Persönliche Berichte

Zentralafrikanische Republik: 14 Christen ermordet

Christen in Flüchtlingslager bitten dringend um Gebet

(Open Doors, Kelkheim) – Am Abend des 6. September haben Mitglieder der ehemaligen, mehrheitlich islamischen Seleka im Nordosten der Zentralafrikanischen Republik 14 Christen getötet. Die meisten der Opfer sind Frauen und Kinder. Sie befanden sich mutmaßlich auf dem Rückweg von der Feldarbeit in ihre derzeitige Unterkunft, ein großes Flüchtlingslager nahe der Provinzhauptstadt Bria.
 

Flüchtlingslager im Osten der Zentralafrikanischen Republik
Symbolbild: Flüchtlingslager im Osten der Zentralafrikanischen Republik

„Wir hörten davon, dass sie umgebracht wurden. Aber niemand hatte den Mut, sofort nach ihren Leichen zu suchen. Erst heute Morgen zogen einige Jugendliche los und holten sie“, erklärte ein Gemeindeleiter am Morgen nach der Tat gegenüber Open Doors. Die Leichen der beiden Männer wiesen Schusswunden auf, während die Frauen und Kinder offenbar an Schnittverletzungen starben. Mindestens eine der Frauen war schwanger. „All diese Frauen ermordet! Es ist schrecklich“, klagt Gedeon, einer der im Lager lebenden Christen.

Christen fälschlich beschuldigt und verfolgt

Die meisten der 50.000 Bewohner des Flüchtlingscamps „PK3“ sind Christen sowie Anhänger traditioneller Religionen. Trotz der jüngsten Friedengespräche gilt die Sicherheitslage weiterhin als angespannt. Christen in Bria werden von mindestens vier Nachfolgeorganisationen der Ende 2013 offiziell aufgelösten Seleka unter Druck gesetzt. „Sie wollen hier keine Christen sehen“, erklärte ein lokaler Gemeindeleiter. „Sie sagen, dass alle Christen zu den Anti-Balaka gehören; wenn man erwischt wird, ist man erledigt. Sie behaupten fälschlicherweise, dass sogar Kirchenführer Leiter der Anti-Balaka sind.“

Zum Hintergrund: Truppen der Seleka-Miliz stürzten 2013 die Regierung und verübten zahlreiche Gräueltaten an der überwiegend christlichen Bevölkerung. Unter anderem als Reaktion darauf entstand die „Anti-Balaka“, eine Art Bürgerwehr, deren fälschliche Einordnung als „christlich“ sich hartnäckig hält. Pastoren und Kirchenleiter werden nicht müde, sich von dem brutalen Vorgehen dieser Gruppe zu distanzieren.

„Wir verlassen uns allein auf Gebete“

Die Christen in Bria leben zurzeit in Angst: „Christen gehen nie in die Stadt. Wenn sie das tun, werden sie bedroht, verhaftet und zur Zahlung von Geldbußen aufgefordert, bevor sie freigelassen werden. […] Alle Straßen sind verbarrikadiert, und wenn du dich hinauswagst, gehst du auf eigene Gefahr. Wir Christen können nichts tun, wir haben kein Essen, keine Zuflucht. Wir verlassen uns allein auf Gebete. Bitte betet für uns!“

Bitte beten Sie für die Christen in der Zentralafrikanischen Republik:

  • Beten Sie für die Christen in dem Flüchtlingslager von Bria: dass Jesus sie tröstet und mit allem versorgt, was sie in ihrer Lage benötigen.
  • Beten Sie um Frieden in diesem vom Bürgerkrieg gezeichneten Land; dazu gehört auch, dass die zahlreichen Splittergruppen entwaffnet werden.
  • Beten Sie besonders, dass die Botschaft von Versöhnung und Vergebung das Land erfasst und die Gemeinden ihre Rolle dabei ausfüllen können.
  • Beten Sie für die Kämpfer der verschiedenen Gruppen, dass Jesus ihre Herzen berührt und sie aufhören, Böses zu tun.

 

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