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Sudan: Acht Kirchenleitern droht erneuter Prozess

Wiederaufnahme der Gerichtsverhandlung auf Betreiben der Regierung?

(Open Doors, Kelkheim) – Ein Strafverfahren gegen acht führende Kirchenleiter der Sudanese Church of Christ (SCOC) wurde im Oktober wieder aufgenommen. Sie werden des Hausfriedensbruchs und illegalen Besitzes von Kircheneigentum beschuldigt. Nachdem ein Amtsgericht letztes Jahr fünf der Angeklagten freigesprochen hatte, ordnete der Oberste Gerichtshof Anfang Oktober eine Wiederaufnahme des Prozesses an.

Die sudanesische Regierung lässt immer wieder Kirchenbesitz beschlagnahmen oder zerstören.
Die sudanesische Regierung lässt immer wieder Kirchenbesitz beschlagnahmen oder zerstören.

Prozess ursprünglich schon abgeschlossen

Bei den acht Angeklagten handelt es sich um den Kirchenpräsidenten und andere führende Leiter der SCOC, einer Denomination, der über 1000 Gemeinden im Sudan angehören. Die Männer waren im August 2017 verhaftet worden, weil sie sich geweigert hatten, die Verwaltung von Kircheneigentum einem von der Regierung eingesetzten Komitee zu überlassen. Ein Amtsgericht entschied im August 2018 jedoch, dass das Recht auf Verwaltung von Kirchenbesitz weiterhin bei der SCOC liege. Nun wurde der Prozess vom Obersten Gerichtshof wieder aufgenommen – ein Strafverfahren sei zulässig und werde fortgesetzt. Wie die Anwälte der Angeklagten mitteilten, baue der Oberste Gerichtshof seine Argumentation auf Dokumente auf, die vom Ministerium für religiöse Angelegenheiten eingereicht worden seien. Dies lässt vermuten, dass die Wiederaufnahme des Gerichtsprozesses auf Betreiben des Ministeriums geschah.

Massives Eingreifen in Kirchenangelegenheiten

In der Vergangenheit ist es immer wieder zur Einmischung in kircheninterne Angelegenheiten vonseiten der Regierung gekommen. Vom Ministerium für religiöse Angelegenheiten eingesetzte Komitees übernehmen die Verwaltung von Kircheneigentum, beschlagnahmen und verkaufen Grundbesitz von christlichen Gemeinden oder zerstören Kirchengebäude (Open Doors berichtete). Genehmigungen für den Bau neuer Gebäude zu bekommen, ist äußerst schwierig. Pastoren und Kirchenleiter, die gegen dieses Vorgehen protestierten, wurden verhaftet und bekamen Geldstrafen.

Ein Schritt in Richtung Religionsfreiheit?

Die Wiederaufnahme des Gerichtsprozesses der acht Kirchenältesten kommt nur einen Monat nachdem Nasr-Eddin Mofarah, der neue Minister für religiöse Angelegenheiten der Übergangsregierung des Sudans, in einem Interview die religiöse Vielfalt und Toleranz des Landes betont hatte. Die neusten Entwicklungen sprechen jedoch eine andere Sprache. Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors steht der Sudan aktuell an 6. Stelle der Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt werden.

Quellen: World Watch Monitor, CSW, Open Doors

Bitte beten Sie für die Christen im Sudan:

  • Beten Sie, dass die Anklage gegen die acht Kirchenleiter fallengelassen wird.
  • Bitten Sie Gott um seinen Trost und Beistand für alle sudanesischen Christen, die inhaftiert sind.
  • Beten Sie für die Regierenden im Sudan, dass Jesus Christus ihnen begegnet und sie Gesetze erlassen, die es Christen ermöglichen, ihren Glauben frei zu leben.

 

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