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Eritrea: Zwei Frauen in Lagerhaft gestorben

1.500 Christen derzeit in Eritrea in Haft

(Open Doors) – Zwei weitere Christen sind im ostafrikanischen Eritrea in einem Militärgefängnis gestorben. Wie das Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors von einheimischen Christen erfahren hat, erlagen die 23-jährige Hiwet Gebremichel Tesfu und die 27-jährige Zemame Tesfayesus Mehari am 28. Juli ihren Verletzungen, die sie durch Misshandlungen erlitten hatten. Eine ärztliche Behandlung war ihnen verweigert worden. Seit April 2009 waren die Frauen im ALLA Militärlager nahe der Stadt Dekemhare im Zentrum des Landes eingesperrt. Ihre Leichname wurden im Lager begraben. Hiwet Gebremichel Tesfu und Zemame Tesfayesus Mehari wurden festgenommen, als sie sich in einem Privathaus in ihrer Heimatstadt zu einem Gebetstreffen versammelt hatten. Dekemhare liegt etwa 15 Kilometer von dem Militärlager entfernt.

1.500 Christen gefangen

Symbolbild: Stacheldraht/Open DoorsImmer wieder erhält Open Doors besorgniserregende Nachrichten über die Situation der Christen in dem abgeschotteten Land. Eritrea steht auf Platz 12 des Weltverfolgungsindex. Das diktatorische Regime hält an seinem scharfen Kurs gegen Christen fest, die sich außerhalb staatlich genehmigter Kirchen versammeln. Vor neun Jahren verbot Präsident Afewerki alle Konfessionen bzw. Kirchen. Anerkannt sind nur die Eritreisch-Orthodoxe, die Katholische sowie die Evangelisch-Lutherische Kirche und der Islam. Wer sich außerhalb dieser Gemeinschaften versammelt, etwa in Privathäusern, kann deshalb verhaftet, gefoltert und massiv bedrängt werden, seinen Glauben zu verleugnen. Wie einheimische Kirchenleiter Open Doors berichteten, sind derzeit nahezu 1.500 Christen in Militärlagern, unterirdischen Zellen und Frachtcontainern eingesperrt. Dort sind sie Folter und Misshandlung ausgesetzt. Mindestens 18 Christen sind seit 2002 nach Erkenntnissen von Open Doors in Lagerhaft verstorben. Allein im ALLA haben mindestens fünf Christen die Lagerhaft nicht überlebt. (Symbolfoto: Open Doors)

Gebetsanliegen:

  • Beten Sie für die Familien der Verstorbenen. Einzelheiten über ihre Verwandten und die Gemeindezugehörigkeit der Frauen, sind nicht bekannt.
  • Beten Sie für die vielen Christen, die überall im Land gefangen sind. Neben den prekären Haftbedingungen, mangelnder Versorgung mit Essen und Folter, sind sie auch großen Anfechtungen ausgesetzt. Häufig wird ihnen ein Dokument vorgelegt, mit dem sie ihren Glauben verleugnen sollen, um dadurch freizukommen.
  • Beten Sie für die Regierung in Eritrea. Möge sich dieses Land öffnen und der Präsident seine Entscheidungen zum Wohle des Volkes treffen.