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Nigeria: Weitere Entführte aus Chibok in Freiheit

Knapp 100 junge Frauen immer noch in der Hand von Boko Haram

(Open Doors, Kelkheim) – 11 weitere der „Chibok-Mädchen“ konnten seit Juni dieses Jahres aus der Gewalt ihrer Entführer entkommen; zusammen mit mindestens 21 Kindern. Das teilte die nigerianische Regierung Ende November mit. Laut Aussagen eines Armeesprechers bleiben damit 96 der ursprünglich über 230 Entführten übrig, über deren Verbleib keine Informationen vorliegen.

Einige der betroffenen Väter zeigen Fotos ihrer entführten Töchter (Archivbild)
Einige der betroffenen Väter zeigen Fotos ihrer entführten Töchter (Archivbild)

Aufarbeitung der Gefangenschaft

Seit dem Anschlag von Boko-Haram-Kämpfern auf eine Mädchenschule im April 2014, bei dem sie die größtenteils christlichen Mädchen in ihre Gewalt brachten, ist einigen von ihnen die Flucht gelungen; andere wurden mit Gewalt befreit, wieder andere sind mittlerweile verstorben. Über die elf seit Juni Freigekommenen liegen folgende Informationen vor:

  • Hauwa Joseph, gefunden am 12. Juni zusammen mit ihrem Kind nahe der Stadt Bama.
  • Mary (Maryama) Dauda, gefunden am 14. Juni zusammen mit ihrem Kind in Gava in Gwoza.
  • Ruth Bitrus, geflohen aus einem Boko-Haram-Lager im Sambisa-Wald, gerettet am 27. Juni in Bama zusammen mit ihrem Kind.
  • Kauna Luka mit ihren drei Kindern und Hanatu Musa mit ihren zwei Kindern, gefunden am 25. Juli in Aulari, im Gebiet von Bama.
  • Aisha Grema (zu diesem Zeitpunkt schwanger), gefunden zusammen mit ihrem 4-jährigen Kind am 12. August in Bama. Sie hat inzwischen entbunden.
  • Falmata Lawal und ihr Kind, gerettet am 30. August nahe der Stadt Bama.
  • Asabe Ali, gerettet zusammen mit ihrem Kind am 1. September, nachdem ihr die Flucht aus einem Boko-Haram-Lager in Gazuwa, Bama, gelungen war.
  • Jinkai Yama, gefunden zusammen mit drei ihrer Kinder am 2. September in Bama.
  • Yana (Iyagana) Pogu, gerettet zusammen mit ihren vier Kindern zu einem nicht näher genannten Zeitpunkt.
  • Rejoice Senki, gerettet zusammen mit ihren zwei Kindern zu einem nicht näher genannten Zeitpunkt.

Die geretteten Frauen wurden nach einer umfassenden medizinischen Untersuchung und einer ersten psychologischen Betreuung durch die Armee an die Regierung des Bundesstaates Borno übergeben, so der zuständige Militärkommandant. Einem Bericht des Nachrichtenportals „Vanguard“ zufolge sind die genannten 11 Frauen und ihre Kinder in einem Übergangslager in Maiduguri untergebracht. Unter ihnen sind auch zwei weitere Chibok-Frauen, die Anfang dieses Jahres fliehen konnten: Ruth Ngalada, 25, mit einem Kind und Hassana Adamu, 25, mit drei Kindern.

Eine der Frauen berichtete gegenüber der Zeitung „The Sun“ von fortwährenden Vergewaltigungen während der Gefangenschaft. Sie wurde gegen ihren Willen mit einem Kämpfer verheiratet und gezwungen, zum Islam zu konvertieren. „Wenn du ihnen nicht gehorcht hast, haben sie mit dir gemacht, was sie wollten“, so eine der Aussagen.

Sehnsucht nach der Familie

Ruth Ngalada, Maryam Dauda und Hassana Adamu sagten in einem Interview mit Vanguard: „Wir stehen in Kontakt mit unseren Eltern. Es ist uns erlaubt, unsere Eltern und Familienmitglieder zu besuchen. Wir danken der Regierung für das, was sie für uns getan hat, aber wir würden gerne in unsere Häuser ziehen, um bei unseren Familien zu leben. Wenn wir in unseren Häusern sind, werden wir uns besser fühlen.“

Auch für die Eltern ist die Situation schwer zu ertragen. Einige klagten über vergebliche Versuche, sowohl mit der Landes- als auch mit der Bundesregierung über ihre Töchter zu sprechen. „Wenn die Regierung uns gesagt hätte, dass unsere Töchter tot sind, würden wir es für eine Weile spüren und den Schmerz dann vergessen. Aber die Ungewissheit, ob unsere Töchter noch leben, macht es schwierig […]. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass sie eines Tages zurückkehren werden“, so ein Elternteil.

Nach Angaben von Dr. Allen Manasseh von der Bewegung „Bring Back Our Girls“ sind über 20 Eltern der Mädchen an gesundheitlichen Komplikationen gestorben, die durch das lange Warten auf die Rückkehr ihrer Kinder verursacht wurden.

Auf dem Weltverfolgungsindex 2022 belegt Nigeria den 7. Platz unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

Quellen: Vanguard, The Sun, Open Doors

Bitte beten Sie für die Entführten und ihre Familien!

  • Danken Sie Gott für jede junge Frau, die den Entführern entkommen konnte.
  • Beten Sie um tiefe Heilung und Wiederherstellung der Freigekommenen und ihrer Familien.
  • Beten Sie um Freiheit für die verbliebenen Inhaftierten, die noch am Leben sind – so auch für Leah Sharibu.
  • Beten Sie, dass die jungen Frauen in ihrer Gefangenschaft immer wieder Gottes Nähe spüren, seinen Schutz erleben und im Glauben gestärkt werden.

Vielen Dank für Ihr Gebet

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