Meldungen zu Nepal
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(Open Doors, Kelkheim) – Drohungen gegen christliche Leiter und Angriffe auf Kirchen sind in Nepal inzwischen an der Tagesordnung, wie Christen aus dem Land jüngst berichteten. Das im vorigen August in Kraft getretene Anti-Bekehrungs-Gesetz spielt dabei eine wesentliche Rolle. Viele Gemeindeleiter fragen sich besorgt, was wohl als Nächstes auf sie zukommen wird.
Im Jahr 2018 wurden mindestens 13 Verhaftungen von Christen registriert und in mindestens 22 Fällen veröffentlichten große Zeitungen falsche Anschuldigungen gegen Christen. In den Artikeln wurde den Christen vorgeworfen, Hindus mit verschiedenen Mitteln zum Übertritt zum christlichen Glauben zu bewegen, und eine Bestrafung dafür verlangt. Zudem wurde die Forderung laut, dass alle christlichen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) verboten werden sollten.
Tatsächlich sind christliche NGOs in letzter Zeit vermehrt bedrängt worden. Unter dem Vorwurf, ihre Aktivitäten zielten auf Konversionen ab und seien somit illegal, wurden sie aufgefordert, ihre Arbeit im Land einzustellen. Neue christliche Organisationen erhalten keine Registrierung. In einem Fall versucht die Regierung, eine Organisation zu schließen, die am Druck von Bibeln beteiligt ist. Ein Pastor äußerte die Befürchtung, dass angesichts der Entwicklungen bald sogar das Lesen in der Bibel als illegal angesehen werden könnte. Ein weiteres ernsthaftes Problem ist die Schließung christlicher Waisenhäuser (ebenfalls aufgrund von Anschuldigungen, die Kinder zum Christentum bekehren zu wollen), wodurch die betroffenen Waisenkinder auf der Straße landen.
Ein nepalesischer Pastor berichtet: „Manchmal bin ich äußerst beunruhigt, aber ich hoffe auf den Herrn. Ich sehe, dass christliche Leiter überwacht werden und unser Leben und unser Dienst immer in Gefahr sind. Im Rahmen der Umsetzung des neuen Religionsgesetzes werden immer mehr Christen überwacht und angeklagt. Es gibt keine Möglichkeit für Kirchen, sich als religiöse Gruppen registrieren zu lassen; sie werden als NGOs geführt. Dies kann jederzeit als illegal erklärt werden.“
„Ich befürchte, dass es immer schwieriger für Christen wird, in Nepal zu arbeiten“, sagte eine lokale Kontaktperson von Open Doors. Prominente Persönlichkeiten im Land haben offen ihren Hass auf Christen geäußert. Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors steht Nepal derzeit auf Platz 32. Nachdem das Land zehn Jahre lang nicht unter den 50 Ländern gelistet war, in denen Christen am stärksten verfolgt werden, führte ein deutlicher Punktanstieg dazu, dass Nepal 2018 auf die Rangliste zurückkehrte. Wie im großen Nachbarland Indien ist auch hier Hindu-Nationalismus die treibende Kraft der wachsenden Verfolgung.
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