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Jemen: Verhaftungswelle erschüttert christliche Gemeinschaft

Mehr als 50 Christen verhaftet und an unbekannten Orten festgehalten

(Open Doors, Kelkheim) – Der wirtschaftliche Zusammenbruch und die Radikalisierung der Bevölkerung haben die Lage jemenitischer Christen verschärft. Dutzende nicht registrierte Hauskirchen können nicht mehr zusammenkommen. Seit Beginn des neuen Jahres hat eine beispiellose Serie von Festnahmen die kleine christliche Gemeinschaft im Land zusätzlich erschüttert.

Geschäftiges Treiben auf einem Markt
Der Islam gilt in der jemenitischen Gesellschaft als Teil der Identität – ihn zu verlassen ist undenkbar (Symbolbild)

Verhaftungen in bislang ungekanntem Ausmaß

„Wir warteten auf einige Brüder, die zu einer geplanten Schulung kommen sollten“, sagt ein Partner von Open Doors, der mit jemenitischen Christen zusammenarbeitet. „Wir wissen nicht, wo sie sind, und wir können sie nicht erreichen.“

Dies ist eine von vielen ähnlichen Begebenheiten der letzten Wochen. Seit Anfang dieses Jahres hat sich die Verfolgung der Christen im Jemen intensiviert. Die christliche Gemeinschaft erlebt derzeit eine nie dagewesene Welle von Inhaftierungen: Über 50 Christen wurden festgenommen und sind anschließend verschwunden.

Kontaktpersonen von Open Doors vermuten, dass die Verhafteten während der Ermittlungen und Verhöre mehrere Wochen lang an geheimen Orten festgehalten und möglicherweise gefoltert werden. Während dieser Zeit haben weder die Familien noch Anwälte Zugang zu den Betroffenen. Gebete sind in dieser Zeit das beste und einzige Mittel, um Einfluss zu nehmen.

Mehrere lokale Nachrichtenagenturen und Social-Media-Plattformen haben mittlerweile über die dramatische Situation berichtet. Die staatlichen Razzien haben sich demnach auf das ganze Land ausgeweitet.

Die meisten Christen sind ehemalige Muslime

„Die meisten Christen, mit denen ich regelmäßig in Kontakt stand, sind jetzt inhaftiert“, berichtet ein lokaler Partner von Open Doors. Man suche zusammen mit Partnern im Land, „die wir noch erreichen können“, nach Möglichkeiten, um den Inhaftierten zu helfen. Der dringliche Appell der Kontaktperson: „Betet um Weisheit, damit wir die Situation nicht noch verschlimmern.“

Bereits im vergangenen Jahr hat eine koordinierte Medienkampagne im Jemen christliche Leiter ins Visier genommen und antichristliche Rhetorik geschürt. Die einheimische Kirche im Jemen besteht überwiegend aus christlichen Konvertiten muslimischer Herkunft und ihren Kindern. Diese Konvertiten müssen ihren Glauben im Verborgenen praktizieren. Open Doors gibt die Zahl der Christen im Jemen bewusst vage mit „einige wenige“, um die kleine Gemeinschaft im Land nicht zusätzlich zu gefährden.

Auf dem Weltverfolgungsindex 2026 steht der Jemen an 3. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

Quellen: Open Doors

Bitte beten Sie für die Christen im Jemen:

  • Beten Sie für alle derzeit Inhaftierten, die verhört und vielleicht auch gefoltert werden: um innere Stärke und Gottes Frieden.
  • Beten Sie für alle übrigen Christen im Land, besonders für Familien und Freunde der Inhaftierten: dass sie Gottes übernatürlichen Trost erleben und Jesus sie von Ängsten und Sorgen befreit.
  • Beten Sie um ein Ende der Verhaftungswelle und um Freilassung der festgenommenen Christen.
  • Beten Sie, dass Jesus seine Verheißung wahrmacht und seine Gemeinde im Jemen trotz aller Rückschläge und der gegenwärtigen Verfolgung weiterbaut.

     

Vielen Dank für Ihr Gebet

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