Persönliche Berichte

Iran: Ein nächtliches Licht in der Todeszelle

Gefängniswärter ermutigen inhaftierten Christen, seinen Glauben weiterzugeben

(Open Doors, Kelkheim) – Als Farin* eines Morgens aufwachte, standen einige Zellengenossen um ihn herum und starrten ihn an. Er erhob sich und sagte: „Hört mal, ich will keinen Ärger. Ich will mich nicht prügeln. Lasst mich in Ruhe. Ich kümmere mich nur um meinen Kram. Ihr um euren.“ Und sie sagten: „Okay, wir lassen dich in Ruhe, wenn du uns sagst, wer du bist und was bei dir nachts los ist!“

Im berüchtigten Evin-Gefängnis von Teheran sitzen immer wieder Christen in Haft
Im berüchtigten Evin-Gefängnis von Teheran sitzen immer wieder Christen in Haft

„Jede Nacht, wenn du schlafen gehst, kommt dieses Licht“

Der iranische Pastor Victor Bet-Tamraz und seine Tochter Dabrina gehören zu den Sprechern des Open Doors Tages am kommenden Samstag. Pastor Victor verbrachte wegen seiner christlichen Aktivitäten einige Zeit im Gefängnis und wurde vor seiner Flucht aus Iran im Jahr 2020 zu 10 Jahren Haft verurteilt. Doch er und seine Familie wissen gut, dass Jesus auch in iranischen Gefängnissen wirkt. Dabrina berichtet von Farin, der in eine Zelle mit 50 Männern gesperrt wurde. Sie alle warteten dort auf ihre Hinrichtung, so dass er annahm, er werde dasselbe Schicksal erleiden. Um sich in der gefährlichen Gesellschaft nicht zusätzlich in Schwierigkeiten zu bringen, verhielt er sich möglichst unauffällig. Dabrina berichtet, wie seine Mitgefangenen ihn eines Morgens wegen eines eigenartigen Phänomens zur Rede stellten: „‚Jede Nacht, wenn du schlafen gehst, kommt dieses Licht und leuchtet über dir. Wir haben es jede Nacht beobachtet. Was ist das?‘ Verwirrt fragte er mehrfach nach, was genau sie denn gesehen hätten. Die Männer erklärten: ‚Es ist, als ob eine Glühbirne hier hängt. Und es bleibt die ganze Nacht, wir haben es jede Nacht beobachtet.‘ Daraufhin sagte Farin: ‚Ich bin Christ. Ich glaube, dass dieses Licht von Jesus ist.‘ Dann erzählte er von seinem Glauben, woraufhin zwei dieser Männer beschlossen, Christus zu folgen. Er schärfte ihnen ein, niemandem von ihrem neuen Glauben zu erzählen. Einige Wochen später gab es eine Sicherheitskontrolle in der Zelle.

Keine Drogen, sondern Jesus

Dabei schaute ein Beamter einen der Häftlinge an, die gerade Christen geworden waren, und fragte ihn: ‚Hast du Drogen genommen?‘ Er sagte: ‚Nein, ich habe nichts genommen.‘ – ‚Du lügst. Du hast Drogen genommen.‘ Sie durchsuchten sein Bett und schnitten alles auf, um Drogen zu finden. Sie setzten ihn unter Druck, aber er blieb dabei: ‚Nein, ich habe wirklich keine Drogen genommen.‘ Die Beamten sagten: ‚Du siehst anders aus. Deine Augen sind anders, sie sind nicht mehr dunkel. Du wirkst lebendig. Du hast Drogen genommen und wir werden sie finden.‘ Da sagte er: ‚Nein, ich habe keine Drogen genommen. Ich glaube nur an Jesus. Er hat mein Leben verändert!‘ In dem Moment dachte Farin: ‚Oh, jetzt werden sie mich bestimmt töten.‘ Tatsächlich wendeten sich die Beamten direkt an ihn: ‚Steckst du dahinter?‘ Und er gestand: ‚Ja, tut mir leid.‘ Aber sie sagten: ‚Ist schon okay. Kannst du das auch mit allen anderen machen? So wie er aussieht, hätten wir das gerne bei allen Gefangenen.‘ Also erzählte Farin weiter von Gott. Die Beamten sagten ihm, dass er nur den Namen Jesus nicht erwähnen dürfe, aber ansonsten könne er sagen, was er wolle. So fing er an, im Gefängnis von Gott, dem Glauben und Vergebung zu erzählen.“

*Name geändert

Bitte beten Sie für die Christen in Iran!

  • Danken Sie Jesus für sein wunderbares Wirken in der Gefängniszelle der Todeskandidaten.
  • Beten Sie für alle inhaftierten Christen in Iran, dass sie neuen Glaubensmut fassen und ihre Hoffnung auch anderen weitergeben.
  • Beten Sie für die Untergrundgemeinden im ganzen Land, dass Gott sie schützt und das Evangelium durch diese Kreise noch viele Iraner erreicht.
  • Beten Sie für die iranischen Beamten und Regierungsmitarbeiter, dass viele von ihnen Jesus erkennen und zu ihm umkehren.

Vielen Dank für Ihr Gebet

Unser Gebet macht einen Unterschied – wie viel es unseren verfolgten Geschwistern bedeutet, lesen Sie hier

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