Persönliche Berichte

Sudan: „Bitte betet, dass Gott eingreift!“

Militärputsch sorgt bei Christen für große Sorgen um die Zukunft ihres Landes

(Open Doors, Kelkheim) – Nach dem Militärputsch im Sudan am vergangenen Montag beschreiben lokale Partner von Open Doors die Lage als insgesamt ruhig, aber äußerst angespannt. „Wir bitten euch, für den Sudan zu beten. Betet für die kommenden Stunden. Wir hoffen, dass es zu einer friedlichen Einigung kommt“, bat ein lokaler Christ in einer Audionachricht am Dienstag. In dem Land hatte es zuletzt hoffnungsvolle Entwicklungen gerade im Bereich der Religionsfreiheit gegeben.

Sudanesische Christinnen beten während eines von Open Doors organisierten Seminars (Symbolbild)
Sudanesische Christinnen beten während eines von Open Doors organisierten Seminars (Symbolbild)

Reformen für mehr Religionsfreiheit gefährdet

Der Sudan war viele Jahre Schauplatz teils brutaler Verfolgung von Christen, unter anderem durch die Armee. Seit der Absetzung des langjährigen Diktators Omar al-Bashir hat eine Übergangsregierung unter Premierminister Abdalla Hamdok jedoch zahlreiche Reformen angestoßen, darunter die Aussetzung der Todesstrafe für den Abfall vom Islam, die Einrichtung einer nationalen Kommission für Religionsfreiheit und die Strafverfolgung der Täter im Zusammenhang mit Angriffen auf Kirchen. Hamdoks Regierung war zum Zeitpunkt des Putsches mit der Erstellung einer Übergangsverfassung beschäftigt, um diese und andere Reformen nachhaltig zu verankern. Dazu meldet eine Kontaktperson: „General Burhan hat alle Arbeiten an den Übergangsverfassungen auf Eis gelegt. Er hat die gesamte Regierung abgesetzt. Und sie haben sogar einige Bereiche der Verfassungen außer Kraft gesetzt und verkündet, dass das Land jetzt unter der Führung des Militärs steht.“

Putschistenführer General Abdel Fattah al-Burhan verteidigte unterdessen die Machtübernahme durch die Armee und erklärte, er habe die Regierung abgesetzt, um einen Bürgerkrieg zu vermeiden. Er beschuldigte Politiker der Aufwiegelung gegen die Streitkräfte und verwies auf die Tatsache, dass Minister des Kabinetts in der vergangenen Woche an Demonstrationen teilgenommen hatten, um gegen die drohende Machtübernahme durch das Militär zu protestieren.

Am gestrigen Dienstag wurden bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und den Sicherheitskräften laut einem Beamten des Gesundheitsministeriums sieben Menschen getötet. Eine Kontaktperson vor Ort sandte uns ein Bild von Straßenbarrikaden und erklärte: „Das ist die Art und Weise, wie die Zivilbevölkerung die Straße vor dem Militär verschließt, um sie aus den Vierteln fernzuhalten, weil sie glauben, dass sonst viel Blut vergossen wird und viele Menschen getötet werden.“

„Wir hoffen … wir hoffen …“

Die Ereignisse haben zu einer Unterbrechung der kirchlichen Aktivitäten geführt, obwohl die Christen versucht haben, sich zu Lehre und Gemeinschaft zu treffen, erklärte eine Kontaktperson: „Einige Leute haben einen Gottesdienst organisiert. Sie riefen mich an, um zu helfen und zu predigen, aber dann sagten sie alles wegen der Situation ab. Also wurde alles gestoppt und abgesagt. Das gilt auch für andere geistliche Treffen ... heute hatten wir in meiner Kirche eine Bibelstunde, aber es ist niemand dazu gekommen, weil es keine Beförderungsmöglichkeiten gibt.“

Jemand anders resümierte in einer Audionachricht an uns: „Wir können nur abwarten und beten, dass Gott in dieser Situation eingreift, ohne Blutvergießen. Wir hoffen ... wir hoffen ...“

Bitte beten Sie für die Lage im Sudan und besonders für die dortigen Christen!

  • Beten Sie, dass Gott eingreift und weiteres Blutvergießen verhindert.
  • Danken Sie Jesus für die hoffnungsvollen Entwicklungen in den letzten Jahren und beten Sie, dass diese fortgeführt werden.
  • Beten Sie für die Christen, dass sie sich in der gegenwärtigen Lage weise verhalten und anderen Hoffnung und Orientierung geben können.
  • Beten Sie, dass es zu keinen Versorgungsengpässen kommt.
  • Beten Sie für eine friedliche Lösung und für eine Wiedereinsetzung der Übergangsregierung.
  • Beten Sie für General Abdel Fattah al-Burhan und andere maßgebliche Militärs, dass Sie nicht unüberlegt handeln, sondern zum Wohl ihres Landes handeln.

Vielen Dank für Ihr Gebet

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