Meldungen zur Türkei
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(Open Doors, Kelkheim) – Nach 22 Monaten in Haft gibt es Anlass zur Hoffnung, der US-amerikanische Pastor Andrew Brunson könnte in naher Zukunft freigelassen werden. Nachdem der Ton zwischen der US-amerikanischen und der türkischen Regierung zunächst schroffer geworden war, scheint nun eine Einigung möglich zu werden, die Brunsons Freilassung beinhalten könnte.
Im April, Mai und Juli hatte Brunson bei drei Terminen vor Gericht gestanden, anschließend wurde er Ende Juli aus dem Gefängnis entlassen und unter Hausarrest gestellt. Bis zum nächsten Verhandlungstag am 12. Oktober darf er sein Haus nicht verlassen. Seitdem ist es zu öffentlichen und gegenseitigen Anschuldigen zwischen US-Präsident Trump und dem türkischen Präsidenten Erdogan gekommen. Trump hatte bereits zuvor die Freilassung Brunsons gefordert – Erdogan verlangte im Gegenzug zunächst die Auslieferung des islamischen Geistlichen Fethullah Gülen, der für den Putschversuch in der Türkei 2016 verantwortlich gemacht wird. Brunson wird unter anderem die Unterstützung Gülens vorgeworfen – Brunsons Tochter hatte diese Anschuldigungen als „absurd“ zurückgewiesen.
Nun haben sich die beiden Regierungen einander angenähert. Eine türkische Delegation ist für Verhandlungen nach Washington gereist. Pastor Brunsons Anwalt Cem Halavurt äußerte vorsichtige Hoffnung, dass sein Klient in naher Zukunft freikommen könnte: „Ich denke, es gibt die Möglichkeit, dass Andrew Brunson freigelassen wird. Dieses Thema beeinflusst inzwischen die türkische Wirtschaft und die Beziehungen zu anderen Nationen.“
Bei den stundenlangen Gerichtsterminen, die über mehrere Monate verteilt stattfanden, hatte die Anklage keinen Zeugen präsentieren können, der Brunson ernsthaft belasten konnte. Unter anderem versuchten die Zeugen, dem Pastor Verbindungen zu Gülen und der als Terrororganisation verbotenen kurdischen PKK zu bescheinigen. Ihre Vorwürfe brachten jedoch keine Beweise gegen Brunson zu Tage. Dieser hatte die Anschuldigungen gegen sich stets bestritten.
Andrew Brunson war 2016 im Oktober festgenommen worden. Erst nach 17 Monaten in Untersuchungshaft hatte die türkische Staatsanwaltschaft im März dieses Jahres Anklage gegen den Pastor erhoben. Vor seiner Festnahme lebte Brunson bereits seit 23 Jahren in der Türkei und arbeitete als Pastor.
Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors rangiert die Türkei aktuell an 31. Stelle unter den Ländern, in denen Christen weltweit wegen ihres Glaubens verfolgt werden.
Quellen: Open Doors, World Watch Monitor
Länderprofil
Weltverfolgungsindex 2026: Platz 41. Im Länderprofil lesen Sie, warum und auf welche Weise Christen in der Türkei verfolgt werden und wie sich das konkret in ihrem Leben äußert.
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