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Iran: Mutter im Gefängnis wegen ihres Glaubens

Keine Religionsfreiheit im Iran – Konvertiten müssen jederzeit mit Verfolgung rechnen

(Open Doors, Kelkheim) – Rachel* war inhaftiert in der Abteilung 209 im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran. Heute ist sie frei. Sie musste mit ihrem Mann und ihrer Tochter aus dem Iran fliehen, weil sie wegen ihres Bekenntnisses zu Jesus Christus verhaftet und nur auf Kaution aus der Haft entlassen worden war. Sie hätte jederzeit wieder ins Gefängnis geworfen werden können.

Wie Rachel und ihrer Familie geht es vielen Christen muslimischer Herkunft im Iran. Laut Gesetz ist für die Abkehr vom Islam die Todesstrafe möglich. Oft werden Christen nach ihrer Verhaftung verschiedener Verbrechen bezichtigt und zu langen Haftstrafen verurteilt. Im Iran müssen sie ständig befürchten, entdeckt zu werden. Wenn eine Regierung bei Glaubenswechsel die Verurteilung zum Tod oder lange Haft androht, ist die Furcht der Betroffenen groß. Laut Asylgesetz §3 Absatz 1 Satz 1 und 2 ist ein „Ausländer Flüchtling im Sinne des Abkommens vom 28. Juli 1951 […], wenn er sich aus begründeter Furcht vor Verfolgung wegen seiner Rasse, Religion, Nationalität, politischen Überzeugung […] außerhalb des Landes (Herkunftsland) befindet.“
 

iranische Christin mit ihrer Tochter
Rachel (rechts) mit ihrer Tochter

Der Glaubensweg von Rachel

Rachel kam zum Glauben an Jesus Christus, nachdem ihre Schwester sie zum geheimen Treffen einer Hauskirche mitgenommen hatte. In der folgenden Nacht hatte sie einen Traum von Jesus. Danach besuchte sie zwei Jahre eine Hauskirche, bis sie und ihr Mann Leiter einer eigenen Hauskirche wurden. In der Zwischenzeit kam ihre Tochter zur Welt. Leiter sind u.a. wegen ihrer umfangreicheren Kommunikation größeren Risiken ausgesetzt, entdeckt und verhaftet zu werden, als Besucher von Hauskirchen. Doch Rachel war dennoch stets zuversichtlich, wenn auch sehr vorsichtig. Und es ging lange gut. Aber dann kam der Tag, als die Geheimpolizei sie abholte. „Sie brachten mich in Einzelhaft und ich begann zu weinen“, schildert sie gegenüber Open Doors ihre Erlebnisse. Sie erlebte die Haft als sehr hart: demütigende Verhöre, Einzelhaft, Beschimpfungen und Drohungen durch die Beamten, kein Anruf nach draußen möglich. Nach zwei Wochen hatte sie 13 Kilo abgenommen. Im Schlaf hörte sie eines Nachts diese Worte: „Er war in der Welt, und obwohl die Welt durch ihn geschaffen wurde, erkannte die Welt ihn nicht.“ Für Rachel war dies ein Wendepunkt in ihrer Haft. Sie hatte wieder Hoffnung. „Nach diesem Traum begann ich wieder zu beten. Ich spürte, dass Gott mit mir überall hingehen wird.“ Die Umstände hatten sich nicht verändert. Aber: „Ich entdeckte, dass ich durch das Gebet mit meiner Angst um meine Tochter umgehen konnte. Ich betete jeden Tag für sie.“

Eine wichtige Frage

Rachel wurde schließlich gestattet, mit ihrer Tochter zu telefonieren. Sie unterdrückte ihre Tränen und besänftigte ihre Tochter: „Ich bin ok, sorge dich nicht.“ Eine Frau im Gefängnis hörte Rachel so reden und fragte: „Warum machst du es dir so schwer? All das hier für deinen Glauben an diesen Christus?“ Rachel hatte diese Frage schon Wochen zuvor für sich selbst beantwortet und sagte der Frau: „Jesus ist real und er hat mein Herz verändert. Er ist es wert, dass ich alles in meinem Leben für ihn gebe.“

Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors steht der Iran auf Platz 9 unter den Ländern, in denen es für Christen am gefährlichsten ist, ihren Glauben zu leben. Beten Sie bitte für die Christen im Land.

*Name geändert

Bitte beten Sie für die Konvertiten zum christlichen Glauben im Iran und in Deutschland:

  • Beten Sie um Schutz der Christen bei den heimlichen Hauskirchentreffen im Iran.
  • Beten Sie dafür, dass die Christen im Iran Unterweisung im Glauben erhalten, damit sie zunehmen im Glauben und in der Liebe.
  • Beten Sie für Konvertiten in Deutschland, deren ernsthafter Glaubenswechsel von den Behörden nicht anerkannt wurde und deren Asylgesuch vom Bundesamt und vom Verwaltungsgericht abgelehnt wurde.

 

 

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