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Weihnachten als Auslöser für Terror, Razzien und Verbote

Christen in Nigeria, Turkmenistan und auf den Komoren erleben bedrückende Festtage

(Open Doors, Kelkheim) – Das Weihnachtsfest 2019 wurde für Christen in einigen Ländern überschattet von Angst und Trauer. Seit Jahren beobachtet Open Doors, dass gerade das Fest der Geburt Jesu von Verfolgern in vielen Ländern zum Anlass genommen wird, in besonderer Weise gegen Christen vorzugehen. Nachfolgend einige aktuelle Beispiele.

Neuanfang nach Boko Haram Angriff: wieder errichtete Kirche im Nordosten Nigerias (Archivbild)
Neuanfang nach Boko-Haram-Angriff: wieder errichtete Kirche im Nordosten Nigerias (Archivbild)

Komoren: Weihnachtsfeiern bei Strafandrohung verboten

Auf den Komoren, einer Inselgruppe vor der Küste Ostafrikas, wurden kurz vor Weihnachten alle Bürger des Landes in einer Erklärung davor gewarnt, Weihnachten zu feiern. Derartige Feiern seien, so der Generaldirektor für Islamische Angelegenheiten in dem offiziellen Dokument, „gleichbedeutend mit Korruption und moralischer Dekadenz“ und „mit den islamischen Werten, Prinzipien und der islamischen Zivilisation unvereinbar.“ Und weiter: „Das Ministerium für Islamische Angelegenheiten, das Justizministerium, das Innenministerium, das Informationsministerium und der Mufti verurteilen und verbieten hiermit alle Feiern, Zeremonien und Aktivitäten im Zusammenhang mit Weihnachten an allen öffentlichen Orten, Hotels, Clubs und Häusern […]. Das Ministerium für Islamische Angelegenheiten weist die Sicherheitsbehörden […] an, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um alle Teilnehmer an christlichen Aktivitäten zu verhaften und ihre Treffen zu verhindern.“ Auf den Komoren ist der Islam seit 2009 Staatsreligion; 0,5 % der Einwohner sind laut der World Christian Database Christen. Derzeit wird das Land nicht auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors geführt.

Turkmenistan: Polizeirazzia beendet Weihnachtsfeier

In Turkmenistan traf sich am Abend des 26. Dezember eine Gruppe christlicher Frauen, um heimlich einen Weihnachtsgottesdienst zu feiern. Gleich zu Beginn der Zusammenkunft stürmte jedoch die Polizei das Treffen. Die Beamten durchsuchten das Haus, konfiszierten alle Mobiltelefone, fotografierten jede Teilnehmerin und hielten sie mehrere Stunden lang für Verhöre fest. Die Untersuchungen dauern an, weitere Treffen in dem Haus sind vorerst unmöglich. Auf dem Weltverfolgungsindex steht Turkmenistan aktuell an 23. Stelle.

Nigeria: Terror und Hinrichtungen

Aus Nigeria wurden gleich zwei blutige Vorfälle während der Weihnachtstage gemeldet. Die ISWAP-Fraktion von Boko Haram gab die Hinrichtung von elf Männern am Weihnachtstag bekannt, die sie zuvor gefangen genommen hatte. Laut dem Journalisten Ahmed Salkida hat die Gruppe ein Video von der Hinrichtung veröffentlicht. In einem Anfang Dezember 2019 erschienenen ersten Video hatten die Männer die Regierung und die „Christian Association of Nigeria“ (CAN) um Hilfe bei ihrer Freilassung gebeten. Während ISWAP behauptet, alle Opfer seien Christen gewesen, glaubt Salkida nach eigenen Analysen, dass drei von ihnen Muslime waren. ISWAP begründete die Tat mit der Tötung ihrer Anführer Abu Bakr al-Baghdadi und Abu al-Hassan al-Muhadschir in Syrien sowie mit der Weigerung der nigerianischen Regierung, einen Austausch der Geiseln mit inhaftierten Boko-Haram-Mitgliedern durchzuführen.

Bei einem weiteren Vorfall stürmten laut einer Meldung der Nachrichtenagentur AFP dutzende Kämpfer von Boko Haram am Heiligabend das Dorf Kwarangulum, etwa 16 km von Chibok entfernt. Sie schossen auf flüchtende Einwohner und setzten Häuser sowie eine Kirche in Brand, nachdem sie die Nahrungsvorräte geplündert hatten. „Sie töteten sieben Menschen und entführten ein Teenager-Mädchen“, sagte David Bitrus, Angehöriger einer örtlichen Bürgerwehr. Bereits im April hatte ein ähnlicher Angriff stattgefunden. Ein Open Doors-Mitarbeiter aus der Region bat, für die Dorfgemeinschaft und besonders für das entführte Mädchen zu beten.

Auf dem Weltverfolgungsindex steht Nigeria aktuell an 12. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

Quellen: Open Doors, AFP

Bitte beten Sie für die betroffenen Christen:

  • Beten Sie für die Christen auf den Komoren, dass sie trotz des Drucks an ihrem Glauben festhalten und genügend Möglichkeiten finden, gemeinsame Gottesdienste zu feiern.
  • Beten Sie für die Teilnehmerinnen des Treffens in Turkmenistan, dass sie den Schock überwinden und neuen Mut fassen.
  • Beten Sie um Schutz und neuen Mut auch für die Christen in Nigeria, die seit vielen Jahren von verschiedenen Gruppen terrorisiert werden.
  • Beten Sie für alle entführten Mädchen, dass Jesus ihren Glauben in der Gefangenschaft stärkt und ihnen die Freiheit zurückschenkt, aber auch um Trost für ihre Familien.

 

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