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Malaysia: Pastor Koh seit nun zwei Jahren entführt

Wie Ehefrau Susanna Koh immer noch wartet und Gott bereits handeln sieht

(Open Doors, Kelkheim) – Zum zweijährigen Jahrestag der Entführung von Pastor Raymond Koh organisierte seine Familie ein Gebetstreffen. Auch wenn seine Ehefrau Susanna ihn vermisst, an der Ungewissheit manchmal fast verzweifelt, sieht sie dennoch Gottes Handeln in den Ereignissen.
 

Susanna Koh (Mitte)

Zwei Jahre entführt und immer noch keine Aufklärung

Seit einigen Jahren verdächtigten die Behörden Pastor Koh, Muslimen den christlichen Glauben weiterzugeben, was in Malaysia verboten ist. Mit einer Razzia während einer von ihm organisierten Wohltätigkeitsveranstaltung in einer Kirche begannen 2011 die Schwierigkeiten für Pastor Koh. Ihren Höhepunkt erreichten sie am 13. Februar 2017: Drei Geländewagen kesselten das Auto von Pastor Koh ein, zwangen ihn zum Anhalten, zerrten ihn aus dem Wagen und fuhren mit ihm davon. Am helllichten Tag. Nur 46 Sekunden dauerte das Ganze. Unter ähnlich mysteriösen Umständen verschwanden einige Wochen davor Pastor Joshua Hilmy, seine Frau Ruth und der schiitische Aktivist Amri Che Mat.

Seither hat Susanna Koh, die Ehefrau des entführten Pastors, ihren Mann nicht mehr gesehen. Hoffnung hatte sie geschöpft, als eine öffentliche Untersuchung der Malaysischen Menschenrechtskommission (SUHAKAM) Licht in die Geschehnisse bringen sollte. Doch nur wenige Monate nach Beginn der Ermittlungen wurden diese wieder eingestellt. Im Mai 2018 überschlugen sich dann die Ereignisse: Eine neue Regierung wurde gewählt und ein Whistleblower beschuldigte die Polizeieinheit „Bukit Aman“, für die Entführung von Pastor Koh verantwortlich zu sein – die Kommission nahm ihre Arbeit erneut auf und schloss die Untersuchung im Dezember 2018 ab.

Weiterhin Ungewissheit für Susanna und die Familie

Ergebnisse der SUHAKAM-Ermittlungen sollen nun am 6. März veröffentlicht werden. Bis dahin bleibt die Familie in Ungewissheit – eine Situation, unter der Susanna, aber auch die beiden Töchter Elisabeth und Esther sehr leiden. Es gebe Zeiten, in denen sie ungeduldig werde, gestand Susanna. Aber die Worte aus den Klageliedern hätten sie ermutigt, auf Gott zu warten: „Gut ist der HERR zu dem, der auf ihn hofft, zur Seele, die ihn sucht.“ (Klgl 3,25)

„Gott hat einen Plan“

„Ich weiß zwar nicht, warum das alles passiert, aber ich bin mir sicher, Gott hat einen Plan“, meint Susanna. Was sie bereits jetzt schon sagen kann: Die Entführung ihres Mannes hat die Christen in Malaysia aufeinander zugehen lassen. „Zum ersten Mal erleben wir, wie Evangelikale und Katholiken zusammenkommen“, sagt Susanna. In den Gebetswachen, die sie mit anderen seit zwei Jahren organisiert, halten Christen unterschiedlicher Denominationen die Hände und beten gemeinsam. So geschah das auch bei einer Gebetsveranstaltung am 13. Februar zum Jahrestag des Verschwindens von Pastor Koh. Die Organisatoren des Gebetstreffens am 13. Februar dankten für die Unterstützung im Gebet durch Christen weltweit: „Einige von uns sind bedroht worden. Aber Gebet macht einen Unterschied. Bitte betet weiter für uns.“

Inzwischen verbindet Susanna und die Frau des entführten schiitischen Aktivisten, Norhayati Che Mat, eine tiefe Freundschaft. Sie unterstützen sich sehr in dieser schwierigen Zeit. Auch dies ist ein ermutigendes Zeichen in einer Zeit, die von zunehmenden Spannungen zwischen den religiösen Gruppen geprägt ist.

Bitte beten Sie für die Christen in Malaysia:

  • für Pastor Koh und die anderen Verschwundenen. Bitten Sie Gott, dass wo auch immer sie sich befinden, sie sich von der Gegenwart Gottes getragen wissen.
  • für die Familie von Pastor Koh, für Ehefrau Susanna und die Töchter Elisabeth und Esther. Bitten Sie darum, dass, sie in Geduld an Jesus festhalten und ihr Vertrauen auf ihn im Warten wächst.
  • für die unterschiedlichen christlichen Denominationen in Malaysia. Bitten Sie, dass die neu entstandene Einheit gefestigt und gestärkt werden kann.
  • für die Ehefrau des entführten schiitischen Aktivisten, Norhayati Che Mat, und die anderen Muslime, die durch die Entführung mit der christlichen Gemeinde in Kontakt gekommen sind. Beten Sie, dass Jesus ihnen begegnet.

 

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