Meldungen zum Iran
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(Open Doors, Kelkheim) – Auch nach der Wiederwahl des als moderat geltenden Präsidenten Hassan Rohani im Iran werden Christen in der Islamischen Republik in immer größeren Zahlen zu hohen Haftstrafen verurteilt. Mit der Festsetzung der Strafe für die vier Christen Saheb Fadaie, Youcef Nadarkhani, Yasser Mossayebzadeh und Mohammad Reza Omidi wurden innerhalb des letzten Monats zwölf Christen zu langen Gefängnisstrafen verurteilt.
Die vier Männer sollen jeweils zehn Jahre im Gefängnis bleiben. Berichten zufolge sind sie wegen „Gefährdung der nationalen Sicherheit“, der „Organisation von Hauskirchen“ und der „Förderung zionistischen Christentums“ angeklagt. Unter anderem werden sie beschuldigt, dass ihre Kirche 500.000 britische Pfund im Jahr von der britischen Regierung bekommen hätte. Der Anwalt der Männer will Berufung gegen das Urteil einlegen.
Omidi und Nadarkhani wurden zusätzlich zu den zehn Jahren Gefängnis zu jeweils zwei Jahren im Exil im Süden des Iran verurteilt – weit entfernt von ihren Familien. Mossayebzadeh, Fadaie und Omidi waren in einem separaten Verfahren bereits im Oktober des vergangenen Jahres zu jeweils 80 Peitschenhieben verurteilt worden, weil sie bei einer Feier des Abendmahls Wein getrunken hatten. Die Männer haben Berufung gegen das Urteil eingelegt, eine Entscheidung in dem Fall steht jedoch noch aus.
Die vier Männer waren bereits im Mai 2016 verhaftet worden. Ihre Verurteilung kommt nun kurz nach dem Bekanntwerden der Urteile gegen vier weitere Iraner und einem Fall, in dem ein Iraner und drei Christen aus Aserbaidschan zu langen Haftstrafen verurteilt wurden. Die Gerichtsverfahren hatten sich teilweise lange hingezogen – die zeitliche Nähe der Urteile zueinander ist auffällig.
Mansour Borji von der iranischen Menschenrechtsorganisation Article 18 erklärte, die Fälle zeugten von der Angst der iranischen Regierung vor dem Wachstum des christlichen Glaubens im Iran: „Es könnte als Zeichen interpretiert werden, das die Regierung den iranischen Christen senden will.“ Die iranischen Christen sind besorgt, dass die intolerante und diskriminierende Behandlung von Christen trotz der Wiederwahl des als gemäßigt geltenden Präsidenten Hassan Rohani anhält. Viele Christen hatten auf eine Verbesserung der Menschenrechtssituation unter dem moderaten Rohani gehofft. Sie bitten um Gebet, besonders für die inhaftierten Christen.
Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors rangiert der Iran aktuell an 8. Stelle unter den Ländern, in denen Christen wegen ihres Glaubens verfolgt werden.
Quellen: Open Doors, World Watch Monitor, Middle East Concern
Länderprofil
Weltverfolgungsindex 2026: Platz 10. Im Länderprofil lesen Sie, warum und auf welche Weise Christen in Iran verfolgt werden und wie sich das konkret in ihrem Leben äußert.
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