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Pakistan: Zwei Christen nach Blasphemieklage frei, ein dritter verstorben

(Open Doors, Kelkheim) – Immer wieder geraten Christen in Pakistan aufgrund von Anklagen wegen angeblicher Blasphemie in Lebensgefahr. Die berüchtigten Blasphemiegesetze werden oft missbraucht, um persönliche Konflikte auszutragen, Land zu beschlagnahmen und Christen an den Rand der Gesellschaft zu drängen. Deshalb ist es sehr erfreulich, dass zuletzt zwei Christen offiziell von Blasphemieklagen freigesprochen wurden. Ein weiterer Christ starb unterdessen in Untersuchungshaft, während er auf seinen Prozess wegen einer fingierten Blasphemieklage wartete.

Straßenszene in Lahore
Straßenszene in Lahore

Am 5. Juli ordnete ein Gericht in Lahore die Freilassung von Dennis Albert an, der im April 2024 wegen Blasphemie festgenommen worden war. Ihm wurde vorgeworfen, „religiöse Gefühle verletzt“ und „den Koran entweiht“ zu haben, nachdem er beim Aussteigen aus seiner Rikscha auf die Seiten des Korans getreten sein soll. Der muslimische Richter befand jedoch, dass die Anklage keine ausreichenden Beweise für Dennis Alberts Schuld vorlegen konnte, da „Beweismittel fehlten, Zeugenaussagen unzuverlässig und digitale Beweise nicht verifiziert waren“, so die pakistanische Zeitung „Dawn“. Angesichts der Schwere der Vorwürfe müsse der „rechtliche Beweismaßstab“ gewahrt werden, betonte der Richter. Er verwies bei seiner Begründung unter anderem auf den Fall von Asia Bibi.

 

Anwalt vermutet persönliche Ressentiments als Auslöser

Bereits Ende Juni wurde in Lahore der 51-jährige Nadeem Masih freigelassen, der sich ebenfalls wegen angeblicher Blasphemie verantworten musste. Der blinde Christ war im August 2025 unter dem Vorwurf angeklagt worden, den Propheten Mohammed beleidigt zu haben. Er hatte seinen Lebensunterhalt mit dem Betrieb einer öffentlichen Waage in einem Park verdient, wo Passanten gegen eine geringe Gebühr ihr Gewicht ermitteln konnten. Dort war es zu einer Auseinandersetzung mit anderen Arbeitern gekommen. Masihs Anwalt hatte stets die Ansicht vertreten, dass die Anklage gegen seinen Mandanten erfunden und durch persönliche Ressentiments geschürt worden sei.

Ein Sprecher von Open Doors erklärte: „Wir freuen uns, dass die Richter zugunsten des Angeklagten entschieden haben. Der Vorwurf der Blasphemie ist in Pakistan eine äußerst schwerwiegende Anklage und hat lebensverändernde Folgen für die betroffene Person und ihre Familie. Wir fordern, dass Ermittlungen von erfahrenen Beamten gründlich durchgeführt und alle Beweise sorgfältig geprüft werden, bevor Anklage erhoben wird. Wir würden auch jeden rechtlichen Schritt begrüßen, der darauf abzielt, diejenigen, die falsche Blasphemievorwürfe erheben, zur Rechenschaft zu ziehen.“

Fehlende medizinische Versorgung führt zum Tod

Ein dritter Christ, der ebenfalls fälschlicherweise der Blasphemie beschuldigt worden war, starb Anfang dieses Monats im Gefängnis. Amir Peter wurde wegen Blasphemie angeklagt, nachdem lokale Händler im Juli 2025 Anzeige gegen ihn bei der Polizei erstattet hatten. Er litt an Diabetes, erhielt jedoch während der Haft nicht die erforderliche medizinische Versorgung und starb an den Folgen von Komplikationen.

 

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