Persönliche Berichte

Iran: Banges Warten auf den Tag X

62-jähriger Christ soll trotz Parkinson-Erkrankung und Pandemie ins Gefängnis

(Open Doors, Kelkheim) – Homayoun Zhaveh (62) und seine Frau Sara Ahmadi (42) verbringen aktuell Tage der Ungewissheit. Wenn Gott nicht eingreift, werden es für lange Zeit ihre letzten in Freiheit sein. Sie sollen sich bereithalten für ihre Abholung. Den beiden Christen muslimischer Herkunft stehen zwei (Homayoun) und acht Jahre (Sara) in Haft bevor – ungeachtet der Parkinson-Erkrankung von Homayoun. Die beiden brauchen unser Gebet.

Sara Ahmadi und Homayoun Zhaveh stehen kurz vor dem Antritt mehrjähriger Haftstrafen
Sara Ahmadi und Homayoun Zhaveh stehen kurz vor dem Antritt mehrjähriger Haftstrafen

Einzelhaft und psychische Folter

Das Ehepaar wurde im Juni 2019 verhaftet, während es mit anderen christlichen Familien in der Stadt Amol im Norden Irans Urlaub machte. Alle Mitglieder der Gruppe wurden verhört, doch nur Homayoun und Sara wurden inhaftiert; zunächst in Amol und dann im Evin-Gefängnis in Teheran.

Homayoun kam nach einem Monat wieder frei, Sara musste jedoch mehr als zwei Monate im Gefängnis bleiben; die Hälfte davon in Einzelhaft. Während dieser Zeit war sie nach Angaben der Menschenrechtsorganisation „Article18“ schwerer psychischer Folter ausgesetzt.

Im November 2020 fand die Gerichtsverhandlung statt, bei der zunächst Haftstrafen von zwei und elf Jahren verhängt wurden. Die Anklage lautete auf Mitgliedschaft bzw. Leitung einer Hauskirche. Bei der Berufungsverhandlung im Dezember wurde Saras Strafe von elf auf acht Jahre reduziert, die anderen Bestandteile ihrer Strafen wurden jedoch aufrechterhalten:

Nach der Entlassung muss das Paar sechs Monate gemeinnützige Arbeit leisten und darf zwei Jahre lang das Land nicht verlassen oder Mitglied einer sozialen oder politischen Gruppe werden. Die Details ihrer Verhaftung und Verurteilung wurden erst diese Woche öffentlich gemacht.

Beobachter beklagt systematische Verfolgung

„Meine Mandanten haben immer betont, dass sie keine Handlungen gegen die nationale Sicherheit begangen haben, noch hegen sie irgendwelche Feindseligkeiten gegenüber der Regierung“, sagte der Anwalt des Paares dem Gericht laut Article18 während der Berufungsverhandlung.

Er betonte, dass Homayoun aufgrund seiner Krankheit unmöglich an Aktivitäten zur Gefährdung der nationalen Sicherheit hätte mitwirken können – selbst wenn er es gewollt hätte.

Mansour Borji, Sprecher von Article18, zeigte sich angesichts Homayouns fortgeschrittener Parkinson-Erkrankung schockiert von seiner Verurteilung zu einer Gefängnisstrafe. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass persischsprachige Christen im Iran bereits seit Längerem systematisch verfolgt werden, „ungeachtet ihres Alters, ihrer Gesundheit oder anderer vernünftiger Erwägungen“.

Im vergangenen November schrieben UN-Experten einen Brief an die iranischen Behörden, in dem sie ihre Besorgnis über die Situation der christlichen Minderheit in Iran zum Ausdruck brachten. Sie listeten die Namen der Inhaftierten auf und forderten die Regierung auf, ihre Rechte zu schützen.

Bitte beten Sie für die Christen in Iran:

  • Beten Sie darum, dass Jesus Homayoun und Sara mit seinem Frieden umgibt und sie in ihrem Glauben stark bleiben.
  • Beten Sie darum, dass die Behörden die Vollziehung der Haftstrafe aussetzen.
  • Beten Sie für alle wegen ihres Glaubens inhaftierten Christen, dass sie in ihren Haftumständen immer wieder Gottes Trost und Fürsorge spüren.
  • Beten Sie darum, dass die Gemeinde in Iran trotz aller Rückschläge Gottes Gnade erlebt und sich gut entwickelt.

Vielen Dank für Ihr Gebet

Unser Gebet macht einen Unterschied – wie viel es unseren verfolgten Geschwistern bedeutet, lesen Sie hier

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