Meldungen zum Irak
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(Open Doors, Kelkheim) – Auch nachdem die irakische Armee am Wochenende die Befreiung Mossuls vom „Islamischen Staat“ gemeldet hat, bleiben viele geflüchtete Christen im Irak zurückhaltend und äußern sich vorsichtig über die Zukunft in ihrer Heimat: „Der IS ist zwar offiziell geschlagen, aber ihre Ideologie lebt weiter.“
Nach neun Monaten des Kampfes sieht es aus, als wäre die Ninive-Ebene im Irak fast vollständig von den Kämpfern des IS befreit. Einige ehemals christliche Dörfer in der Umgebung von Mossul wurden bereits Ende letzten Jahres von der irakischen Armee und Kämpfern der kurdischen Peschmerga befreit, nun wurde auch der Großteil der IS-Hochburg Mossul eingenommen. Doch auch wenn dies einen großen Erfolg im Kampf gegen die Extremisten darstellt, sind die einheimischen Christen skeptisch, was die Rückkehr in ihre Heimat betrifft. Die Rückeroberung des Landes bedeute nicht, dass die Gefahr für Christen, die von islamischen Extremisten ausgeht, gebannt sei.
Ein einheimischer Christ sagte Partnern von Open Doors vor Ort, dass viele Christen noch immer Angst hätten, dass der Extremismus mit dem (vorläufigen) Sieg über den IS nicht Vergangenheit sei: „Sie haben Angst, dass die Ideen des IS unter anderem Namen weiterleben.“ Des Weiteren gibt es Sorgen über die Stabilität der Region: Die türkische, kurdische und irakische Regierung sowie verschiedene Milizen haben jeweils ihre eigenen Vorstellungen über die Zukunft des Nordirak. „Zudem ist die Stadt stark zerstört. Es würde Jahre dauern, all diese Häuser wieder aufzubauen.“
Doch nicht alle Häuser von Christen wurden stark zerstört. In dem überwiegend christlichen Dorf Karakosch in der Nähe von Mossul wurden in der vergangenen Woche 65 Häuser von einem lokalen Partner von Open Doors repariert. Die weniger beschädigten Häuser erhielten neue Türen und Fenster sowie Elektrizität. So wird den christlichen Familien die Hoffnung gegeben, dass ein Leben in ihrer Heimat tatsächlich wieder möglich ist. Die ersten mutigen Familien kehren bereits in die Dörfer in der Ninive-Ebene zurück und es wird erwartet, dass in diesem Monat bis zu 200 Familien nach Karakosch zurückkehren. An Palmsonntag und Ostern fanden in einigen Orten bereits wieder Gottesdienste statt. Die Gemeinschaft im Gebet in ihrer Heimatkirche gibt den Christen Hoffnung und Geborgenheit. Beten wir, dass zusätzlich zum Aufbau der Wohnhäuser auch die Kirchen wieder vollständig instand gesetzt werden können.
Länderprofil
Weltverfolgungsindex 2026: Platz 18. Im Länderprofil lesen Sie, warum und auf welche Weise Christen im Irak verfolgt werden und wie sich das konkret in ihrem Leben äußert.
Frederick überlebte einen Angriff der Al-Shabaab-Miliz auf die Universität Garissa – als einer der wenigen. 148 Menschen wurden getötet. Trotz der schrecklichen Ereignisse ist er überzeugt: Gott ist gnädig und hat alles unter Kontrolle.