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Demokratische Republik Kongo: Zwei Verletzte bei Anschlag auf Kirche

Jüngste Nachricht: Mindestens 10 Tote bei weiteren Anschlägen

(Open Doors, Kelkheim) – In der ostkongolesischen Stadt Beni ist am vergangenen Sonntagmorgen ein Bombenanschlag auf eine Kirche verübt worden. An dem Wochenende explodierten noch zwei weitere Sprengsätze an anderen Orten in der Stadt. Getötet wurde niemand außer einem Selbstmordattentäter. Die Regierung vermutet die islamistische Rebellengruppe ADF als Drahtzieherin hinter den Anschlägen. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete einen weiteren Angriff, bei dem in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag mindestens 10 Menschen getötet wurden.

Nach dem Bombenangriff versammelten sich zahlreiche Menschen vor der Emmanuel-Kirche.
Nach dem Bombenangriff versammelten sich zahlreiche Menschen vor der Emmanuelkirche

Weitere Bombe in anderer Kirche entschärft

Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtet, dass vergangenen Sonntag frühmorgens eine Bombe in der katholischen Emmanuelkirche in Beni explodierte. Der Angriff fand nur eine Stunde vor einem geplanten Firmgottesdienst statt. „Sie hatten es auf eine große Menschenmenge abgesehen, weil die Zeremonie Kinder, ihre Eltern und die Gemeinde zusammenbringen würde“, so die Einschätzung von Laurent Sondirya, Generalvikar von Beni, gegenüber AFP. Bei den beiden Verletzten handelt es sich um Mitarbeiterinnen der Kirche, die sich in der Kirche zum Beten und für andere Vorbereitungen auf den Gottesdienst getroffen hatten. Zeugen berichteten AFP, dass sie nach der Explosion Blutspuren am Eingang der Kirche sehen konnten, während im Inneren Glasscherben verstreut waren und die Tonanlage zerstört worden war.

Kontaktpersonen von Open Doors sprachen mit der Christin Atonisha Kambale*, die in der Nähe der Kirche wohnt und nach der Explosion sofort zum Ort des Geschehens geeilt war. Sie sagte: „Von draußen sah ich die Schäden der Explosion ... die Menschen hatten wirklich große Angst, die Mütter und andere Gemeindemitglieder weinten ... Was ich sah, war für mich sehr belastend, denn erst vor Kurzem hat unser Präsident das Kriegsrecht in diesem Teil des Landes verhängt. Wir hatten gehofft, das würde mehr Sicherheit bringen. Dieser Angriff hat mich wirklich aufgewühlt ... Ich habe fast geweint. Es ist wirklich schmerzhaft.“

Am Montag verhängte der Bürgermeister eine Ausgangssperre über Beni, um die Lage zu beruhigen und nach weiteren Sprengsätzen zu suchen. Wie Open Doors erfuhr, wurde eine weitere Bombe in der Kirche Sainte Thérèse entdeckt. Sie konnte noch vor ihrer Detonation von einem Sicherheitsteam erfolgreich entschärft werden.

Islamistische Miliz greift immer wieder Christen und andere an

Bei den jüngsten Angriffen in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag setzten Angreifer im Stadtteil Beu laut einer Reuters-Meldung mehrere Häuser in Brand. Anschließend griffen sie die Fliehenden mit Schusswaffen und Macheten an, wobei mindestens 10 Menschen ums Leben kamen. Die Hintergründe der Tat blieben zunächst unklar. Am Samstag zuvor war neben einer Tankstelle am Rande von Beni eine weitere Bombe explodiert, ohne Schaden anzurichten. Ein dritter Sprengsatz wurde am Sonntag vor einer Bar gezündet, die etwa 100 m von einer Moschee entfernt steht. Dabei kam der Attentäter ums Leben. Laut einem Armeesprecher wurde der Mann als Mitglied der „Vereinten Demokratische Streitkräfte“ („Allied Democratic Forces“/ADF) identifiziert, das als Anwerber für die Organisation bekannt war.

Beni liegt in der Provinz Nord-Kivu, im nordöstlichen Teil der Demokratischen Republik Kongo. Als islamistische Miliz greifen die ADF seit mehreren Jahren immer wieder gezielt Christen in diesem Landesteil an, nachdem ihr Versuch, die Regierung des Nachbarlandes Uganda zu stürzen, gescheitert ist.

Auf dem Weltverfolgungsindex 2021 steht die Demokratische Republik Kongo an 40. Stelle der Länder, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

*Name geändert

Quelle: AFP, Open Doors

Bitte beten Sie für die Christen in der Demokratischen Republik Kongo:

  • Beten Sie für alle bei den Anschlägen Verletzten um Trost und Heilung – auch für die betroffenen Angehörigen.

  • Beten Sie für die Christen in Beni, dass sie den Schock der Angriffe überwinden und von Jesus neu mit Hoffnung und Glauben erfüllt werden.

  • Danken Sie dafür, dass der Sprengsatz nicht mehr Schaden angerichtet hat und noch vor dem Gottesdienst explodiert ist.

  • Beten Sie für die ADF-Anhänger, dass Gott in ihr Leben eingreift und sie mit seiner Liebe konfrontiert.

Vielen Dank für Ihr Gebet

Unser Gebet macht einen Unterschied – wie viel es unseren verfolgten Geschwistern bedeutet, lesen Sie hier

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