der Unterstützung vieler Christen in der „freien Welt“ können wir den nordkoreanischen Christen über unsere chinesischen Untergrundnetzwerke immer wieder Hilfsmittel zukommen lassen. Angesichts der drohenden Hungersnot rufen wir dringend zum Gebet für sie und das ganze Land auf.

*Name geändert

Bitte beten Sie für die nordkoreanischen Christen!

  • Danken Sie für die heimlichen Frauenbibelkreise in China.
  • Beten Sie, dass Jesus diese Frauen bewahrt und auch ihre chinesischen Ehemänner und Kinder zum Glauben an Jesus finden.
  • Beten Sie für die Christen in Nordkorea: dass Jesus sie stärkt, schützt und mit allem versorgt, was sie zum Leben brauchen.
  • Beten Sie für das nordkoreanische Volk, dass Gott der herrschenden Unterdrückung ein Ende macht und sich ihnen als Erlöser und Helfer in jeder Not zeigt.

Vielen Dank für Ihr Gebet

Unser Gebet macht einen Unterschied – wie viel es unseren verfolgten Geschwistern bedeutet, lesen Sie hier

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