Persönliche Berichte

Laos: Tränen und Zuversicht – eine Familie bangt um ihren Vater

Pastor Inthys* Frau erzählt, welche Kämpfe sie während der Haftstrafe ihres Mannes durchlebte

(Open Doors, Kelkheim) – „Ich habe darauf gewartet, dass er nach Hause kommt. Es war schon sieben und ich hörte nichts von ihm. Ich rief ihn an, aber es war unser Nachbar, der ans Telefon ging. ‚Die Polizei hat deinen Mann verhaftet, während wir zu Mittag gegessen haben. Er hat sein Telefon bei mir gelassen.‘“ Für Chamchai* und ihre Kinder begannen Monate banger Hoffnung ohne ihren Ehemann und Vater. Unsere lokalen Partner haben sie mehrmals besucht.

Chamchai sagt: „Danke dass ihr immer für mich und meine Familie da seid! Alle eure Gebete wurden erhört.“
Chamchai sagt: „Danke, dass ihr immer für mich und meine Familie da seid! Alle eure Gebete wurden erhört.“

„Warum können sie ihn nicht in Ruhe lassen?“

Es war bereits Inthys dritte Haftstrafe – und jedes Mal ging es dabei um seinen christlichen Glauben, wie Chamchai uns verrät. Die 58-Jährige ist frustriert: „Warum passiert ihm das immer? Ich war so traurig und machte mir Sorgen um ihn. Jedes Mal, wenn er im Gefängnis war, behandelten sie ihn schrecklich; einmal wurde er gezwungen, einen Monat lang in einem dreckigen Waschraum auf dem Boden zu schlafen und mit Schlammwasser zu duschen; nie ließen sie ihn auf einen Spaziergang hinausgehen. Sie sperrten ihn einen Monat lang so ein, weil sie sagten, er habe schwere politische Verbrechen begangen. Das war alles zu viel für mich.“

Inthy und Chamchai leben mit ihren Kindern in einem streng buddhistischen Dorf. Jeder andere Glaube ist verpönt. Christen gelten als Verräter, die die Einheit zerstören und die Tradition verletzen. Chamchai arbeitet als Bäuerin und ist Mutter von neun Kindern – sieben Jungen und zwei Mädchen. Drei von ihnen sind verheiratet, während der Rest noch bei ihr lebt. Ihr ältester Sohn ist 30 und der jüngste ist gerade 14. Während ihre Kinder schon größtenteils auf eigenen Beinen stehen, machte besonders Chamchai die erneute Inhaftierung ihres Mannes schwer zu schaffen.

„Ich verstehe nicht, warum sie ihm das immer wieder antun. Warum können sie ihn nicht in Ruhe lassen und ihn in Frieden leben lassen? Egal, was ich tat, um mich zu beschäftigen, ich konnte nicht anders als jeden Tag zu weinen. Ich kümmerte mich um die Kühe, Büffel und die Reisfelder, aber alles erinnerte mich an ihn. Ich weinte den ganzen Tag lang, und noch mehr, wenn ich Hilfe brauchte und er nicht wie sonst an meiner Seite war. Das brachte mir so viel Schmerz und Kummer.“

„Schau, was dieser Glaube dir und deiner Familie angetan hat!“

Im August 2020 war Inthy von Gemeindemitgliedern in ein Nachbardorf gerufen worden, um an einer Beerdigung mitzuwirken. Doch noch vor der Zeremonie verhaftete die Polizei den Pastor und transportierte ihn an Händen und Füßen gefesselt ab. Während er die folgenden sechs Monate im Gefängnis verbrachte, übten Verwandte Druck auf Chamchai aus. Sie sagten zu ihr: „Schau, was dieser Glaube dir und deiner Familie angetan hat. Schwöre deinem Glauben ab, damit du in Frieden leben kannst.“

Aber Chamchai blieb unerschütterlich: „Ich sagte ihnen, dass ich meinen Glauben niemals aufgeben werde, weil nur Jesus Christus mir Freude und Glück bringen kann. Nichts kann mich mehr von meinem Glauben abbringen. Ich werde weiterhin an Jesus glauben; ich werde in Gottes Fußstapfen treten und auf ihn und ihn allein vertrauen!“

Als sie Inthy nach sechs harten Monaten wieder abholen durfte, gab es ein emotionales Wiedersehen. Der Beistand und die praktische Hilfe durch Open Doors während der Zeit ohne ihren Mann haben Chamchai viel bedeutet. Unseren Partnern sagte sie: „Vielen Dank für eure Hilfe und Unterstützung und dafür, dass ihr immer für mich und meine Familie da seid. Danke und möge Gott euch segnen. Alle eure Gebete sind sehr geschätzt und wurden erhört.“

*Name geändert

Bitte beten Sie für die Christen in Laos!

  • Danken Sie Jesus für Inthy und Chamchai, die trotz aller Kämpfe so standhaft an ihrem Glauben festhalten und Jesus unerschütterlich dienen.
  • Beten Sie um neue Kraft und Wiederherstellung nach der schweren Zeit, die hinter ihnen liegt.
  • Beten Sie für alle Christen in Laos, die durch den Druck ihres Umfelds oder der Behörden harte Zeiten erleben.
  • Beten Sie für die Verfolger, dass das Evangelium von Jesus Christus ihre Herzen berührt und viele selbst zu Nachfolgern Jesu werden.

Vielen Dank für Ihr Gebet

Unser Gebet macht einen Unterschied – wie viel es unseren verfolgten Geschwistern bedeutet, lesen Sie hier

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