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Iran: Christen als „Kollaborateure des Westens“ in erhöhter Gefahr

(KELKHEIM) – Beim Krieg der USA und Israels gegen den Iran steht derzeit für die iranischen Christen besonders viel auf dem Spiel. Vom Mullah-Regime als Bedrohung der nationalen Sicherheit eingestuft, stehen sie in erhöhter Gefahr, als Sündenböcke missbraucht zu werden. Die Abschaltung des Internets stellt die Untergrundgemeinde vor zusätzliche Hürden, da Absprachen kaum möglich sind. Angesichts des laufenden Krieges mit all seinen Schrecken und der ungewissen Zukunft kommt ihnen als Christen eine wesentliche Rolle als Hoffnungsträger für ihr leidendes Volk zu.

Vier Personen stehen in einem dunklen Raum vor einem Fenster
Vom Regime gejagt, verleumdet und  verfolgt – und doch Hoffnungsträger für ihr Land: Untergrundkirche im Iran (Symbolbild)

„Nicht Rache oder Triumph, sondern Hoffnung auf Veränderung“

Gleich am ersten Tag des Krieges wurde der geistliche und politische Führer der Islamischen Republik Iran, Ayatollah Ali Khamenei, getötet – seit vielen Jahren der mächtigste Verfolger der Christen im Iran. Ein iranischer Christ, der als Experte für Open Doors tätig ist, sagt dazu: „Der Tod von Ayatollah Ali Khamenei markiert einen bedeutenden Moment in der Geschichte des Iran. Unter seiner Führung stand die Kirche im Iran jahrzehntelang unter extremem Druck. Doch in diesem Moment geht es nicht um Rache oder Triumph, sondern um die Möglichkeit einer anderen Zukunft: einer Zukunft, in der alle Iraner die Möglichkeit auf Gewissensfreiheit, Würde und Gerechtigkeit haben, unabhängig von ihrem Glauben oder ihrer Herkunft.“

Viele iranische Christen sind in den vergangenen Jahren vor der Verfolgung aus ihrem Land geflohen. Auch sie beobachten die Ereignisse sehr genau und verbinden damit große Hoffnungen: „Wir sind christliche Konvertiten, die wegen der Verfolgung aus dem Iran geflohen sind. Da wir keine Freiheit hatten, unseren Glauben zu leben und weiterzugeben, mussten wir jahrelang als Flüchtlinge leben. Wir hoffen so sehr, dass wir in unsere Heimat zurückkehren können“, sagt einer von ihnen.

Dynamische Untergrundkirchen: „Nationale Bedrohung“ und Hoffnungsträger

Der Iran ist dafür bekannt, dass dort seit vielen Jahren mehr Muslime als in irgendeinem anderen islamischen Land zum Glauben an Jesus finden – für das islamische Regime ein Affront. Open Doors geht von mehreren Hunderttausend Konvertiten aus, die weiterhin im Iran leben und trotz extremer Verfolgung an ihrem Glauben festhalten. Ihr mutiges Bekenntnis trägt wesentlich dazu bei, dass immer mehr Iraner dem Evangelium Glauben schenken. Doch der Krieg bedeutet zusätzliche Gefahr: Erst im vergangenen Jahr wurden im Anschluss an den 12-Tage-Krieg mit Israel mindestens 50 Christen inhaftiert, wenig später durch das Staatsfernsehen diffamiert und der Kollaboration mit westlichen Geheimdiensten beschuldigt. Hinzu kommt, dass es aufgrund der Sicherheitslage und der Abschaltung des Internets fast unmöglich ist, zu kommunizieren oder sich als Hauskirche persönlich zu treffen. Und das in einer Zeit, wo gegenseitiger Trost und Ermutigung besonders wichtig wären.

Markus Rode, Leiter von Open Doors Deutschland, betont: „Wie der Iran nach diesem Krieg aussehen wird, lässt sich noch nicht absehen. Aber wir beobachten seit Jahren, wie Gott unter dem persischen Volk in besonderer Weise wirkt, und wollen alles daransetzen, dass die Gemeinde Jesu im Iran trotz Verfolgung weiter aufblüht. Mit unserem Gebet tragen wir entscheidend dazu bei, dass die Christen neuen Mut fassen und der Iran von innen heraus geistlich erneuert wird.“

Der Iran belegt den 10. Platz auf dem Open Doors Weltverfolgungsindex 2026. Gemeinsam mit anderen Werken hat Open Doors im Februar einen Bericht zur Lage der Christen im Iran veröffentlicht (Englisch), der sich besonders mit ihrem Missbrauch als Sündenböcke beschäftigt.

 

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Eine Frau mit Kopftuch sitzt nach vorne geneigt in einem roten Sessel und hat die Händer gefaltet und die Augen geschlossen

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