Meldungen zu Tadschikistan
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(Open Doors, Kelkheim) – In den vergangenen Tagen begann der Gerichtsprozess gegen einen tadschikischen Pastor, der vor drei Monaten bei einer Polizeirazzia in seiner Gemeinde verhaftet worden war. Dies teilte die Nachrichtenagentur Forum 18 mit, die regelmäßig über Verletzungen der Religionsfreiheit in Zentralasien berichtet. Die Christen in Tadschikistan werden von den staatlichen Behörden immer stärker unter Druck gesetzt.
Am 10. April führte die tadschikische Geheimpolizei eine Razzia in einer protestantischen Kirche in der Stadt Chudschand im Norden des Landes durch. Die Polizisten verhafteten den Pastor, Bakhrom Kholmatov, und verhörten und verprügelten weitere Gemeindemitglieder. Zudem beschlagnahmten sie christliche Liederbücher mit der Begründung, ihr Inhalt sei „extremistisch“. In dieser Woche begann der Gerichtsprozess gegen Pastor Kholmatov. Im Fall einer Verurteilung wegen religiösen Extremismus könnte er zu einer langen Gefängnisstrafe verurteilt werden.
Am 11. Juni kam es zu einer weiteren Razzia in einer Baptistengemeinde in der Hauptstadt Duschanbe. Dabei wurden Filmaufnahmen gemacht und die persönlichen Daten aller Anwesenden aufgenommen. Die „Staatliche Kommission für religiöse Angelegenheiten“ erlegte der Gemeindeleitung eine Geldstrafe „für nichtregistrierte religiöse Aktivitäten“ auf und drohte mit weiterer Strafverfolgung.
In den vergangenen zwei Monaten wurden mehrere Kirchen von Polizei und Sicherheitsdienst genauestens durchsucht. Es scheint so, als ob die kommunalen Behörden nach Gründen suchten, den Gemeinden ihre offizielle Zulassung zu entziehen. Dies hätte schwerwiegende Folgen: Alle Gruppen ohne staatliche Registrierung sind in Tadschikistan illegal und dürfen keine Versammlungen abhalten, geschweige denn ein eigenes Gebäude besitzen. Die Verfolgung durch die Regierung wird noch verstärkt durch den Einfluss extremistischer Muslime. Erst kürzlich forderte ein führender muslimischer Geistlicher die Schließung von Kirchen.
Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors steht Tadschikistan derzeit auf Platz 35 unter den Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. In der Verfassung des zentralasiatischen Staates wird die Religionsfreiheit zwar offiziell geschützt, doch die Regierung ist bestrebt, alle religiösen Aktivitäten zu überwachen. Der christliche Glaube gilt als ausländischer Einfluss und in diesem Zusammenhang als staatsgefährdend. Von Verfolgung betroffen sind dabei besonders Gemeinden, die aktiv evangelisieren; immer wieder werden Razzien durchgeführt, christliches Material beschlagnahmt, Pastoren und Gemeindemitglieder inhaftiert und zu Geldstrafen verurteilt.
Quelle: World Watch Monitor, Open Doors
Länderprofil
Weltverfolgungsindex 2026: Platz 27. Im Länderprofil lesen Sie, warum und auf welche Weise Christen in Tadschikistan verfolgt werden und wie sich das konkret in ihrem Leben äußert.
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