Persönliche Berichte Persönliche Berichte

Irak: „Wir sind wieder hier – wegen Jesus!“

Tausende Christen feiern Palmsonntag und füllen Karakosch mit neuem Leben

(Open Doors, Kelkheim) – „Du kannst dich auf der ganzen Welt umsehen, nirgendwo wird Palmsonntag so gefeiert wie hier!“ Andraws ist einer von tausenden irakischen Christen, die aus diesem Anlass am vergangenen Sonntag erstmals seit dem Einmarsch des IS wieder die Straßen des nordirakischen Karakosch füllten. Der 25-jährige Lehrer hatte nicht damit gerechnet, dieses für ihn so besondere Fest jemals wieder in seiner geliebten Heimatstadt zu feiern.
 

Palmsonntag in Karakosch
Bild: Christen während der Feier zum Palmsonntag in Karakosch

Singend durch die Straßen

An diesem Tag konnte die Welt hören und sehen, dass die Christen wieder in die Ninive-Ebene im Irak zurückgekehrt sind. Nachdem in den vergangenen Monaten immer mehr Familien einen Neuanfang in ihren oftmals geplünderten und teils zerstörten Häusern gewagt haben, zogen tausende Menschen Palmwedel und Olivenzweige schwingend durch die Straßen der alten Stadt. Mit lauten Gebeten und Gesängen erinnerten sie an den Einzug Jesu in Jerusalem, wo er kurz darauf am Kreuz sterben sollte. „König der Könige, Herr aller Herren“, so war es überall zu hören.

Verkündigung vom Kirchendach

Unter ihnen marschierte auch Andraws und gab inmitten der festlichen Stimmung eine unmissverständliche Botschaft an Christen in anderen Teilen der Welt weiter: „Bitte verliert niemals die Hoffnung! Zweieinhalb Jahre lang waren wir vertrieben und hatten fast jede Hoffnung verloren, jemals hierher zurückzukehren. Aber heute sind wir wieder hier, wegen Jesus; weil wir auf ihn gehofft haben!“

Der Marsch der Christen endete auf dem Platz vor der Johanneskirche in Karakosch, wo ein Freiluftgottesdienst gefeiert wurde. Das Kirchendach diente den Geistlichen als Kanzel. Von dort aus verkündeten sie das Evangelium, lasen aus der Bibel vor und leiteten die versammelte Menge in der Anbetung Gottes.

„…gefühlt, als ob es Gott oder Jesus gar nicht gäbe“

Andraws unterrichtet an der kürzlich wieder eröffneten Schule. Er erinnert sich an die ersten Tage nach der Flucht, bei der seine Familie nahezu all ihren Besitz zurücklassen musste: „[Danach] fühlte ich mich am Anfang so, als ob es Gott oder Jesus gar nicht gäbe – wegen all der Dinge, die geschehen waren. Aber dann wurde mir wieder klar, dass er existiert und dass wir ihm vertrauen müssen.“ Und mit einem Lächeln fügt er noch einmal hinzu: „Und wegen ihm wir sind heute hier.“

 

Bitte beten Sie für die Christen im Irak:

  • Danken Sie für die vielen Rückkehrer nach Karakosch und für die fröhlichen Feiern zum Palmsonntag.
  • Beten Sie für alle Christen in den Kurdengebieten und im Ausland, die Jesus in ihre irakische Heimat zurückrufen möchte: dass sie nach seinem Willen fragen und den Mut für diesen großen Schritt aufbringen.
  • Beten Sie für einen geistlichen Neustart der Gemeinden: dass eine starke Einheit des Glaubens über alle Konfessionsgrenzen hinweg entsteht und auch diejenigen eingebunden werden, die neu zum Glauben gefunden haben.

 

Filmbeitrag zu den Feiern in Karakosch und dem Gespräch mit Andraws

Zweieinhalb Jahre lebten die Christen aus der Ninive-Ebene als Flüchtlinge in Erbil im Nordirak. Im vergangenen Jahr sind tausende Familien in ihre Heimatstädte zurückgekehrt. So feierten 15.000 Christen Palmsonntag in Karakosch als Start in die Osterwoche.

Alle Felder müssen ausgefüllt werden. Die E-Mail wird über Ihr E-Mail-Programm verschickt.