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Nach 5.000 Kilometern Fußmarsch enttäuscht zurück nach Syrien?

ZDF-Mittagsmagazin im Gespräch mit christlichen Flüchtlingen

(Open Doors, Kelkheim) – Sie haben in Deutschland Schutz vor Krieg und religiöser Verfolgung durch Islamisten gesucht: christliche Flüchtlinge aus Syrien, Irak und dem Iran. Doch manche von ihnen überlegen inzwischen ernsthaft, in ihre Herkunftsländer zurückzukehren. Den Ursachen hierfür ist das überkonfessionelle christliche Hilfswerk Open Doors nachgegangen. In seiner aktuellen Erhebung berichten 743 christliche Flüchtlinge sowie 10 Jesiden von religiös motivierten Übergriffen durch radikale Muslime in deutschen Asylunterkünften.
 

Zum Flüchtlingsbericht


Nachdem SAT.1 und die Hessenschau jüngst über Gewalt gegen christliche Flüchtlinge in deutschen Asylunterkünften berichteten, hat das ZDF am 23.11. das Thema im Mittagsmagazin ebenfalls aufgegriffen. In dem dreiminütigen Beitrag wurden betroffene Flüchtlinge aus Syrien sowie der geschäftsführende Vorstandsvorsitzende von Open Doors Deutschland, Markus Rode, interviewt.
 

ZDF-Mittagsmagazin

Hinweis: Der Bericht des ZDF ist leider online nicht mehr Verfügbar.


Besonders erschütternd ist der Bericht von Ron, einem jungen syrischen Christen. Im Fernsehbeitrag wird nicht erwähnt, dass er bei seiner Flucht zu Fuß etwa 5.000 Kilometer zurückgelegt hat und nun überlegt, nach Syrien zurückzukehren. Nach einer lebensbedrohlichen Messerattacke durch radikale Muslime in einer Asylunterkunft erhält er weiter Morddrohungen. Seine Enttäuschung über den unzureichenden Schutz durch den deutschen Rechtsstaat ist groß.

Die Recherchen von Open Doors lassen auf eine hohe Dunkelziffer nicht erfasster Übergriffe schließen. Wirksame Schutzmaßnahmen für christliche Flüchtlinge und andere religiöse Minderheiten in deutschen Asylunterkünften wurden immer wieder bei der Bundesregierung sowie den Ministerpräsidenten der Bundesländer eingefordert. Leider mit mäßigem Erfolg. Einen Lichtblick gibt es aus Hessen. Dort hat die Landesregierung einen Maßnahmenkatalog erstellt, der auch für andere Bundesländer Modellcharakter haben kann.

Zum Maßnahmenkatalog Hessen
 

Gemeinsam mit dem Zentralrat Orientalischer Christen in Deutschland (ZOCD), Aktion für verfolgte Christen und Notleidende (AVC) und der Europäischen Missionsgemeinschaft (EMG) fordert Open Doors nach wie vor die Umsetzung der folgenden Maßnahmen zum Schutz religiöse Minderheiten unter den Flüchtlingen:

  1. Präventionsmaßnahmen zum Schutz religiöser Minderheiten während des gesamten Asyl- und Integrationsprozesses (vgl. Maßnahmenkatalog des hessischen Innenministeriums).
  2. Zusammenlegung von Minderheiten, sodass der Anteil der Christen sowie anderer religiöser Minderheiten im Verhältnis zu den Muslimen in etwa gleich sind.
  3. Getrennte Unterbringung von Christen sowie von anderen religiösen Minderheiten, die bereits Opfer von Verfolgung und Diskriminierung geworden sind. Dies sollte auch die Möglichkeit einer dezentralen Unterbringung umfassen. Dezentrale Unterbringung darf von Behörden nicht grundsätzlich blockiert werden, insbesondere wenn entsprechend Wohnraum für betroffene Christen angeboten wird.
  4. Adäquate Erhöhung des nicht-muslimischen Anteils innerhalb des Wachpersonals.
  5. Regelmäßige Schulungen und Sensibilisierung der Mitarbeiter und des Sicherheitspersonals in Flüchtlingsunterkünften hinsichtlich Ursachen religiöser Konflikte und des Schutzes religiöser Minderheiten sowie verpflichtende Erfassung der Religionszugehörigkeit bei religiös motivierten Konflikten.
  6. Bereitstellung von Vertrauenspersonen christlichen Glaubens, an die sich von Verfolgung betroffene Christen wenden können.

 

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