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Demokratische Republik Kongo: Tödlicher Angriff nach Gottesdienst

IS-Ableger ermorden und entführen zahlreiche Christen, darunter einige Kinder

(Open Doors, Kelkheim) – Im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) wurden bei zwei Angriffen islamischer Extremisten 39 Menschen getötet und 23 entführt. Die Vorfälle in dem überwiegende von Christen bewohnten Gebiet ereigneten sich am 5. und 14. Februar. Hinter den Angriffen stehen mutmaßlich Kämpfer der „Allied Democratic Forces“ (ADF), die auch als Ableger des IS in der DR Kongo gilt.

Pastor ermordet, seine Ehefrau entführt

Die Stadt Ndalya, ca. 75 km nördlich von Beni gelegen, war Schauplatz des Angriffes am 14. Februar. Der örtliche Kirchenleiter Alphonse* schilderte den Hergang im Gespräch mit Open Doors: „(Die Angreifer) drangen aus drei verschiedenen Richtungen in die Stadt ein: hinter der Kimbanguistenkirche, an der Hauptstraße nach Beni und am Haupteingang zum Stadtzentrum östlich von Ndalya. Sie handelten fast zur gleichen Zeit.“

Von etwa 11 bis 14 Uhr hielten die Extremisten die Stadt in einer Art Belagerungszustand. Die ersten Schüsse fielen, als die Besucher nach Beendigung des Gottesdienstes die Kirche verließen. Als sie bemerkten, dass sich ihnen bewaffnete Männer näherten, flüchteten sie zurück in die Kirche und verriegelten die Tür. Die Angreifer verschafften sich jedoch mit Gewalt Zutritt und töteten dann den Gastprediger Pastor Antoine Semanye sowie sieben weitere Personen. Zwei der Getöteten wurden als Kathuna Olive und Moise Maliyabho identifiziert. Pastor Antoine hinterlässt sechs Kinder und vier Enkelkinder, seine Frau wurde während des Angriffs entführt.

Andere Gruppen der Angreifer töteten in der Stadt weitere 10 Menschen, so dass insgesamt 18 Personen ihr Leben verloren; darunter waren sechs Frauen, drei Kinder und neun Männer. Mit einer Ausnahme gehörten alle Verstorbenen örtlichen Kirchen an. Darüber hinaus wurden, anderen Quellen zufolge, die Leichen von vier ADF-Kämpfern und drei Regierungssoldaten im Handelszentrum von Ndalya entdeckt. Vierzehn weitere Personen wurden bei dem Angriff verletzt.

„(Die Angreifer) trieben 23 Geiseln, darunter die Frau des verstorbenen Pastors Antoine, im Stadtzentrum zusammen, bevor sie sich zurückzogen“, erklärt Alphonse. Sie plünderten die katholische Kirche und zwei Apotheken und setzten vier Geschäfte im Stadtzentrum in Brand. Der größte Teil der Bevölkerung floh nach dem Angriff in Richtung Bunia.

Die Schuhe einiger entführter Kinder sind eine eindringliche Erinnerung sie nicht zu vergessen
Die Schuhe einiger entführter Kinder sind eine eindringliche Erinnerung, sie nicht zu vergessen

Zurückgelassene Kinderschuhe und ein Aufruf zum Gebet

Ein Detail hat sich dem Kirchenleiter besonders eingeprägt. Am Straßenrand entdeckt er eine Reihe von Kinderschuhen, die die Angreifer beim Verlassen der Stadt am Straßenrand liegen gelassen hatten. „Als ich die Schuhe sah, dachte ich mir: 'Diese Kinder sind in die Kirche gekommen, um Gemeinschaft zu haben, und jetzt sind sie an einen unbekannten Ort gebracht worden'. Da musste ich einfach für sie beten, und jetzt bitte ich andere, für sie zu beten.“

Bereits am 5. Februar kamen bei einem anderen Angriff in der Siedlung Lume 21 weitere Menschen ums Leben, darunter 17 Christen. Lume ist eine landwirtschaftliche Siedlung christlicher Prägung 29 km östlich von Beni. Erst im November des vergangenen Jahres waren 57 Familien (378 Personen) dorthin gezogen und hatten auch eine Gemeinde gegründet.

Auf dem Weltverfolgungsindex 2021 steht die DR Kongo an 40. Stelle der Länder, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Die jüngsten Entwicklungen sind hierbei noch nicht berücksichtigt.

*Name geändert

Quelle: Open Doors

Bitte beten Sie für die Christen in der DR Kongo:

  • Beten Sie für die Angehörigen der Getöteten und für die Entführten – dass Gott sie tröstet und ihnen in ihrer Not begegnet.
  • Beten Sie um die Freilassung der Entführten, sowohl aus Ndalya und Lume als auch die von anderen Angriffen.
  • Beten Sie um Gottes Segen für den Wiederaufbau von Zerstörtem in den beiden Ortschaften wie auch die Aufarbeitung des Traumas.
  • Beten Sie, dass der Heilige Geist unter den Anhängern der ADF wirkt und vielen die Augen für Jesus öffnet.

Vielen Dank für Ihr Gebet

Unser Gebet macht einen Unterschied – wie viel es unseren verfolgten Geschwistern bedeutet, lesen Sie hier

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