Nachrichten

Iran: Parteiischer Richter verhängt lange Haftstrafen

Sieben Christen wegen ihres Glaubens verurteilt: bis zu 10 Jahre Gefängnis

(Open Doors, Kelkheim) – Ein iranisch-armenischer Pastor wurde am 7. Juni zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt. Zwei christliche Konvertitinnen müssen für 6 Jahre in Haft, weil sie in Hauskirchen Leitungsaufgaben übernommen hatten; vier weitere Christen wurden zu 1 bis 4 Jahren Gefängnis verurteilt. Laut Prozessteilnehmern zeigte der Richter während der Verhandlung klare Sympathien mit der Anklage und begegnete den Christen mit ungewöhnlicher Härte.

Drei Portraits von Iranern
Malihe Nazari, Joseph Shahbazian and Mina Khajavi (v.l.n.r.) müssen sich auf viele Jahre im Gefängnis einstellen (©articleeighteen.com)

Urteile widersprechen internationalen Verpflichtungen Irans

Die von iranischen Christen gegründete Menschenrechtsorganisation Article18 hat mit mehreren Prozessbeobachtern gesprochen und ausführlich über den Hergang berichtet. Bei dem verurteilten Pastor handelt es sich um Joseph Shahbazian (58 Jahre alt); ihm droht im Anschluss an seine 10-jährige Haftstrafe ein 2-jähriges Exil in einer entlegenen Provinz im Südosten Irans. Für 6 Jahre ins Gefängnis gehen müssen Mina Khajavi (59) und Malihe Nazari (48). Vergleichsweise glimpflich kamen Salar Eshraghi Moghadam, Farhad Khazaee, Somayeh (Sonya) Sadegh und ihre Mutter Masoumeh Ghasemi davon: Sie wurden wegen ihrer Mitgliedschaft in Hauskirchen zu Haftstrafen zwischen 1 und 4 Jahren verurteilt, haben aber die Möglichkeit, der Gefängnisstrafe durch die Zahlung von Bußgeldern (zwischen 800 und 1.250 US-Dollar) zu entgehen.

Iran gehört zu den Unterzeichnern des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte und hat sich damit offiziell zur Gewährleistung von Religionsfreiheit verpflichtet. Dies schließt die Freiheit ein, den eigenen Glauben zu wechseln und zu verkünden (Artikel 18). Wie das jüngste Urteil zeigt, wird die Verkündung des christlichen Glaubens jedoch häufig als „Propaganda“ gegen die Islamische Republik und damit als „Gefährdung der nationalen Sicherheit“ ausgelegt. In der Urteilsbegründung vom 7. Juni heißt es konkret, die Verurteilten hätten „Hauskirchen mit der Absicht gegründet und organisiert, die nationale Sicherheit zu stören“.

Richter bedroht Angeklagte und verunglimpft ihren Glauben

Die Verhandlung fand am 29. Mai statt und dauerte mehr als vier Stunden. Wie Article18 berichtet, setzte der vorsitzende Richter Iman Afshari die Angeklagten unter Druck und stellte ihnen mildere Strafen in Aussicht, wenn sie Pastor Shahbazian für ihre Bekehrung verantwortlich machen würden. Als sie sich weigerten, drohte der Richter, ihr Strafmaß zu erhöhen.

Article18 zufolge wandte sich Richter Afshari mit harten und sarkastischen Worten an die Christen, um sie zu demütigen, und verunglimpfte darüber hinaus ihren Glauben. Als ihr Anwalt daraufhin Einspruch erhob, habe Afshari erklärt, er habe „nur scherzen“ wollen. Ein weiterer Augenzeuge wies darauf hin, dass sich der Richter während des Verfahrens sogar die Anklagepunkte zu eigen gemacht und dem Vertreter der Staatsanwaltschaft nicht eine einzige Frage über die Rechtmäßigkeit des Verfahrens gestellt habe; der Anwalt der Christen hatte dies wiederholt beanstandet.

Auf dem Weltverfolgungsindex 2022 belegt Iran den 9. Platz unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

Quelle: Article18, Open Doors

Bitte beten Sie für die Christen in Iran!

  • Beten Sie für die jetzt verurteilten Christen, dass sie durch die harten Strafen nicht entmutigt werden, sondern in Jesus neue Kraft finden.
  • Beten Sie für alle in Iran inhaftierten Christen, dass sie Gottes Nähe im Gefängnis erleben und die Zeit dort gut überstehen.
  • Beten Sie für alle Christen, die sich in Hauskirchen treffen und denen ein ähnliches Los droht: Dass sie sich nicht einschüchtern lassen, sondern ihren Glauben mutig leben und darin immer mehr wachsen.
  • Beten Sie für Richter Afshari und andere Verfolger, dass der Heilige Geist ihre Augen öffnet und sie ihre Knie vor Jesus beugen.

 

 

Vielen Dank für Ihr Gebet

Unser Gebet macht einen Unterschied – wie viel es unseren verfolgten Geschwistern bedeutet, lesen Sie hier

Meldung als PDF