Persönliche Berichte

Myanmar: Chin-Christen haben das „Doppel-C-Virus“

Pastor Tun ist trotz vieler Anfeindungen glücklich

(Open Doors, Kelkheim) – Vor 10 Jahren brauchte Pastor Tun* dringend Hilfe: Aufgrund einer Rattenplage gab es in Teilen Myanmars viel zu wenig Nahrung. Die Unterstützung kam in Form von Reissäcken, gespendet von Christen und überbracht durch Open Doors. Seitdem hat Tun an vielen von Open Doors angebotenen Seminaren teilgenommen: Pastorenausbildung, Vorbereitung auf Verfolgung, ökonomische Lebensführung, Stärkung von Familien – alles angelegt auf ganzheitliche Transformation im Sinne der Bibel. Inzwischen ist er selbst stark engagiert, anderen Christen in seinem Land zu helfen. Denn wer Jesus folgt, stößt in Myanmar auf Widerstand.
 

Pastor Tun auf seinem Zuckerrohrfeld
Bild: Pastor Tun auf seinem Zuckerrohrfeld

„Freude, die ich gar nicht in Worte fassen kann“

Tun gehört zum Stamm der Chin, einer burmesischen Minderheit und gleichzeitig dem größten christlichen Stamm in Myanmar. Allerdings hat er seine Heimatstadt verlassen, um in einem weit entfernten, stark buddhistischen Dorf zu dienen.;

„Die Leute betrachten uns Christen als Außenseiter“, erklärt er einer Mitarbeiterin von Open Doors. „Man sagt, wir haben das ‚Doppel-C-Virus‘ – Chin und Christen. Die größeren Stämme wollen uns unsere Identität nehmen, wir sollen Burmesisch sprechen. Im Blick auf Glauben und Religion wollen sie, dass wir ihrer und nicht unserer Religion folgen.“ Die Auffassung, ein wahrer Burmese müsse ein Buddhist sein, ist weit verbreitet und führt immer wieder zur gezielter Verfolgung Andersgläubiger. „Welche Art von Verfolgung uns auch begegnet, 70 % sind darauf zurückzuführen“, sagt Tun. Doch trotz allem liebt er seine Aufgabe als Pastor: „Das Beste ist, mitzuerleben, wie das Leben von Menschen verändert wird und sie selbst den Wunsch entwickeln, andere für Christus zu gewinnen. Das erfüllt mein Leben mit einer Freude, die ich gar nicht in Worte fassen kann!“
 

Hinter dem Haus von Pastor Tun
Bild. Hinter dem Haus von Pastor Tun

Die eigene Familie auf alles vorbereiten

„Ich bin bisher noch nicht tätlich angegriffen worden“, sagt Tun. Aber mit indirekter Verfolgung und Ausgrenzung ist er gut vertraut. Auch die Kinder sind betroffen: „Unsere Kinder bekommen keine Stipendien, selbst wenn sie in der Schule gut sind und sie eigentlich verdienen würden.“

Tun ist wichtig, dass die Gemeinde, aber auch seine eigene Familie auf alles vorbereitet ist. „Ich sage ihnen: ‚Falls ich ins Gefängnis geworfen oder getötet werde, seid nicht überrascht. Geht weiter voran und haltet am Glauben fest. Der Herr wird seinen Teil tun, wir tun unseren.‘“

* Name geändert

Bitte beten Sie für die Christen in Myanmar:

  • Danken Sie für Pastor Tun und seine Hingabe an seine Landsleute und die Christen.
  • Danken Sie für die zahlreichen Christen unter den Chin.
  • Beten Sie, dass die Christen – die alten und die jungen – trotz aller Anfeindungen stark im Glauben bleiben und sich mutig zu Jesus bekennen.

 

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