Persönliche Berichte

Mexiko: „Wir wollen sehen, ob dein Gott dich vor uns retten kann!“

Eine Pastorenfamilie überwindet das Trauma der Verfolgung

(Open Doors, Kelkheim) – Als die wütende Menge beim Haus ankam, zwang sie Pastor Alonso mit ihr zu gehen und schleppte ihn ins Stadtzentrum. Getrieben von der Sorge um ihren Mann, folgte Silvia dem Mob eine Zeit lang. Doch dann siegte die Angst davor, ebenfalls angegriffen zu werden, und sie kehrte nach Hause zurück. Was dann mit ihrem Mann geschah, sah sie nicht mehr.

Pastor Alonso berichtet wie er den Angriff erlebte
Pastor Alonso berichtet, wie er den Angriff erlebte

Die Gemeinde wächst, ebenso die Wut der Menschen

Als wir Silvia zu ihren Erlebnissen interviewten, wirkte sie zunächst etwas nervös, weil sie die schmerzlichen Erinnerungen noch einmal durchleben musste. Alonso hingegen schien sich bereits von allen Schlägen erholt zu haben und strahlte großes Gottvertrauen aus. Zusammen mit ihren drei Kindern lebt das Pastorenehepaar inzwischen in einer anderen Stadt als derjenigen, in der sie die schwerste Zeit ihres Lebens durchlitten haben.

Bis ins Jahr 2013 leitete Alonso eine kleine evangelische Gemeinde in San Juan Otzolotepec. Bei vielen der Ortsansässigen löste die wachsende Teilnehmerzahl zunehmend Missfallen aus.

Um den „Unruhestiftern“ Einhalt zu gebieten, kappten Unbekannte zunächst die Strom- und Wasserzufuhr zum Haus des Pastorenehepaars. Ihre Kinder wurden von der Schule ausgeschlossen, der Zugang zum örtlichen Krankenhaus wurde ihnen verwehrt und ihr Haus beschädigt.

„Ich wusste, dass sich hier gerade das Wort des Herrn erfüllte“

2013 eskalierte die Situation schließlich. Silvia, Alonso und eines ihrer Kinder saßen gerade beim Frühstück, als sie draußen eine aufgebrachte Menschenmenge hörten. Schnell wurde klar, was das Ziel der Menge war: den Pastor zu töten. Mit brutaler Gewalt brachten sie ihn bis ins Stadtzentrum; Silvia, die dem Mob zunächst gefolgt war, kehrte aus Angst wieder nach Hause zurück. Unterdessen umringte die Menge Alonso und einige schrien: „Tötet ihn, verbrennt ihn!“ Jemand rief: „Wir wollen sehen, ob der Gott, über den du predigst und an den du glaubst, dich aus unserer Hand retten kann!“ Der Pastor berichtete uns: „Als ich diese Drohungen und all ihr Rufen hörte, löste das in mir keine Angst aus, weil ich wusste, dass sich hier gerade das Wort des Herrn erfüllte. Ich hätte nie gedacht, dass mein Leben wie ein Instrument in Gottes Hand sein könnte.“ Einer der Angreifer brach Alonso mit einem Tritt mehrere Rippen, so dass er sich nicht mehr bewegen konnte. Daraufhin schleifte ihn jemand ins Gefängnis und die Menge ließ von ihm ab. Vier Tage später konnte er mit Hilfe der Polizei das Gefängnis verlassen, musste aber mit seiner Familie heimlich aus der Stadt fliehen und allen Besitz zurücklassen.

Auswirkungen der Verfolgung überwinden

Über örtliche Kontakte konnte Open Doors der Familie helfen. Pastor Alonso erhielt ein Motorradtaxi als Erwerbsgrundlage, außerdem besuchte die ganze Familie gemeinsam ein Traumaseminar. Silvia sagte: „Die Leiterin ermutigte uns, als ganze Familie offen über unsere Erlebnisse zu sprechen, um die Auswirkungen der Verfolgung zu überwinden. Das war sehr hilfreich. Durch die Schilderungen meiner Kinder wurde mir bewusst, dass sie durch die Erlebnisse wirklich Schaden genommen hatten.“ Alonso ergänzte: „Heute können wir sagen, dass wir voller Dankbarkeit sind, weil Gott uns durch diese Situation getragen hat. Durch jeden, der Verfolgung erleidet, wird sein Name verherrlicht und anderen bekannt gemacht.“

Bitte beten Sie für die verfolgten Christen in Mexiko:

  • Danken Sie für die Bewahrung und Wiederherstellung von Alonso und Silvias Familie.
  • Beten Sie um Schutz und Stärkung für alle Christen, die Anfeindungen erleiden; beten Sie besonders für die betroffenen Kinder.
  • Beten Sie für alle geistlichen Leiter, dass Jesus sie für ihren Dienst ausrüstet und sie ihrer Berufung unerschütterlich nachkommen.
  • Beten Sie für alle Verfolger, dass Jesus ihnen seine Perspektive zeigt und sie von ihrem Hass befreit.

Vielen Dank für Ihr Gebet

Unser Gebet macht einen Unterschied – wie viel es unseren verfolgten Geschwistern bedeutet, lesen Sie hier

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