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Indien: Oberstes Gericht stärkt Rechte der Christen bei Beerdigungen

Bestattungen von Christen treffen immer wieder auf erbitterten Widerstand

(Open Doors, Kelkheim) – Der Supreme Court of India – höchste richterliche Instanz Indiens – hat sich am 18. Februar 2026 mit einer einstweiligen Verfügung hinter die Christen im Land gestellt. Gegenstand der Verfügung ist der Umgang mit Verstorbenen, deren Beerdigung oftmals zu großen Schwierigkeiten für die Hinterbliebenen führt. Angesichts zunehmender Anfeindungen und immer strikterer staatlicher Vorgaben ist der Richterspruch ein seltener Lichtblick von offizieller Seite für die christliche Gemeinschaft im Land.

Ein paar Menschen stehen um ein Grab mit einem weißen Kreuz
Eine „letzte Ruhestätte“ für ihre Angehörigen zu finden, stellt Christen oft vor große Herausforderungen (Symbolbild)

Supreme Court rügt Oberlandesgericht und fordert Stellungnahme

Mit der Verfügung reagierten die Richter auf eine von der „Chhattisgarh Association for Justice and Equality“ eingereichte Klage, bei der es um die erzwungene Exhumierung und Umbettung von Leichnamen christlicher Stammesangehöriger ging. Diese Praxis muss laut der höchstrichterlichen Verfügung unverzüglich gestoppt werden. Einen Tag nach der Anordnung des Supreme Court veröffentlichte die indische Menschenrechtsorganisation „United Christian Forum“ Daten, aus denen hervorgeht, dass es allein im Jahr 2025 zu 23 Vorfällen im Zusammenhang mit Bestattungen kam.

Die Vorgeschichte des Urteils reicht zurück in den Januar 2025. Damals wollte ein Christ seinen verstorbenen Vater bestatten, scheiterte damit jedoch am gewaltsamen Widerstand der Dorfbewohner und -behörden. Der Verstorbene war Pastor einer lokalen Kirche im Bezirk Bastar (Chhattisgarh) gewesen. Sein Sohn hatte sich daraufhin an das Oberlandesgericht von Chhattisgarh gewandt, um eine offizielle Erlaubnis für die Beerdigung vor Ort zu erwirken. Das Gericht lehnte den Antrag jedoch mit der Begründung ab, dies könne „Unruhen und Zwietracht hervorrufen“. Unterstützung erhielt er erst beim Supreme Court in Neu-Delhi, der sowohl die Landesregierung als auch das Oberlandesgericht scharf rügte und dessen Entscheidung als „seltsamen Beschluss“ bezeichnete. Die Richter ordneten außerdem an, dass die Beisetzung auf einem 20 Kilometer vom Dorf entfernten Friedhof erfolgen solle. Zu dem Zeitpunkt hatte der Leichnam bereits 15 Tage lang in der Leichenhalle gelegen.

13 Monate später befassten sich die Richter des Supreme Court erneut mit der Thematik und erließen die eingangs genannte Verfügung, zusammen mit einer Aufforderung an die Landesregierung von Chhattisgarh, eine Stellungnahme abzugeben.

Beerdigung 200 km vom Heimatdorf entfernt

Ein weiteres aktuelles Beispiel, das sich etwa eine Woche nach dem Erlass der Verfügung ebenfalls in Chhattisgarh ereignete, unterstreicht die Dringlichkeit des Themas. Am 24. Februar 2026 starb die 34-jährige Christin Sambai Mandavi an den Folgen gesundheitlicher Komplikationen. Ihrem Ehemann wurde jedoch aufgrund ihres Glaubens untersagt, sie auf dem Dorffriedhof oder auf seinem privaten Ackerland zu bestatten. Nachdem er sich Gewaltandrohungen aus seinem Umfeld ausgesetzt sah, reichte er bei der Bezirksverwaltung eine formelle Beschwerde ein. Am 3. März wurde Sambai schließlich auf einem christlichen Friedhof beigesetzt, der 200 km von ihrem Heimatdorf entfernt liegt. Die Regierung von Chhattisgarh hat bislang noch keine öffentliche Stellungnahme zu der Anordnung des Supreme Court abgegeben.

Priya Sharma*, eine lokale Partnerin von Open Doors, erklärt: „Die jüngsten Vorfälle verdeutlichen die wachsenden Herausforderungen für die christliche Gemeinschaft in Indien, wenn es darum geht, ihren Glauben frei auszuüben und ihre Toten in Würde zu bestatten. Das Eingreifen des Supreme Court in den Bestattungsstreit ist von großer Bedeutung, da es die verfassungsmäßigen Rechte jedes Einzelnen unabhängig von seiner religiösen Identität schützt.“

Auf dem Weltverfolgungsindex 2026 steht Indien an 12. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

*Name geändert

Quelle: Morning Star News, Supreme Court of India, Open Doors

Bitte beten Sie für Christen in Indien:

  • Danken Sie Jesus für das Urteil des Supreme Court und das damit verbundene Signal der Ermutigung für die Christen.
  • Beten Sie um Trost und Stärkung im Glauben für alle Christen, die aktuell den Verlust eines Angehörigen betrauern und wegen der Beerdigung unter zusätzlichem Druck stehen.
  • Beten Sie, dass die Verfügung des Supreme Court von Richtern und Regierungen im ganzen Land respektiert und umgesetzt werden, so dass eine echte Veränderung der Situation geschieht.
  • Beten Sie, dass die christliche Gemeinschaft in Indien trotz vielfältiger Herausforderungen immer neu ermutigt wird, ihren Glauben zu bekennen – in allen Situationen des Lebens.

Vielen Dank für Ihr Gebet

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