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Weltverfolgungsindex 2026: Syrien im Fokus

(Open Doors, Kelkheim) – Am 14. Januar hat Open Doors den Weltverfolgungsindex (WVI) 2026 veröffentlicht. Ein Land ragt dieses Jahr besonders heraus: Syrien. Es ist das einzige Land, das neu in die ersten zehn Länder der Negativ-Rangliste aufgestiegen ist: von Platz 18 im Vorjahr auf Platz 6 im aktuellen WVI. Angeführt wird die Liste erneut von Nordkorea, dort werden Christen härter als irgendwo sonst auf der Welt verfolgt. Neu auf der Liste ist Nepal (Platz 46). Nachfolgend die wichtigsten Entwicklungen des vergangenen Berichtszeitraumes (01.10.2024 – 30.09.2025).

Weltverfolgungsindex 2026
Die Weltkarte zeigt farbig markiert die 50 Länder, in denen Christen am härtesten verfolgt werden (mehr Infos unter www.opendoors.de/wvi)

Befürchtungen vieler syrischer Christen haben sich erfüllt

Weite Teile der syrischen Bevölkerung hatten den Sturz des Diktators Baschar al-Assad Anfang Dezember 2024 öffentlich bejubelt. Westliche Politiker und Beobachter waren hoffnungsvoll. Ein Jahr später berichten die Christen von zahlreichen Übergriffen, Drohungen und Anfeindungen. Im Juni riss ein Selbstmordattentäter während eines Gottesdienstes in der St. Elias-Kirche (Damaskus) 22 Gottesdienstbesucher in den Tod. Christen werden öffentlich aufgefordert, zum Islam zu konvertieren, christliche Schulen werden geschlossen, immer mehr verlassen das Land.

 

Brennpunkt Subsahara-Afrika

Subsahara-Afrika bleibt ein weiterer Schwerpunkt der Christenverfolgung. 14 Länder südlich der Sahara sind auf dem WVI gelistet; prägend für die Verfolgung ist das hohe Maß an christenfeindlicher Gewalt. Neben Nigeria (Platz 7) gilt dies besonders für den Sudan und Mali, die in diesem Bereich mit der maximalen Punktzahl bewertet wurden. Bei Überfällen islamistischer Gruppen werden Kirchen verbrannt, zahlreiche Christen ermordet und hunderte entführt. Die beim Open Doors Tag in Karlsruhe gestartete Kampagne „Arise Africa“ bietet viele Möglichkeiten, sich für die Christen in dieser Region einzusetzen (www.opendoors.de/arise-africa).

In die Isolation getrieben

In Algerien (20) und China (17) werden Christen auf subtilere Weise verfolgt. In beiden Ländern wurden in der Vergangenheit zahlreiche Kirchen geschlossen, in Algerien betrifft dies mittlerweile alle protestantischen Kirchen. Auch christliche Online-Aktivitäten werden gezielt eingeschränkt. Auf diese Weise wachsen die Isolation und das Ausmaß staatlicher Kontrolle. In Algerien haben schätzungsweise 75% der Christen keinen Kontakt mehr zu einer Kirche. In China engt die Regierung den Spielraum für christliche Kirche und Pastoren ebenfalls immer weiter ein.

Leicht verbessert hat sich die Situation in Bangladesch (33) und Vietnam (nicht mehr gelistet). Beide Länder verzeichneten einen Rückgang christenfeindliche Gewalt, in anderen Bereichen ist die Lage jedoch unverändert. Alle Informationen rund um den aktuellen Weltverfolgungsindex sind zu finden unter www.opendoors.de/weltverfolgungsindex

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