Nachrichten Nachrichten

Iran: Christen in den Mühlen der iranischen Justiz

Angehörige vermuten behördliche Willkür und bitten um Gebet für Berufungsverhandlung

(Open Doors, Kelkheim) – Am 3. September ist im Iran eine Berufungsverhandlung für mehrere iranische Christen angesetzt, die zu teilweise langjährigen Haftstrafen verurteilt wurden. Nach jüngsten Meldungen aus dem Land werden jedoch – anders als ursprünglich erwartet – nicht sechs, sondern nur zwei Verurteilte vorgeladen. Die Angehörigen bitten um Gebet.
 

Ehemals inhaftierte iranische Christen beten für ihre Geschwister im Gefängnis (Januar 2018). In der unteren Reihe sind Shamiram und Ramil zu sehen.
Ehemals inhaftierte iranische Christen beten für ihre Geschwister im Gefängnis (Januar 2018). In der unteren Reihe sind Shamiram und Ramiel zu sehen.

Vorwürfe von „Gefährdung der nationalen Sicherheit“ bis „Ausbildung zur Spionage“

Bei der Anhörung am 3. September sollten mehrere Fälle zusammengefasst werden. Im Juli 2017 wurde der assyrische Pastor Victor Bet-Tamraz wegen „Gefährdung der nationalen Sicherheit“ zu zehn Jahren Haft verurteilt. Die iranischen Christen Amin Nader Afshari, Kavian Fallah Mohammadi und Hadi Asgari erhielten wegen ähnlicher Anschuldigungen Freiheitsstrafen zwischen zehn und fünfzehn Jahren. Im Januar 2018 wurde Shamiram Issavi Khabizeh, Pastor Victors Frau, zu fünf Jahren Haft verurteilt. In der Urteilsbegründung verwies das Gericht neben der Gefährdung der nationalen Sicherheit darauf, dass sie Kleingruppen organisiert habe, zudem habe sie „ein Seminar im Ausland besucht und Kirchenführer und Pastoren zu Spionen ausgebildet“. Im Juli 2018 wurde Pastor Victors Sohn Ramiel Bet-Tamraz wegen der „Verbreitung christlicher Propaganda“ zu vier Monaten Haft verurteilt.

In einer Berufungsverhandlung in Shamirams Fall am 19. Februar 2019 beschloss der Richter, Ahmed Zargar, ihren Fall zusammen mit den anderen Fällen zu betrachten und zu beurteilen. Es ist bemerkenswert, dass die Urteile gegen Pastor Victor, Amin, Hadi und Kavian von Richter Ahmadzadeh vom Teheraner Revolutionsgericht ausgesprochen wurden, der anschließend vom Dienst suspendiert wurde, nachdem wegen Korruptionsvorwürfen gegen ihn ermittelt worden war.

Angehörige: Behörden erstreben Ausreise der Familie

Wie die christliche Hilfsorganisation Middle East Concern (MEC) meldete, werden in der bevorstehenden Anhörung voraussichtlich nur die Urteile von zwei der Angeklagten überprüft werden, nicht von allen sechs, wie im Februar von Richter Ahmed Zargar in Aussicht gestellt. Bislang haben nur Shamiram und Kavian Vorladungen für die bevorstehende Anhörung erhalten.

Die Familie von Victor, Shamiram und Ramiel zeigte sich enttäuscht, dass Victor und Ramiel nicht wie erwartet zur Anhörung geladen wurden. Sie vermuten, dass die iranischen Behörden durch die Verzögerung des Gerichtsverfahrens Druck auf die Familie ausüben wollen, den Iran zu verlassen.

Die Fälle haben international einige Aufmerksamkeit erregt. So informierte Dabrina Bet-Tamraz, die Tochter von Victor und Shamiram, im Rahmen einer Konferenz über Religionsfreiheit im Juli 2019 persönlich US-Präsident Trump über die Situation ihrer Familie. Am 2. August bezeichnete der US-Vizepräsident Pence das Vorgehen der iranischen Behörden gegen Pastor Victor als „Affront gegen die Religionsfreiheit“.

Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors steht der Iran auf Platz 9 unter den Ländern, in denen es für Christen am gefährlichsten ist, ihren Glauben zu leben. Beten Sie bitte für die Christen im Land.

Quellen: Middle East Concern, Open Doors

Bitte beten Sie für die Christen im Iran:

  • Beten Sie für die Verurteilten um inneren Frieden und Weisheit, wie sie mit der ungewissen Situation umgehen sollen.
  • Beten Sie für alle iranischen Christen, die derzeit mit unterschiedlichen Begründungen wegen ihres Glaubens Haftstrafen verbüßen.
  • Beten Sie für den Richter Ahmad Zargar, dass der Heilige Geist ihn in den Vorbereitungen zu der Berufungsverhandlungen leitet und er die Beklagten am 3. September freispricht.

 

Meldung als PDF

Alle Felder müssen ausgefüllt werden. Die E-Mail wird über Ihr E-Mail-Programm verschickt.