Persönliche Berichte

Indien: Verfolgung von Christen wird alltäglich

Zahlreiche Übergriffe auf Christen im Dezember illustrieren Negativtrend

(Open Doors, Kelkheim) – Mehrere Jahre in Folge hat sich die Lage der Christen in Indien drastisch verschlechtert. Seit 2019 belegt Indien, immerhin die weltgrößte Demokratie, Platz 10 auf dem Weltverfolgungsindex. Angesichts dieser neuen Kontinuität droht sich ein Gefühl von „Normalität“ einzustellen – bis man sich vor Augen führt, wie der Alltag von Indiens Christen aussieht. Hier ist eine stichpunktartige Auswahl der bekannten Vorfälle allein aus dem Monat Dezember.

Symbolbild: Bei diesem Brandanschlag auf eine Gemeinde wurde der Pastor verletzt und das Inventar vollständig zerstört
Symbolbild: Bei diesem Brandanschlag auf eine Gemeinde wurde der Pastor verletzt und das Inventar vollständig zerstört

5. Dezember, Bezirk Jhabua, Madhya Pradesh

Hindu-Extremisten drangen ins Gebäude ein und unterbrachen den Gottesdienst; die herbeigerufene Polizei verhaftete den leitenden Pastor Ramesh.

6. Dezember, Bezirk Vidisha, Madhya Pradesh

Anhänger der Hinduorganisationen Vishva Hindu Parishad und Bajrang Dal bewarfen eine christliche Schule mit Steinen und richteten Verwüstungen an. An diesem Tag sollten Prüfungen für die Schüler des 12. Jahrgangs stattfinden. Die Polizei löste die Menge auf und nahm fünf Personen fest.

6. Dezember, Bezirk Nagapattinam, Tamil Nadu

Während einer Gebetsversammlung drangen ca. 50 Extremisten in die Kirche ein, bedrohten die Anwesenden und verlangten von ihnen, das Treffen zu beenden. Da sich die Christen weigerten, verschlossen die Angreifer die Türen von außen. Die herbeigerufene Polizei nahm keine Beschwerden der Christen entgegen; bis heute sind die Behörden dem Vorfall nicht nachgegangen.

9. Dezember, Rohtak, Haryana

Eine große Gruppe von Bajrang-Dal-Anhängern unterbrach ein Gebetstreffen und belästigte den Pastor und einige Christen. Die Angreifer riefen die Polizei und reichten eine Beschwerde gegen den Pastor wegen angeblicher Zwangsbekehrungen ein. Die Beamten brachen das Treffen ab.

13. Dezember, Panipat, Haryana

Eine Gruppe von 50 Bajrang-Dal-Anhängern unterbrach ein Gebetstreffen mit lautem Gebrüll und Beschimpfungen. Sie waren mit Stöcken und Eisenstangen bewaffnet, belästigten einige der Christinnen, zerstörten Teile der Einrichtung und die Lautsprecheranlage. Anschließend beschuldigten sie den Pastor der Zwangsbekehrung und drohten, ihn zu töten.

18. Dezember, Mirzapur, Westbengalen

Während eines privaten Gebetstreffens drangen plötzlich hinduistische Dorfbewohner in das Haus ein und beschuldigten den anwesenden Pastor, andere zu bekehren, indem er zum Gebet einlud. Sie schlugen ihn und andere Teilnehmer.

19. Dezember, Yamunanagar, Haryana

Eine Gruppe Hindu-Extremisten blockierte eine Straße und forderte die Verhaftung einiger christlicher Missionare und lokaler Pastoren. Diese hätten Menschen zur Bekehrung gezwungen und die hinduistischen Götter beleidigt. Die Angreifer forderten, Kirchen und christliche Einrichtungen zu schließen und die Christen zu inhaftieren. Später versammelten sie sich in der Nähe der Polizeistation und versuchten, die örtliche Polizei unter Druck zu setzen.

25. Dezember, Majuli, Assam

Weihnachtsfeiern an sechs öffentlichen und 21 privaten Orten wurden von aggressiven Eindringlingen gestört.

29. Dezember, Belagavi, Karnataka

Während einer privaten Weihnachtsfeier drangen fünf Extremisten der Bajrang Dal in Pastor Akshyas Haus ein, unterbrachen das Gebet und behaupteten, die anwesenden Christen würden Menschen zwangsbekehren. Sie schlugen die Gläubigen, die versuchten den Pastor zu schützen; andere wurden teilweise sexuell belästigt. Zwei Christen wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Die Extremisten informierten nach den Schlägen die Polizei und erstatteten Anzeige gegen Pastor Akshay.

31. Dezember, Bagalkot, Karnataka

Eine Schule musste schließen, weil sie im Rahmen der schulischen Weihnachtsfeier Fleisch serviert hatte. Hindu-Extremisten und Eltern beschuldigten die Schulleitung, die Schüler zum Verzehr gezwungen zu haben. Die Feier findet seit langem alljährlich statt, ohne dass es bislang Probleme oder Beschwerden gab.

Bitte beten Sie für die Christen in Indien!

  • Beten Sie um Trost und Heilung für alle, die bei den Angriffen verletzt oder traumatisiert wurden.
  • Beten Sie, dass die Christen weiterhin mutig Jesus nachfolgen und Versammlungen möglich sind.
  • Beten Sie um Weisheit und Mut für alle Pastoren und geistlichen Leiter.
  • Beten Sie für die Angreifer und alle Hindu-Extremisten, dass Gott unter ihnen wirkt und der Heilige Geist vielen die Augen für Jesus öffnet.

Vielen Dank für Ihr Gebet

Unser Gebet macht einen Unterschied – wie viel es unseren verfolgten Geschwistern bedeutet, lesen Sie hier

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