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Myanmar: Erneut Pastor ermordet

Christen in ländlichen Gebieten immer wieder von gewaltsamen Übergriffen betroffen

(Open Doors, Kelkheim) – Am 14. September 2026 wurde Dal Thawn Tuang im Dorf Lamzang (Bundesstaat Chin) erschossen. Er war dort als Co-Pastor tätig. Der Vorfall ist ein weiterer Schlag für die christliche Gemeinschaft in der Region und hat die Sorge um die Sicherheit von Pastoren und Kirchenleitern geschürt, die inmitten des anhaltenden Konflikts in Myanmar tätig sind.

Ein lokaler Parter von Open Doors und seine Familie beten gemeinsam
Ermutigung für Christen im Bürgerkrieg: Ein lokaler Partner von Open Doors und seine Familie beten gemeinsam für seine gefährliche Reise in entlegene Gebiete

Genaue Todesumstände unklar

Die Umstände des gewaltsamen Todes von Dal Thawn Tuang sind nach wie vor umstritten. Einige Anwohner berichteten, entflohene Kriegsgefangene hätten bei ihrer Flucht durch die Ortschaft Tedim auf Zivilisten geschossen. Dabei seien der Pastor getötet und weitere Personen verletzt worden. Andere Anwohner gaben hingegen an, bewaffnete Gruppen seien für seinen Tod verantwortlich. Damit ist unklar, ob der Geistliche einem gezielten Anschlag zum Opfer gefallen ist. Der Vorfall hat bei den in der Region lebenden Christen das Gefühl der Unsicherheit verstärkt. Dies gilt in besonderem Maß für alle Pastoren im mehrheitlich von Christen bewohnten Bundesstaat Chin. Dal Thwan Tuang hatte in den Jahren 2024 und 2025 an einer Leitertagung sowie einer Schulung zur Vorbereitung auf Verfolgung teilgenommen, die lokale Partner von Open Doors organisiert hatten.

Armee lässt Christen verschwinden

Der Tod von Pastor Dal Thawn Tuang ist kein Einzelfall. Am 16. Mai 2026 nahmen Soldaten Pastor William und einen weiteren Einheimischen namens Nam Ceu fest. Die beiden Männer befanden sich zusammen mit drei anderen in einer Hütte auf einem Feld etwa eine Meile vom Dorf Chungcung entfernt. Während den Dreien die Flucht gelang, entschied Pastor William sich zu bleiben; er glaubte, sein Ausweis als Geistlicher würde ihn schützen. Doch die Soldaten nahmen ihn und Nam Ceu in Gewahrsam. Nach Bekanntwerden des Vorfalls hatten sich christliche Leiter wiederholt an die zuständigen Militärbehörden gewandt, um Informationen über den Verbleib der Männer zu erhalten. Berichten zufolge reagierten die Behörden nicht darauf. Ihre Familien kamen später zu dem Schluss, dass beide Männer am 3. Juni 2026 in Thantlang getötet worden waren. Pastor William wurde laut Beobachtern vorgeworfen, die Miliz „Hakha Chinland Defense Force“ (CDF) unterstützt zu haben. Dieser Vorwurf führte vermutlich zu seiner Ermordung.

Immer wieder Angriffe auf Pastoren und Kirchen

Seit dem Militärputsch im Februar 2021 herrscht in Myanmar Bürgerkrieg. Die von der Militärregierung vertretene Ideologie verbindet nationalistische Gedanken eng mit dem Ziel, die Vorherrschaft des Buddhismus zu sichern und auszudehnen. Dies geht immer wieder zulasten der ethnischen und religiösen Minderheiten. Seit 2021 sind Berichten zufolge mehrere Pastoren und christliche Führungskräfte durch das Militär oder im Zuge konfliktbedingter Gewalt ums Leben gekommen. Darunter sind Berichten zufolge Pastor Cung Biak Hum und Pastor Om Kee (2021 getötet), der katholische Priester Saw Radi (2023 getötet im Staat Karen) sowie Pastor Salai Ngwe Kyar (2025 getötet).

Kirchen und kirchliche Einrichtungen sind ebenfalls weiterhin Angriffen ausgesetzt, darunter auch Luftangriffe. Diese Vorfälle haben die Sorge unter Pastoren, Missionaren und Evangelisten verstärkt und gleichzeitig den Spielraum für Kirchen eingeschränkt, ihren Gemeinden frei zu dienen. Der Chin-Staat, in dem die meisten Einwohner Christen sind, gehört nach wie vor zu den am stärksten vom Konflikt betroffenen Regionen.

Win Tin*, ein lokaler Partner von Open Doors, berichtet: „Die Lage in Myanmar zeigt keine Anzeichen einer Besserung, und die Sicherheitslage ist äußerst besorgniserregend. Pastoren und Gemeindeleiter werden an militärischen Kontrollpunkten gründlich untersucht und verhört. Wir brauchen Gebete, Ermutigung und Mut, um uns den vor uns liegenden Herausforderungen zu stellen.“

Auf dem Weltverfolgungsindex 2026 steht Myanmar an 14. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

*Name geändert

Quellen: Open Doors

Bitte beten Sie für die Christen in Myanmar

  • Beten Sie für die Familien aller Ermordeten um Gottes Trost und neue Hoffnung.
  • Beten Sie um Schutz der Christen und Kirchen vor weiteren Angriffen.
  • Beten Sie für die Pastoren, dass Jesus ihnen immer neuen Mut und Weisheit schenkt, damit sie ihren Dienst ohne Einschränkungen ausführen und die Gemeinden geistlich versorgen.
  • Beten Sie für die Konfliktparteien auf beiden Seiten – sowohl für die Armee als auch für die Opposition – dass Gottes Geist an den Herzen wirkt und die Kämpfe beendet werden.

 

Vielen Dank für Ihr Gebet

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